Nach dem Viktoria-Debakel: Alemannia bleibt beim Fahrplan

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Alemannia
Trotz der 0:6-Klatsche in Köln will die sportliche Leitung der Alemannia bis zur Winterpause die Ruhe bewahren. Foto: J. Gras

Aachen. Christian Steinborn war Augenzeuge des denkwürdigen Spiels. Alemannias Vorsitzender des Aufsichtsrats verfolgte die Partie im Kölner Sportpark Höhenberg. Er beobachtete verstört den Zufallsfußball seiner Mannschaft, die mit fortgeschrittenem Spielstand bereitwillig die Opferrolle annahm.

Die Mannschaft, die ausgezogen war, um in oberen Tabellendrittel der Regionalliga West für Furore zu sorgen, muss bereits nach dem 18. Spieltag das Fernglas herausholen, um die Tabellenspitze auszumachen. Bei Viktoria setzte es ein Ergebnis, das man eher vom Tennis kennt: 0:6. Höchststrafe im weißen Sport, gleichfalls ein Debakel beim Fußballsport.

Steinborn, der am Mittwochabend bei der Fan IG angekündigt ist, erlebte ein unruhiges Wochenende. Freunde, Fans, Sponsoren meldeten sich und forderten sofortige Konsequenzen. Ins Detail geht er nicht, aber die Vorschlagspalette war dabei vermutlich überschaubar: Der Aufsichtsrat solle sich entweder von Trainer Christian Benbennek oder seinem Sportdirektor Alexander Klitzpera oder direkt von beiden trennen, lautete der Tenor.

In der Tat gehen den Verantwortlichen nach solchen Darbietungen die Argumente aus. Er wolle nicht hektisch werden, sagte Steinborn. Die obligatorische Montags-Sitzung des Aufsichtsrats fiel am Montag aus beruflichen Gründen aus. Die Herren sind dennoch im permanenten Austausch.

Bis auf Weiteres will Steinborn an der vor Wochen intern getroffenen Verabredung festhalten und erst nach dem letzten Heimspiel Mitte Dezember gegen Rot Weiss Ahlen den dicken Strich unter die Hinrunde machen.

An diesem Fahrplan orientiert sich auch Alexander Klitzpera. „Es bleibt bei der Vorgabe für Trainer und Team, dass wir bis zur Winterpause möglichst viele Punkte holen, bevor wir in die große Analyse einsteigen.“ Die könnte durchaus komplex werden, denn viele Fragen haben sich in den letzten Monaten ergeben.

Warum knüpfen Leistungsträger der letzten Saison wie Dominik Ernst, Fabian Graudenz oder Frederic Löhe nicht an ihre Form an, warum haben so wenige Neuzugänge eingeschlagen, warum wird die Trainingsleistung so selten auf die Wettkämpfe übertragen – und die Mutter aller Fragen: Warum bekommt die Mannschaft keine Konstanz hin? Die Hinrunde gleicht einem Zickzack-Kurs. „Das ist nicht unser Anspruch“, sagt nicht zum ersten Mal Klitzpera, der unverändert viel Vertrauen zu seinem Trainer hat, „weil ich sehe, wie er arbeitet“.

Der Manager spricht von einem „intaktem Verhältnis“ zwischen Team und Trainer. Am Sonntag nach dem Debakel gab es dennoch eine Premiere: Erstmals sprach Klitzpera vor der Mannschaft, um seine Eindrücke wiederzugeben.

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