Punktsieg für Alexander Klitzpera gegen Heinen

Von: Christoph Pauli
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Punktgewinn vor Gericht: Alexander Klitzpera ist mit seinem Antrag erfolgreich. Foto: sport/foto2press

Aachen. Zwischen den beiden Kontrahenten lag ein ausreichender Abstand, eine Sicherheitszone in der Größe eines Fünfmeterraums. Bis vor gut einem Monat arbeiteten Alexander Klitzpera und Harald Heinen noch am Tivoli zusammen, nun sahen sie sich vor dem Arbeitsgericht wieder – und gingen sich aus dem Weg.

Alemannias Sportlicher Leiter wollte im Wege einer Einstweiligen Verfügung dem inzwischen fristlos entlassenen Trainer ein paar Behauptungen juristisch verbieten lassen. Die Dinge waren am 18. Januar bei einer Teamsitzung so weit eskaliert, dass Harald Heinen seinem Vorgesetzten ins Gesicht geschlagen hatte. Erkennbar haben sich die Männer seitdem nicht mehr viel zu sagen, im Gerichtssaal reichte es kaum zu einem Blickkontakt.

Eine Art Vorwort richtete Richter Klaus Brondics an die Anwesenden, er hielt das Verfahren zumindest für „unüblich“. Der Jurist wunderte sich schon etwas, dass die Kammer für eine Unterlassungserklärung angerufen wurde. „Sie hätten es bewenden lassen sollen, abheften, abhaken.“ Denn so werde es weitere „Schlag“-Zeilen geben, weil natürlich auch die initiierten Verfahren medial begleitet würden. „Der normale Zeitungsleser erwartet von Alemannia eigentlich andere Nachrichten“, vermutete der Richter.

Streitwert: 10.000 Euro

In der Sache folgte er dann Antragsteller Klitzpera in zwei von drei Fällen. Heinen trägt zwei Drittel der Verfahrenskosten, der Manager den Rest. Der Streitwert wurde mit 10.000 Euro festgelegt.

Klitzpera sah sich in seinen Persönlichkeitsrechten betroffen durch eine mehrseitige Erklärung, die Heinen kurz nach der Tat über seinen Anwalt Christoph Contzen verbreitet hatte. Der Trainer war in der Beweispflicht und konnte seine Behauptungen aus Sicht der Kammer nicht schlüssig belegen.

Mehrere eidesstaatliche Versicherungen standen sich diametral gegenüber. Klitzpera hatte Zeugen aus dem Trainerstab mitgebracht, die an diesem Tag nicht benötigt wurden.

Heinen darf bei Androhung eines Ordnungsgeldes fortan nicht mehr verbreiten, Klitzpera habe ihn einen „kleinen, dreckigen Belgier“ genannt. Das Zitat habe dafür gesorgt, dass er an jenem Abend übers Ziel hinausgeschossen sei, hatte der 49-Jährige geschildert. Auch darf Heinen nicht mehr behaupten, dass Klitzpera bereits am 8. März 2015 über vermeintliche sexuelle Übergriffe eines ehemaligen Trainers auf Schutzbefohlene informiert worden sei. Diese These impliziert, so die Kammer, den Vorwurf, Klitzpera habe die gravierende Unterstellung unter den Teppich kehren wollen. Den Nachweis dafür blieb Heinen vor Gericht schuldig.

Ursprünglich wollte Klitzpera Heinen noch untersagen lassen zu behaupten, an dem Tag der eskalierten Teamsitzung habe er die fristlose Kündigung ausgesprochen. Der Antrag wurde zurückgezogen, auch weil er wenig Aussicht auf Erfolg hatte.

Heinen und sein Eschweiler Anwalt reagierten „enttäuscht“ auf das Urteil, das sie nicht so recht nachvollziehen konnten. Contzen entdeckte etliche Schwachstellen in der Begründung und kündigte umgehend eine Berufung vor dem Landesarbeitsgericht Köln an. Heinen und sein Anwalt berichteten zudem, dass sie in der Nacht vor dem Verfahren Anrufe erhalten hätten mit dem Hinweis, dass sie besser nicht bei der Verhandlung erscheinen sollten.

Staatsanwalt ermittelt noch

Klitzpera und Heinen werden sich vermutlich an anderer Stelle wiedersehen, die Staatsanwaltschaft ermittelt noch wegen Nötigung und Körperverletzung.

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