„Nicht mehr zumutbar“: Infront verlässt Alemannia

Von: pa
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Alemannia Tivoli
Nach der zweiten Insolvenzankündigung packt Vermarkter Infront die Koffer am Tivoli und könnte nun zu einem Gläubiger werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Bei der ersten Insolvenz vor vier Jahren wurde Infront Sports & Media an Bord geholt: Der neue Vermarkter half dem damaligen Drittligisten Alemannia mit einem Darlehen beim Neustart. Nach vier turbulenten Jahren packt das Unternehmen gerade die Koffer am Tivoli, mit sofortiger Wirkung stellt das Unternehmen die Partnerschaft, die mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens ohnehin endet, am Tivoli ein.

So teilt es das Unternehmen in einem Schreiben aus der Frankfurter Zentrale an die Sponsoren mit.

„Im Hinblick auf die Gesamtsituation und nächsten Schritte des Insolvenzverfahrens kann Infront die weitere Vermarktung nicht zugemutet werden“, macht das Unternehmen keinen großen Hehl aus seiner Verärgerung. „Als wir 2013 unsere Partnerschaft während des ersten Insolvenzverfahrens begonnen haben, hatten wir mit der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat die gemeinsame Vision, Alemannia mittelfristig zurück in die 2. Bundesliga zu bringen.“

Der nächste, „völlig überraschende“  Insolvenzantrag sei ein großer Schock und eine traurige Wendung für den Klub, seine Partner, aber auch eben für Infront. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Zug in der Schweiz hatte Alemannia zuletzt mit einem weiteren Darlehen weitergeholfen. Die für Anfang des Jahres vereinbarte Rückzahlung von etwa 400.000 Euro wurde dem Verein bislang gestundet. So könnte aus dem ehemaligen Partner nun ein Gläubiger werden. Zu weiteren Nachfragen wollte sich Infront nicht äußern.

„Es ist Alltag für uns, dass Unternehmen in der Insolvenz zurückziehen“, sagt André Dobiey, Mitarbeiter des Insolvenzberaters Christoph Niering. „Das nehmen wir zur Kenntnis.“ Gleichwohl sei auch das Interesse möglicher Gläubiger zu berücksichtigen. „Wir werden mit allen Beteiligten über ihre Beweggründe reden.“ Bereits für Dienstag hatte man sich mit Infront zu einem Gedankenaustausch verabredet, so der Anwalt.

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