Bielefeld - Personalentwickler aus Aachen erfolgreich in Bielefeld

Personalentwickler aus Aachen erfolgreich in Bielefeld

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Samir Arabi hat mit Arminia gerade den Aufstieg geschafft. Foto: imago

Bielefeld. Am Freitag bestreitet Arminia Bielefeld sein erstes Heimspiel nach dem 2. Liga-Aufstieg. In Ostwestfalen gelang das, was in Aachen nicht gelang: Der Wiederaufstieg eines Traditionsklubs. In der Verantwortung für die sportliche Entwicklung steht ironischerweise ein Ur-Aachener.

Samir Arabi, 34 Jahre jung, Ex-Chefscout von Alemannia Aachen. Mit Arabi sprach unser Mitarbeiter Stephan Kaußen.

Vor einem Jahr hieß das erste Heimspiel für Sie Arminia gegen Alemannia. Bielefeld wollte einen Mittelfeldplatz in der 3. Liga erreichen, Aachen den Aufstieg. Die Realität 2013 lautet: Bielefeld 2. Liga, Aachen 4. Liga. Was ist passiert?

Arabi: Was in Aachen genau schief gegangen ist, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. In Bielefeld haben wir seit zwei Jahren mit der nötigen Kontinuität und Harmonie zwischen Trainern, sportlicher Leitung und Spielern gemeinsam daran gearbeitet, Erfolg zu haben. Erster wichtiger Schritt war es, nach all den negativen Schlagzeilen rund um Arminia Bielefeld Ruhe einkehren zu lassen.

Die wirtschaftliche Lage war und ist aber doch ähnlich klamm. Erik Meijer sprach in Aachen bei einem sportlichen Etat von 7,5 Mio. Euro immer von einem „Zwiebelportemonnaie“. Wie haben Sie es geschafft, aus Wenig Viel zu machen?

Arabi: Zunächst haben wir es geschafft mit einem durchschnittlichen Drittliga-Etat den Aufstieg zu realisieren. Auch in der neuen Saison sind unsere wirtschaftlichen Mittel begrenzt und der Etat ist weit von dem entfernt, den Aachen in der 2. Liga zur Verfügung hatte. Ganz sicher haben wir aber einen Etat aus dem unteren Drittel der Liga, wahrscheinlich sogar aus den letzten drei.

Demnach wäre der Nichtabstieg ein Erfolg?

Arabi: Zu hundert Prozent! Ich bin fest davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt erreichen können.

Wie lässt sich das an einem Fußball-Traditionsstandort wie Bielefeld verkaufen, der vielleicht ähnlich tickt wie Aachen?

Arabi: Natürlich sind bei den Fans und im Umfeld die erfolgreichen Bundesliga-Jahre noch präsent. Aber die heutige Realität zeigt, dass Arminia nicht mehr zu den wirtschaftlich stärkeren Klubs in Deutschland zählt. Ein entscheidender Aspekt in diesem Zusammenhang ist sicherlich der überdimensionierte Stadionausbau, dessen Folgen bis heute extrem deutlich sind.

Es heißt, Bielefeld habe über 20 Mio. Euro Schulden. Alleine die eine, letzte modernisierte Haupttribüne soll weit über 20 Mio. Euro gekostet haben?

Arabi: Ja, aber das sind Fehler der Vergangenheit, die die jetzigen handelnden Personen nicht zu verantworten haben. Fakt ist, dass wir aus der Bundesliga über die 2. in die 3. Liga abgerutscht sind.

Dann kamen Sie. Was hat sich seitdem geändert? Lief es von Anfang an gut?

Arabi: Naja, von den ersten zehn Spielen gewannen wir keins. Dann haben wir an einigen Stellschrauben gedreht und unter anderem den Trainer (Markus von Ahlen; d. Red.) gewechselt. Mit zunehmender Ruhe gelang es, uns auch sportlich zu stabilisieren. Letztendlich haben wir die Klasse ganz sicher gehalten. Wir hatten den Plan, in drei Jahren in die 2. Bundesliga zurückzukehren. Dass es dann schon nach zwei Jahren geklappt hat, war ein tolles Ergebnis für den gesamten Verein. In den zwei Jahren ist auf beeindruckende Art und Weise von allen Mitarbeitern – vom Fanshop bis zum Stadionteam – eine Menge geleistet worden.

Wie sind Sie nach Bielefeld gekommen?

Arabi: Ich wurde empfohlen, brauchte mich nicht zu bewerben. In Bielefeld stand in der Zeitung, dass es drei Kandidaten gäbe für den Posten, zwei Bekannte und Mister X. Letzteren hat man dann nach einer Vorstellungsrunde vor dem Aufsichtsrat genommen. Und der Mister X war ich.

Was machen die alten Kontakte nach Aachen?

Arabi: Intensiveren Kontakt habe ich weiterhin zu Jörg Jacobs und Jörg Schmadtke (1. FC Köln; d. Red.), der mich ja auch zum Leiter der Scouting-Abteilung am Tivoli gemacht hat. Gerade in der Anfangsphase in Bielefeld habe ich mir häufiger seinen Rat eingeholt. Aus den Aachener Zeiten arbeite ich heute wieder mit Hermann Grümmer zusammen, der damals für die Alemannia gescoutet hat und heute halt für mich und Arminia.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis auf der Alm?

Arabi: Unsere Basis ist die harmonierende Mannschaft. Sie hat sich fußballerisch richtig gut entwickelt. Zudem passen die Spieler auch charakterlich hervorragend zusammen und haben eine hohe Identifikation. Im gesamten Verein herrscht ein sehr gutes Arbeitsklima. Auf der Geschäftsstelle haben wir nur 15 Angestellte. Viel Arbeit leisten auch freie Mitarbeiter, denen wir in zahlreichen Projekten Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen können. Beispielsweise sind die Studierenden der Bielefelder FH hoch motiviert, uns zu helfen und so neue Erfahrungen zu sammeln.

Wenn man bedenkt, dass Sie aus der Jugend von Westwacht und Alemannia kommen, in Aachen bei der Westwacht und bei Borussia Brand Landesliga gespielt haben und erst sechs Jahre im Profifußball aktiv sind, könnte man sagen, dass sich auch der Personalentwickler Samir Arabi gut entwickelt hat.

Arabi: Danke, mit diesem Zwischenfazit kann ich gut leben.

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