Nur ein Spitzenteam beim Spitzenspiel: Rödinghausen siegt 1:0 am Tivoli

Von: Christoph Pauli
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Keine erfreuliche Rückkehr nach dem Bank-Platz in Köln: Alemannias Rechtsverteidiger Dominik Ernst und Kollegen (links im Hintergrund Fabian Graudenz) kassieren gegen Spitzenreiter Rödinghausen die dritte Niederlage in Folge. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Nur noch wenige Sekunden waren zu spielen, Dominik Ernst durfte noch einmal einwerfen, aber auch der Wurf zu Aimen Demai misslang an diesem Abend. Alemannias Kapitän musste noch ein Foul und eine Gelbe Karte riskieren. Es war eine symbolische Szene für einen verkorksten Abend, an dem Alemannia sehr wenig gelang.

Der SV Rödinghausen fuhr als „hochverdienter“ Sieger nach Hause, wie alle Beteiligten einräumten. Vom eigenen Aachener Anspruch, eine Spitzenmannschaft zu sein, sind in dieser Phase nicht einmal Spurenelemente erkennbar. „Wir haben von unseren Trainingsleistungen in der ersten Halbzeit null Prozent auf den Platz gebracht“, räumte auch Christian Benbennek ein. „Für die erste Halbzeit müssen wir uns entschuldigen.“

Eine Freistoßflanke...

Zehn Minuten waren gespielt, die Gäste hatten ein paar Mal zaghaft bei Alemannias Abwehr angeklopft und schon ein bisschen Aufregung verbreitet. Dann lag der Ball weit außen, in Höhe der eigenen Trainerbank, und Sören Siek lief an zur Freistoßflanke. Rödinghausens Kapitän war erst kurzfristig nach einem Platverweis von der Verbandsspruchkammer begnadigt worden. Siek trat den Ball zentral vors Tor, dort, wo sich die Riesen ansonsten aufhalten. Das Leder passierte Freunde und Feinde, setzte noch einmal auf, ehe es mittig hinter dem verdutzten Aachener Keeper Frederic Löhe einschlug. Der 28-Jährige machte keinen guten Eindruck beim 0:1 (10.). „Bei so einem Ball ist der Torwart immer mit in der Verlosung.“

Der Treffer spielte dem Spitzenreiter in die Karten, noch waren 80 Minuten zu spielen, aber schon früh verbreitete sich Hektik im Aachener Team wie Tinte in einem Wasserglas. Benbennek hatte in der ersten kritischen Phase der Saison eher auf Erfahrung gesetzt. Jerome Propheter und Maciej Zieba fielen aus der ersten Elf, Aimen Demai und Dennis Dowidat bekamen ein Startticket. Aber auch das routinierte Mittelfeld bekam keinen Zugriff auf das Spitzenspiel. Im Gegenteil, Alemannias Mittelfeld verschluderte viele Bälle, in der Not wurde auf das Spielaufbau-Programm „hoch und weit“ umgeschaltet, das auch an diesem Abend kein probates Mittel war. Schnell war erkennbar, wer hier mit Selbstvertrauen unterwegs war, und wer eher mit sich selbst beschäfigt war. Sie sollten möglichst einfach spielen, scheiterten immer wieder an einer unfassbaren Fehlerquote.

Die Gäste hätten früh die Punkte einsacken können. Marvin Höner konnte unbedrängt elf Meter vor dem Tor den Ball annehmen, David Vrzogic verhinderte resolut das 0:2 (22.). Dann verpasste Mittelstürmer Sinisa Veselinovic freistehend eine flache Hereingabe (27.), ehe Höner bei einem 16-Meter-Schuss seinen Meister in Löhe fand (31.). Allzu leicht überrannte Rödinghausen die Aachener Festung dort, wo sie am kompaktesten sein sollte. Der quirlige Marius Bülter entwischten seinen Jägern immer wieder, scheiterte zwei Mal nur etwas überhastet (36./39.).

Und Aachen? Den zaghaften Hausherren blieb ein paar Fernschüsse von Müller (15.) und Vrzogic (25.), die deutlich am Ziel vorbeizischten. Es blieb die Hoffnung auf die „größte“ Waffe. Jannik Löhden kam nach der zweiten Ecke zum Kopfball, auf der Torlinie verhinderte David Müller den Einschlag (35.). Die Seiten wurden gewechselt, die Lage änderte sich nicht. Benbennek wechselte doppelt. Angebote gab es reichlich, er tauschte Staffeldt und Dowidat gegen Lünenbach und Maier (62.). Das Risiko wurde erhöht, aber richtig Druck entwickelten die Aachener nur sporadisch, dafür war die Fehlerdichte viel zu hoch – und Rödinghausen zu clever.

Die Gäste hatten noch ausreichend Konterchancen, die vor allen Dingen Löhe bravourös gegen Höner und Veselinovic vereitelte. Sein Gegenüber Schönwälder musste erst in der Schlussphase eingreifen, als er einen Fernschuss von Rüter am Tor vorbeilenkte (88.). Aimen Demai: „Wir sind in einem Loch. Wenn wir uns nicht schnell berappeln, fährt der Zug vorne ohne uns weg.“

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