Schubert: Ein bisschen Wehmut vor der letzten Dienstreise

Von: Klaus Schmidt
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Es geht noch um lohnende Ziele: Peter Schubert kann seinem Nachfolger einen Vizemeister hinterlassen. Foto: sport/Revierfoto

Aachen. Es ist seine letzte Pressekonferenz vor einem Spiel mit Alemannia Aachen, und Peter Schubert muss zugeben, dass er „schon ein bisschen wehmütig“ ist, „klar“. Die letzte Dienstfahrt geht am Samstag nach Siegen zum Absteiger Sportfreunde. Schubert kündigt an, dass zum Saisonfinale Jonas Ermes noch mal einen Einsatz zwischen den Pfosten bekommen wird.

 Die gesperrten Marcus Hoffmann und Bastian Müller sind zu ersetzen, der von einer Rachitis genesene Cheftrainer wird „den einen oder anderen“ in der Startelf aufbieten, der sich das über die Saison verdient habe, am letzten Spiel teilnehmen zu dürfen.

Kris Thackray ist die naheliegende Option für die Innenverteidigung, Rafael Garcia dürfte stürmen, vielleicht gibt es noch eine vierte Änderung. Alles klingt gewohnt sachlich, und doch wird an diesem Freitagmittag nicht gesprochen, als wäre es ein Saisonausklang wie jeder andere.

Am Vortag hatte man seinen Nachfolger vorgestellt, Christian Benbennek. „Irgendwann muss man ja den neuen Trainer präsentieren“, sagt Peter Schubert auf die Frage, ob das stilsicher gewesen sei – obwohl doch noch beide Trainer ein Spiel vor der Brust haben. „Aber ich hätte es ganz okay und glücklicher gefunden, wenn das auf nächste Woche verschoben worden wäre.“ Nach drei Jahren an der Krefelder Straße, davon zwei als Chefcoach des Regionalliga-Teams, geht eine intensive Zeit zu Ende.

Alemannia hat sich „dazu entschieden, einen anderen Weg zu gehen“, ohne ihn, und nun muss er loslassen von einem Projekt, das er maßgeblich vorangebracht hat und gerne weitergeführt hätte. „Reiner“, sein praktisch gleichberechtigter Assistent Plaßhenrich, „und ich haben in der Zeit erkannt, welche Stellschrauben zu drehen sind, um einen Schritt vorwärts zu gehen, um die Mannschaft weiterzuentwickeln.“ Es überwiege „der Stolz auf das, was wir in dieser Saison gezeigt haben. Was wir in den letzten zwei Jahren gemacht und erreicht haben. Wir haben aus dem Nichts eine Perspektive geschaffen.“

Samstag ab 14 Uhr gibt es noch ein paar Dinge, die die Mannschaft zu holen oder zu verteidigen hat. Siegprämie. Vizemeisterschaft. Das Prädikat „beste Defensive der Liga“. „Das sind alles lohnende Ziele.“

Es werde eine starke Mannschaft auf dem Feld stehen, „weil wir einen breiten Kader haben und jeder bemüht sein wird, allen einen guten Abschluss zu verschaffen“. Die Grenzen zwischen dem, was zum Spiel zu sagen ist, und einer vorweggenommenen Bilanz verschwimmen. „Es hat immer unheimlich viel Spaß gemacht, mit den Jungs zu arbeiten“, sagt Schubert, auch wenn es „mitunter anstrengend war. Das merkt man, wenn die Gesundheit angegriffen wird.“

Zukunft weiterhin offen

Sonntagmittag werden Trainer, Mannschaft, Betreuer, Klubangestellte noch mal zum Grillen zusammenkommen. Peter Schubert wird anschließend nach Hause fahren, nach Bonn, „jeder wird seinen eigenen Weg gehen“. Es gibt noch ein paar Relegationsspiele, das eine oder andere will er sich ohne Stress ansehen, ohne zu wissen, ob er Erkenntnisse daraus zeitnah bei einem anderen Klub einsetzen kann.

„Da bin ich ganz entspannt. Wenn eine Aufgabe passt und ich ein gutes Gefühl habe, dann hätte ich nichts dagegen, ab 1. Juli was anderes zu machen – oder das Gleiche woanders.“ Aber wehmütig sei er schon. Ein bisschen. Mindestens.

Mögliche Aufstellung: Ermes - Ernst, Hackenberg, Thackray, Lejan - Jerat - Garcia, Abel, Dowidat, Graudenz - Behrens

Schiedsrichter: Alexander Ernst (Schwerte)

Bilanz gegen Siegen: 15 Spiele/6 Siege, 5 Remis, 4 Niederlagen (19:16 Tore)

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