Mehr als nur zwei Wurstverkäufer

Von: Roman Sobierajski
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Einfach nur gruselig: Beim letzten Aufeinandertreffen von Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg in der Zweiten Liga auf dem Tivoli waren nur 250 Menschen anwesend. Foto: Archiv

Aachen. Eines steht definitiv schon vor dem Spiel von Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg am Sonntag fest: Die Zuschauerzahl wird deutlich höher sein als beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Vereine in der Zweiten Liga.

Nur rund 250 (nichtzahlende) Besucher waren beim Aachener 3:2-Sieg vor fünf Jahren, der der Alemannia den Herbstmeister-Titel bescherte, anwesend: je 40 Vereinsvertreter, Spieler inklusive, Schiedsrichter, Medienvertreter, Sicherheitsdienst, Techniker, zwei Würstchenverkäufer - und die Ehefrau von Alemannias Marketing-Chef Thomas Korr im Geisterkostüm.

Im ersten Duell war Club-Trainer Wolfgang Wolf durch ein Wurfgeschoss am Kopf getroffen worden, wurde zwei Tage krankgeschrieben, und der DFB setzte die Partie ohne Zuschauer erneut an; das erste Geisterspiel der deutschen Fußball-Geschichte war geboren.

Andere Vorzeichen

Fünf Spielzeiten später treffen Aachen und Nürnberg in der Zweiten Liga nun erneut aufeinander, diesmal allerdings mit ganz anderen Vorzeichen. Der Club hat den Abstiegsschock weggesteckt und sich mit acht Spielen in Folge ohne Niederlage und 16 Punkten wieder aufgemacht in Richtung Aufstiegsränge.

Die Alemannia ist dagegen eher schlecht aus der Winterpause gekommen mit einem Punkt aus zwei Spielen und müsste sich nach einer weiteren Niederlage eher mit den Tabellenplätzen acht bis zehn anfreunden. Aachens Trainer Jürgen Seeberger hält allerdings wenig von solchen Statistiken. „Im Fußball kann eine solche Serie schnell enden”, meint der 43-Jährige, um dann bereitwillig Geld ins Phrasenschwein zu stecken: „Es liegt an uns, diesen Lauf zu unterbrechen.”

Diesen Plan in die Tat umzusetzen, dürfte für die Alemannia allerdings bedeuten, ein dickes Brett zu bohren, auch wenn nach intensivem Videostudium des Rostock-Spiels einige positive Aspekte aufgefallen sind, aber auch die Gründe für das unerwartete Remis gegen die Hanseaten: „Wir haben uns selbst nervös gemacht und mit individuellen Fehlern um die Chancen gebracht.”

Diese individuellen Fehler sollen jetzt allerdings kein Anlass sein, die Mannschaft großzügiger als nötig umzubauen. „Man muss nicht nach einer schlechten Leistung alles in Frage stellen”, meint Aachens Trainer. Jerome Polenz wird nach seiner Roten Karte voraussichtlich durch Mirko Casper ersetzt werden, Markus Daun wird nach einer Zahn-OP nach den derzeitigen Erkenntnissen nicht zur Verfügung stehen.

Für Lewis Holtby stand beim gestrigen Training nach dem Einsatz in der U19-Nationalmannschaft unter der Woche am Freitag nur „Flug auslaufen” auf dem Programm, sodass nur 18 Feldspieler zur Verfügung standen. Eine richtungweisende Bedeutung will Seeberger der Partie aber nicht beimessen: „Die Frage ist immer, wie kommt eine Mannschaft mit Rückschlägen klar.” In dieser Saison bislang keine Aachener Paradedisziplin.
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