Niederlage beim Meister: „Haben uns vernünftig aus der Affäre gezogen“

Von: Christian Detloff und Christoph Pauli
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Wohin läuft er denn? Maciej Zieba (Mitte) soll in Lotte nicht sein letztes Spiel im Alemannia-Trikot bestritten haben. Das ist das Bestreben des Vereins. Foto: Jérôme Gras

Lotte/Aachen. Am Ende der letzten Dienstfahrt traf sich die Mannschaft noch einmal in der Kabine. Zeugnisse gab es bei der letzten Saison-Besprechung nicht, stattdessen verteilte Fuat Kilic die ungeliebten Trainingspläne für die fußballlose Zeit. Dann ging der Alemannias-Tross noch einmal gemeinsam zum Abendessen.

Und als sich die Profis ins Nachtleben stürzten, fuhr der Trainer nach Hause. Alemannias Saison ist zu Ende, auch wenn einige der Spieler die turbulente Saison ab Montag noch einmal auf Mallorca nachstellen.

Die finale Partie bei den Sportfreunden Lotte endete mit einer 0:1-Niederlage. Der Meister spielte sich schon einmal für den nächsten Anlauf auf die 3. Liga (gegen Waldhof Mannheim) ein und siegte durchaus verdient 1:0. „Glückwunsch, souveräner kann man nicht Meister werden“, gratulierte Kilic dem Team von Isamil Atalan. Lotte verbesserte noch einmal den (eigenen) Regionalliga-Rekord. 2,3 Punkte haben die Sportfreunde im durchschnittlichen Saisonspiel erbeutet. Vor drei Jahren waren es 2,26 Zähler pro Partie gewesen.

Alemannia kam erst in der Schlussphase auf und hätte sogar noch ausgleichen können. „Wir haben uns im Rahmen unserer Möglichkeiten vernünftig aus der Affäre gezogen“, bilanzierte Kilic am Saisonende. Der Trainer hatte eine Mannschaft aufgestellt, die er fast unverändert auch beim nächsten Saisonstart aufbieten könnte. Lediglich Daniel Engelbrecht stürmt dann bei einem anderen Verein. Auch der Vertrag von Maciej Zieba ist ausgelaufen, Alemannia versucht, den kleinen Dribbler am Tivoli zu halten. Alle anderen Spieler der Startelf haben noch Vertrag.

Die Partie nahm schnell Fahrt auf, nachdem sich der Pulverdampf der ungefragten Aachener Pyro-Show verzogen hatte. Schon nach sechs Minuten erspielte sich Lotte eine Chance de luxe: Bernd Rosinger traf nach einem Freistoß freistehend vor dem leeren Tor nur den Innenpfosten. Auch beim nächsten ruhenden Ball wurde die Alarmglocke ausgelöst. Torjäger Kevin Freiberger (15 Saisontreffer), der später mit einer Knieverletzung ausschied, knallte die Vorlage von André Dej an die Latte. Gespielt waren da erst 17 Minuten, und Alemannia hatte schon reichlich Vorschuss vom Glückskonto abgehoben. Die Mannschaft beschränkte sich weitgehend aufs Verteidigen. „Wir hatten in der Anfangsphase gravierende Probleme, Zugriff zu bekommen. Wir sind in der ersten Halbzeit zu viel hinterhergelaufen und waren immer zu weit von den Gegnern weg“, sagte Kilic. „Wir hatten zu viel Respekt.“

Aachens Keeper Philip Sprint hatte alle Hände voll zu tun, knapp klärte er vor dem heraneilenden Nico Granatowski. Bei der nächsten Gelegenheit war auch der 22-Jährige machtlos, den Schuss von Freiberger lenkte er noch an den Pfosten, der Abpraller war leichte Beute von Bernd Rosinger, der das 1:0 erzielte (30.). Es hätte noch deftiger kommen können, kurz vor dem letzten Seitenwechsel der Saison verpassten Rosinger und Granatowski nacheinander aus kurzer Distanz das 2:0 (43.). „Eigentlich wollten wir den mitgereisten Fans noch etwas bieten. Doch wir haben uns heute enorm schwer getan“, sagte der vor seinem kurzfristigen Wechsel zur U23 von Mainz 05 noch einmal eingewechselte Maximilian Rossmann.

Der Trainer stellte das System um, die Lage verbesserte sich im zweiten Durchgang. Die Partie wurde ausgeglichen. Dej traf zwar noch den Außenpfosten (48.), doch dann ließen die Gastgeber die Zügel etwas schleifen. Allmählich griff Aachens Umstellung vom 4-4-2 auf ein kompaktes 4-3-3-System. Den Gästen wäre fast noch das Happy End in der Nachspielzeit gelungen. Philipp Gödde spielte Florian Rüter frei, dessen Schuss in letzter Sekunde noch von Benjamin Siegert abgeblockt wurde. Und auch die folgende Ecke brachte Gefahr, weil Keeper Benedikt Fernandez am Ball vorbeisegelte, Rossmann traf nur das Außennetz (93.). Es war die letzte Aktion dieser ziemlich verrutschten Spielzeit 2015/16.

So endete der letzte und zweitlängste Betriebsausflug in dieser Saison, die das Team satte 27 Punkte hinter dem Meister auf Platz 7 beendete. Am 20. Juni starten dann die Vorbereitung auf eine möglichst bessere Saison.

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