Mit „Pferdelunge“ raus aus dem Jahresfinale

Von: Klaus Schmidt
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Der letzte Torjubel des Jahres: Florian Rüter (rechts) feiert mit Dominik Ernst (links) und Mergim Fejzullahu. Foto: Wolfgang Birkenstock
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Alemannia Aachen hat sich am 20. Spieltag der Regionalliga West mit einem 1:0-Heimsieg im Traditionsduell gegen Rot-Weiß Oberhausen in die Winterpause verabschiedet. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Die größte Spaßtrompete in der Kabine war dann auch für die Musik zum Jahresabschluss verantwortlich. „Was zur Stimmung passt, was zum Tanzen“ legte Joy-Lance Mickels auf. Alemannia Aachens Stürmer personifizierte den Kraftakt am Samstagnachmittag.

„Ab der 60. Minute war ich eigentlich kaputt. Aber dann hat die Pferdelunge eingesetzt, ich hätte noch 20 Minuten länger spielen können.“ Mit einem 1:0 (1:0) gegen RW Oberhausen, zuvor fünf Partien ungeschlagen, verabschiedeten sich die Schwarz-Gelben in die Winterpause. Fuat Kilic umarmte jeden seiner Spieler auf dem Platz und strahlte übers ganze Gesicht. „Die Mannschaft hat sich reingeknallt und den Sieg über die Runden gebracht“, sagte der Cheftrainer. Die Meinung, dass es „in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Regionalliga-Spiel war“, brauchte man dabei nicht zwingend teilen.

Stattliches Mittelfeld

Auf Kapitän Timo Staffeldt (Gelbsperre) musste Alemannia zwangsweise verzichten, David Pütz saß nach dem 1:3 in Wattenscheid aus taktischen Erwägungen auf der Bank. Neu in die Startelf rückten Tobias Mohr und Joy-Lance Mickels; die Schwarz-Gelben sortierten sich mit einer stattlichen Mittelfeldbesetzung, um einerseits die 7:1-Sieger des letzten Wochenendes (gegen Verl) gleich zu stellen, andererseits bei Ballbesitz die eigene Offensive zu befeuern.

Es ließ sich auch gut an: Mergim Fejzullahu schickte Dominik Ernst in den Flankenlauf auf dem rechten Flügel, Mohr nahm den Ball direkt an, zielte aber knapp neben den Pfosten (6.). Auf Aachens schönen Plan fanden die Gäste allerdings schnell Antworten. Alemannia kam nicht ins Rollen, im Spielaufbau fehlte die Präzision, viele Zweikämpfe gingen verloren. Die Akzente setzte RWO: Hermes bediente Engelmann, der freistehend die Führung verpasste (13.). Budimbu servierte für Nakowitsch, dessen Schuss zur Ecke abgefälscht wurde (21.). Mitte der ersten Halbzeit lag Aachen 0:4 nach Ecken zurück.

Erst nach einer guten halben Stunde wurden die Gastgeber wieder im Angriff auffällig: Fejzullahu startete ein Solo im Strafraum, passte quer, Scheelens Rettungsversuch vor Mickels endete am Pfosten. Der nächste Querschläger - auch der, um Mickels am Torschuss zu hindern - brachte dann Florian Rüter in Position, der nur den Fuß hinzuhalten brauchte für seinen fünften Saisontreffer (33.). Dieses 1:0 hatte nicht unbedingt in der Luft gelegen, es war schmeichelhaft, weil Alemannia kaum Struktur in ihr Spiel und letztlich freundliche Unterstützung vom Gegner bekam.

Zur zweiten Halbzeit durfte Pütz dann doch ran, er musste ran für den angeschlagenen Tobias Haitz. Oberhausen agierte weiter, Alemannia reagierte. Nach einem Konter wurde Mickels von Steurer gestoppt – für Schiedsrichter Benjamin Schäfer reichte das nicht zum geforderten Elfmeterpfiff. Fuat Kilic wechselte zum zweiten Mal, nahm den Gelb-Rot-gefährdeten Meik Kühnel für Necirwan Khalil Mohammad raus.

Löhden und seine große Tat

Vor 4900 Zuschauern ähnelte die Partie zusehends einem Flipper-Spiel, der Ball ging meist mit „Langholz“ hin und her. Chancen: Mangelware. Scheelen (71.) versuchte es mal im Alleingang, schloss aber zu hoch ab. Dass es wenig später immer noch 1:0 hieß, hatte Alemannia Jannik Löhden zu verdanken, der nach zwei Patzern von Pütz und Jerome Propheter den Schuss von Engelmann zur Ecke entschärfte.

Gefährlich wurde es auf der anderen Seite sechs Minuten vor Schluss, Propheter zirkelte einen Freistoß an die Latte. Es blieb ein Spiel auf Messers Schneide, überwiegend zäh und im Wesentlichen durch die Spannung gespeist. „Wir mussten kämpfen, um das Spiel über die Bühne zu bringen“, sagte Florian Rüter. „Klar, dass die Stimmung auf der Weihnachtsfeier jetzt anders ist.“

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