Randale auf dem Tivoli: Aachener werden im Verfahren nur Zeugen sein

Von: sch
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Provokation: Eine in Kerkrade entwendete Freundschaftsfahne „25 Jahre Roda – Alemannia“ wurde demonstrativ im Essener Block hochgehalten. Später musste die Polizei doch eingreifen. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Essen. Zwei Tage danach gab es die erste Bestandsaufnahme im Stadion durch die städtische Betreibergesellschaft. Und schon vor der vereinsseitigen Begehung des Tivoli am Dienstag stellen sich die Schäden durch die Randale rund um das Regionalliga-Spiel zwischen Alemannia Aachen und Rot-Weiß Essen als heftig dar.

 „In Kiosken wurde versucht, die Kassen rauszureißen“, sagt Alemannia-Geschäftsführer Timo Skrzypski, „20 Schalensitze wurden geklaut, 70 weitere zerstört. Es gab drei demolierte Toilettentüren, Zäune wurden eingetreten.“ So viel ist klar: Es bedarf einigen Aufwands, um die Spuren der Verwüstung zu beseitigen. Und Skryzpski kündigt an, dass der Klub den eingeschlagenen Weg der harten Linie weiterverfolgt: „Wir werden definitiv aktiv und juristisch und mit Stadionverboten gegen alle vorgehen, gegen die die Polizei schon Strafanzeige gestellt hat. Wir ziehen jeden, der identifiziert ist, zur Rechenschaft und holen uns das von den Herren wieder, was für die Schadenbeseitigung aufgebracht werden muss.“

Auf der Rückfahrt am Samstag hatten vermeintliche Essener Anhänger darüber hinaus einen Zug brachial „umdekoriert“; RWE distanzierte sich schon am Sonntag auf der Homepage entschieden von dem Mob und verurteilte das „Fehlverhalten“. Und das lag nach allen bisherigen Erkenntnissen – auch anhand von umfangreichem Filmmaterial der Polizei - eindeutig auf Gäste-Seite. Das schon wieder aufgekommene Szenario von einem „Geisterspiel“ für Alemannia bezeichnet Skrzypski als „völligen Käse“. „Wir sind bereits vom Verband darüber informiert, dass ein Verfahren gegen Rot-Weiß Essen eingeleitet wird, in dem wir als Zeugen geladen sind. Für Alemannia werden die Vorkommnisse von Samstag keine Konsequenzen haben.“

Im Vorfeld waren rund 50 gewaltbereite Personen aus dem Essener Umfeld angekündigt. Am Ende waren es 200 bis 250, die sich offensichtlich aus mittlerweile aufgelösten und in Essen mit Stadionverboten belegten Ultra-Gruppierungen rekrutierten. Dass es nicht zu noch größeren Ausschreitungen kam, sei laut Aachens Geschäftsführer dem Polizei-Konzept zu verdanken. „Das hat so gut gepasst, dass ein Aufeinandertreffen von Aachener und Essener Gruppen vermieden werden konnte.“ Und: „Man darf das ruhig mal positiv herausstellen, dass unsere Ultras nicht auf die Provokationen angesprungen sind und besonnen reagiert haben.“

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