Meijer: „Machen uns das Leben selbst schwer”

Von: Klaus Schmidt
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Thomas Zdebel (Mitte) im Einsatz für Alemannia. Foto: Schönberger

München. Es gibt Spiele, nach denen sagt der Verlierer: Hut ab vor dem Gegner, der hat uns heute mal schön vorgeführt. Keine Chance, verdient unterlegen, wieder was gelernt. Das mit der verdienten Niederlage unterschrieben sie alle im Tross von Alemannia Aachen - abzuschauen gab es allerdings wenig von 1860 München, geschweige denn, dass die Hürde Allianz Arena zu hoch gewesen wäre für die Schwarz-Gelben.

Sport-Geschäftsführer Erik Meijer, durchaus ein geduldiger Begleiter dieses jungen Teams, gesteht der Mannschaft ihre Lernphase zu. „Wenn man nicht vergisst, was man unter der Woche geübt hat. Aber wir machen uns das Leben selbst schwer.”

Es bleibt dabei: Alemannia konnte auch im zehnten Anlauf nicht bei den „Löwen” gewinnen, das 1:2 war die erste Niederlage nach sieben Saison-Pflichtspielen. Der erhoffte Anschluss ans erste Tabellendrittel wurde verpasst.

Peter Hyballa analysierte den schwachen Auftritt so glasklar wie die oft berauschenden Spiele der letzten Wochen, und es war bezeichnend, dass das Wort „Ball” auffallend oft fiel. „Zu schnell den Ball wieder verloren”, „keinen Druck auf den Ball gekriegt”, „ich bin sauer darauf, dass wir unseren Ballbesitz nicht ausgespielt haben”. Der Chefcoach konstatierte „die schlechteste Passqualität seit dem ersten Spieltag”.

Das hatte sich zunächst nicht abgezeichnet, im Gegenteil: „Das war doch das Beste, was hier in München passieren konnte”, sagte Timo Achenbach. Mit einem Einwurf auf Zoltan Stieber hatte „Aki” nach acht Minuten das 1:0 eingeleitet, Benny Auer köpfte die Flanke auf Torhüter Kiraly, im Nachfassen schob der Kapitän den Ball über die Linie und traf zum sechsten Mal in den letzten sieben Pflichtspielen.

Dennoch musste auch Auer eingestehen, dass eine „deutliche Führung der Münchner schon zur Halbzeit” möglich gewesen wäre. Alemannias Blitzstart wirkte kontraproduktiv. „Wir waren immer nur zweiter Sieger in den Zweikämpfen”, wobei Achenbach noch eine vorzeigbare Quote aufwies. Thomas Stehle wunderte sich darüber, wie viele Diagonalpässe seine Mannschaft zuließ. „Die Flanken kamen ja nur so reingeschossen. Wir waren froh, als es in die Halbzeit ging.”

Da stand es „nur” 1:1, nach einem schon als beendet betrachteten Münchner Angriff über Aachens rechte Abwehrseite. „Unsere Achillesferse”, sagte Meijer. Ludwig zog aus 17 Metern ab (23.) und machte es besser als die Kollegen Lovin, Bierofka, Ignjovski mit ebenfalls mehr als passablen Chancen.

So konnte es nicht weitergehen. In der Pause griff das Trainer-Team korrigierend ein. „Wir haben es dann auch besser hinbekommen”, sagte Stehle. Der 30-Jährige scheiterte in der 53. Minute nur knapp mit einem Kopfball an der erneuten Führung, der eingewechselte Herzig stand gleich zwei Mal in aussichtsreicher Position.

Die „Löwen” ließen das Spiel „dahinplätschern”, wie Kapitän Bierofka treffend formulierte - und hatten trotz optischer Unterlegenheit das bessere Ende für sich. Stehle verlor das entscheidende Kopfballduell gegen Lauth, acht Minuten vor dem Abpfiff war Alemannia geschlagen. Denn Thomas Zdebel vergab in der Nachspielzeit den Ausgleich.

„Wir werden uns davon sicher nicht aus der Spur bringen lassen”, verspricht Thomas Stehle vor dem Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den Tabellendritten MSV Duisburg. Erik Meijer hatte da immer noch seine Probleme mit der verpassten Gunst der Stunde. „Wenn der Gegner besser ist... Aber er war nicht besser!”
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