Peter Schubert: „Jeder muss sich an die eigene Nase fassen“

Von: Helga Raue
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Läuft an, zögert kurz – und trifft zum 1:1: Alemannias Tim Jerat erahnt die Ecke, in die der Borussia-Keeper springen will. Foto: Theo Titz

Mönchengladbach. Tags darauf hatte sich der Frust etwas gelegt. „Unter dem Strich muss man sagen, das Remis war schon gerecht“, hatte sich Peter Schubert mit dem Punkt angefreundet. Vor Jahresfrist hatte Alemannia Aachen bei den kleinen Fohlen in Mönchengladbach noch eine 0:5-Klatsche kassiert. Diesmal war die Tivoli-Elf beim 1:1 (1:1) im Grenzlandstadion absolut auf Augenhöhe – und sogar darüber hinaus.

„ Wir haben über weite Strecken dominiert, unsere Leistung aber nicht mit einem zweiten Tor veredelt.“

Alemannias Cheftrainer hatte seine Elf im Vergleich zum FVM-Pokal umstellen müssen. Für die gesperrten Kevin Behrens und Bastian Müller liefen Tim Lünenbach und Aimen Demai auf. Nach noch nicht einmal zehn Minuten hatten fünf Schwarz-Gelbe, die schon 2013 im Team standen, und alle 1200 Aachener unter den 1506 Zuschauern ein böses Déjà-vu: Giuseppe Pisano (9.) schoss Borussias U 23 unbedrängt nach einem Pass von Marlon Ritter in Front.

Eben jener Pisano, der 2013 drei Mal getroffen hatte. Kurz darauf klärte Keeper Frederic Löhe gerade noch gegen Pisano (16.). „Wir haben die ersten 15 Minuten total verschlafen, wir sind so schlecht gestartet wie nie, vielleicht wie überhaupt noch nie“, analysierte Tim Jerat.

Elfmeter gefordert

Doch Aachen wachte auf: Ein Schuss von Fabian Graudenz (18.) wurde noch abgefälscht und ging knapp vorbei. Als Dennis Dowidat – Sahin Dagistan hatte den Ball durchgesteckt – im Strafraum von Keeper Martin Kompalla zu Fall gebracht wurde, forderten die Aachener einen Elfmeter – vergeblich. Doch die Schubert-Elf hatte die Partie nun zunehmend im Griff: Jerat (27.) scheiterte noch mit einem Distanzschuss an Kompalla.

Energisch erkämpfte sich Dominik Ernst erst einen Freistoß (36.) und erzwang nur vier Minuten später an der Strafraumgrenze ein Foul: Diesmal zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Jerat lief an, zögerte – und traf ins linke Eck zum Ausgleich. „Der Gedanke ans Pokalspiel, wo er nicht reinging, war da“, gestand der 32-Jährige. „Ich habe gezögert, weil ich sah, dass der Keeper in die Ecke springen wollte, in die ich schießen wollte. Da habe ich umdisponiert.“

Wiederanpfiff – und schon war Pisano (47.) erneut zur Stelle, traf aber nur das Außennetz. Nach einer Ecke von Michael Lejan (57.) verpasst Lünenbach per Kopf nur knapp. Das schnelle Umschaltspiel der Gladbacher stellte Aachen immer wieder vor Probleme, einen Kopfball von Nico Brandenburger konnte Löhe noch mit den Fingerspitzen zur Ecke lenken. „Wir konnten hinten nicht komplett öffnen, da wir wussten, wie schnell die Borussen kontern“, so Schubert.

Aachens beste Chance hatte erneut Dagistan: Sein Kopfball nach einer Hereingabe von Ernst (65.) knallte gegen die Latte. „Das hätte das 2:1 sein müssen“, seufzte Schubert. Noch einmal hatte Aachen Glück, als Löhe mit einer starken Faustabwehr einen Schuss von Matthias Zimmermann parierte (75.).

Demai spielt offensiver

Doch auch Aachens Kapitän Aimen Demai (78.), der in Hälfte zwei offensiver agierte, wurde knapp gehindert. „Es hat schon im Pokal gut geklappt, als Aimen den offensiveren Part übernahm. Ich wollte, dass er den Spielaufbau dirigiert“, war Schubert zufrieden. Und Demai schien die offensiven Freiheiten zu genießen. Als Innenverteidiger Marvin Brauweiler kurz vor Schluss zum Regionalliga-Debüt auflief, gab er – wie im Pokal – den zentralen Stürmer.

„Wir haben wieder ein frühes Tor kassiert, das geht mir auf den Senkel. In 70 Prozent unserer Spiele laufen wir einem Rückstand hinterher, da muss sich jeder an die eigene Nase fassen“, redete Löhe sich den Frust von der Seele. „Wir holen jetzt ein Remis gegen Teams, gegen die wir in der vergangenen Saison verloren haben. Wir sind einen Schritt weiter, aber eben noch keine zwei Schritte, denn sonst hätten wir dieses Spiel gewonnen“, relativierte Peter Schubert.

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