Aachen - Potenzielle Alemannia-Investoren: „Wir sind keine Heuschrecken“

Potenzielle Alemannia-Investoren: „Wir sind keine Heuschrecken“

Von: Christoph Pauli
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Wollen Kapital und Know-how am Tivoli investieren: Florian Meise (von links). Michael Kölmel und Wolfgang Holzhäuser. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Der Werbefeldzug der möglichen Investoren Alemannia Aachens begann an diesem Dienstag, 20. Dezember. Zunächst erfuhren die Funktionäre mündlich erstmals Details des Angebots, das am Mittwoch schriftlich vorgelegt werden soll. Es folgte eine Pressekonferenz, ehe abends eine ausgewählte kleine Gruppe von Fans informiert wurde.

Wolfgang Holzhäuser ist der Sprecher der Gruppe, der ehemalige Bundesliga-Manager hat sich vorerst bis Ende 2017 an diese Runde gebunden. „Wir möchten den Verein, der ein so großes Potenzial besitzt, wachküssen und das verlorengegangene Vertrauen der Sponsoren zurückgewinnen“, sagt er.

Der Satz könnte eines Tages in der Präambel des Vertrags stehen, sofern er denn zustandekommt. Die Investoren sprechen von einer Rückkehr „mindestens“ in die 2. Liga. Die Entscheidung über einen möglichen Einstieg fällt bei einer Versammlung vermutlich im Frühjahr, wobei mindestens 75 Prozent der anwesenden Mitglieder einem Verkauf zustimmen müssten.

Die Geldgeber sind bereit, für 49,9 Prozent der Gesellschaftsanteile vier Millionen Euro in vier jährlichen Tranchen zu zahlen. Die gesamte Summe würde gesamtschuldnerisch abgesichert durch die Investoren, sagt Florian Meise. Der Geschäftsmann beteiligt sich normalerweise eher an mittelständischen Unternehmen „mit guter Substanz“. „Wir wissen, wie man Neuanfänge startet.“

Sollte irgendwann die Beschränkung für die Beteiligung an Vereinen fallen, wäre eine Ausdehnung auf bis zu 80 Prozent der Anteile vertraglich geregelt. Die Spielbetriebsgesellschaft würde dafür weitere 3,6 Millionen Euro erhalten. So ist das Angebot. Holzhäuser, der vor Jahrzehnten zu den Erfindern dieser 50+1-Regel gehörte, geht nicht davon aus, dass die Beschränkung bald fällt.

Was passiert, wenn sich die Geschäftsleute irgendwann wieder von den Anteilen trennen wollen? Das Angebot sieht für den Fall ein zeitlich unbefristetes Rückkaufrecht des Vereins vor, Alemannia könnte wieder zugreifen.

Es ist ein bindendes Angebot, sagt Wolfgang Holzhäuser. Über Details lasse sich in den nächsten Wochen sicher verhandeln, „aber wir haben schon unsere Vorstellungen, von denen wir kaum abgehen“. Klar ist aber auch, dass die möglichen Minderheitseigner sich kein Recht zusichern lassen, sportliche oder kaufmännische Geschäftsführer zu installieren. Sie wollen ihr Know-how in einen Wirtschaftsbeirat einbringen, der paritätisch mit alten und neuen „Besitzern“ besetzt sein würde.

Aus Sicht der Investoren sind noch einige Hausaufgaben beim Regionalligisten zu machen. „Wir möchten nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft investieren“, sagt Meise, der sich mit einem weiteren Geschäftspartner engagieren will. Die Gruppe erwartet, dass ein paar Hausaufgaben zeitnah gemacht werden. „Die Unterdeckung in der laufenden Saison hätten wir gerne beseitigt“, sagt Holzhäuser. Ebenfalls sollen „Steuerverbindlichkeiten“, die noch aus dem Insolvenzverfahren herrühren, erledigt sein.

Das sind die harten Fakten, aber es geht auch um Emotionen, um eine „Willkommenskultur“. „Wir machen das nur, wenn es wirklich einstimmig in den Gremien erwünscht ist“, sagt Holzhäuser. „Wir sind keine Heuschrecken, wir drängen uns nicht auf“, sagt Heise. Der Österreicher macht keinen Hehl daraus, dass da „renditeorientierte Investoren“ am Tivoli anheuern würden. „Aber Geld würden wir erst verdienen, wenn sich endlich der sportliche Erfolg einstellen würde.“

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