Oliva Nova - Meijer: „Wir wollen in der Rückrunde mehr Siege”

Meijer: „Wir wollen in der Rückrunde mehr Siege”

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Hat auch im Trainingslager genug zu tun: Alemannia Aachens Sport-Geschäftsführer Erik Meijer auf dem Ubungsgelände des Zweitligisten in Spanien. Foto: Christof Wolff

Oliva Nova. Der frühe Vogel war ein Airbus A321 und schon kurz nach sechs unterwegs Richtung Costa Blanca. Arbeit statt Urlaub: Auf halber Strecke zwischen Alicante und Valencia hat Alemannia Aachen Quartier bezogen zur Vorbereitung auf die Rückrunde, am Montagnachmittag bat Cheftrainer Peter Hyballa zur ersten Einheit.

Auch für Sport-Geschäftsführer Erik Meijer gibt es in Spanien einiges zu tun.

Herr Meijer, warum macht es Sinn, 15 Grad Temperaturunterschied auf sich zu nehmen und zu riskieren, dass die halbe Mannschaft erkältet nach Hause kommt?

Meijer: Das wird nicht passieren. Die Mannschaft war nach der Hinrunde erschöpft, da tut etwas Sonne und Wärme gut. Wir haben hier super Trainingsbedingungen, tolle Plätze und machen unsere eigenen Plätze nicht kaputt. Und wir können am Mittwoch gegen Fortuna Düsseldorf testen. Die Jungs sind 24 Stunden am Tag zusammen, für die Integration der Zugänge ist das ideal.

Sie waren während Ihres Skiurlaubs fleißig. Was passiert noch bis zum Ende der Transferfrist?

Meijer: Ich halte noch eine Stelle frei. Henrik Ojamaa ist ab Dienstag mit Fortuna Sittard im Trainingslager in der Türkei. Ich hoffe, dass er sich da gut präsentiert und die ihn nehmen werden für die Rückrunde. Der Junge ist unzufrieden, er braucht Spielpraxis. Wir haben jetzt Andras Simon dabei. Wir brauchen eine Alternative zu oder neben Benny Auer, jemanden, der weiß, wo die Kiste steht. So einer hat bislang nicht gezündet, Gueye nicht, Tsoumou nicht mit seinen geringen Einsatzzeiten. Aber ich war von dem Kader schon vorher überzeugt, da hat sich nicht viel verändert.

Geht der Manager auch mit einem Aufgabenheft ins Trainingslager?

Meijer (zeigt auf sein Handy): Da kann ich immer sehen, ob sich was tut. Ich kann hier Smalltalk führen, mit Spielern reden, deren Verträge auslaufen, Sponsoren ermuntern, vielleicht noch etwas mehr zu tun.

Wie viele unterschriftsreife Verträge haben Sie denn dabei?

Meijer: Ich habe Zahlen dabei - in meinem Kopf. Und einen Mund zum Reden.

Mit Florian Müller wurde vor Weihnachten verlängert, neun weitere Verträge laufen aus...

Meijer: ...darunter zwei Torhüter, Stuckmann und Unger, zwei Innenverteidiger, Herzig und Stehle, zwei Sechser, Kratz und Zdebel.

Die Personalie Kratz hat oberste Priorität?

Meijer: Kevin ist einer der wichtigsten Spieler. Er hat Thomas Zdebel aus der Mannschaft gespielt. Ich würde gerne mit Kevin weitermachen. Natürlich kann ich auch die Situation des Spielers verstehen, wenn es Interesse von woanders gibt, wo er vielleicht eine Stufe höher spielen kann. Aber ich werde versuchen, ihn davon zu überzeugen, bei uns zu bleiben. Ich werde mit ihm hier einen Spaziergang machen, den Arm um ihn legen und ihm sagen: Wir wollen dich halten. Zumal Kevin ein Junge aus der Region ist.
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Und das Kapitel Zdebel wird als großes Missverständnis beendet, weil er nicht die Rolle gespielt hat, für die er vorgesehen war?

Meijer: Er hat eine sehr wichtige Rolle gespielt - als Lokomotive für Kevin. Leider hat er sich verletzt, als er gebraucht wurde. Und die Muskelverletzungen machen mich doch etwas nachdenklich. Thomas muss jetzt eine Antwort geben. Es ist klar, dass du nicht nur mit 20-Jährigen spielen kannst, du brauchst auch ein paar Ruhepole in der Mannschaft. Ich vermute, dass Thomas in der Rückrunde noch sehr wichtig für uns werden wird.

Marco Höger hat zwar noch Vertrag bis 2012, doch in der Szene wird schon länger erzählt, dass er bei Bundesligisten in Position gebracht wird.

Meijer: Marco hat einen Berater, der manchmal zu viel redet. Es gibt kein konkretes Angebot für irgendeinen Spieler. Lediglich zwei unverbindliche Anfragen für zwei Spieler, die bei uns keine prominente Rolle spielen.

Haben Sie schon mit dem HSV gesprochen über den ausgeliehenen Tolgay Arslan?

Meijer: Da gibt es keine Not. Wenn er in der Rückrunde stark ist, wird ihn der HSV zurückholen. Wenn er okay ist, kann er gerne bei uns bleiben. Wenn nicht, schicken wir ihn zurück. Tolgay hat nicht die Konstanz, er weiß selber, dass er es besser kann. Ich erwarte viel von ihm in der Rückrunde.

Christian Schmidt ist nicht mitgereist, weder als Torwarttrainer noch als Mannschaftsarzt.

Meijer: Christian hat uns mitgeteilt, dass er am Saisonende als Torwarttrainer aufhören wird. Er hat Probleme mit den Knien und ist beruflich als Arzt sehr eingespannt. Unsere Trainer sind beide extrem ehrgeizig und wollten einen Torwarttrainer, der in jeder Einheit dabei ist. Fakt ist: Wir haben immer versucht, beide Aufgaben zu organisieren. Aber entweder mache ich eine Sache richtig oder gar nicht. Alles oder nichts - so habe ich früher auch Fußball gespielt.

Hans Spillmann ist neuer Torwarttrainer - und wer ist der neue Mannschaftsarzt?

Meijer: Da werde ich auch noch einen finden. Hier haben wir uns erst mal mit Fortuna Düsseldorf arrangiert. Die schauen auch auf ein Aachener Bein, wenn was ist. Eine schöne Geste. Vielleicht bekommt Bernd Restle eine Karte fürs Pokalspiel gegen die Bayern, als kleine Vergütung.

Zwischen Hin- und Rückrunde dürften Sie ein zufriedener Manager sein.

Meijer: Mit der Entwicklung bin ich sehr zufrieden. Es gibt wieder Enthusiasmus, wir bieten den Leuten was an. Das, was wir machen, wollen wir nun perfektionieren, es noch besser machen. Und im Sommer werden wir wahrscheinlich wieder nachjustieren.

Wann ist das neue Jahr auch ein gutes Jahr?

Meijer: Wir werden sicher noch mal auf die Fresse fallen, das gehört dazu. Wenn wir nur ein bisschen nachlassen, werden wir gefressen. Auch ein Ribéry läuft sich die Lunge aus dem Leib - große Spieler sind immer fleißig. Im Moment stehen wir da, wo wir hingehören - in der Mitte. Ich mache die Entwicklung nicht am Tabellenplatz fest. Trotzdem wollen wir in der Rückrunde mehr Siege und weniger Unentschieden.
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