Matti Fiedler erlebt bei Alemannia turbulente Tage

Von: Christoph Pauli
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So würde sein Trainer Matti Fiedler (li.) am liebsten auch in Uerdingen sehen: beim Torjubel. Foto: imago/Dünhölter Sportpresse

Aachen. Die Sache mit Carlo Ancelotti hat Matti Fiedler nicht so richtig verstanden. Erst diese seltsame Aufstellung gegen Paris, dann der hastige Rauswurf. „Das ist alles kaum nachvollziehbar.“ Der 21-Jährige ist quasi schon aus beruflichen Gründen ein Fußball-Experte, aber in erster Linie ist er aus ungeklärten Gründen ein Fan des FC Bayern, der sich gerade von seinem italienischen Trainer getrennt hat.

Auch Alemannias Innenverteidiger hat mitbekommen, dass einige Stammkräfte zuletzt ein durchaus angespanntes Verhältnis zu ihrem Ausbilder hatten.

Da wäre nun eine feine Überleitung zu Fiedlers Situation am Tivoli möglich. Der Neuzugang hat als Stammkraft in Aachen begonnen, verlor seinen Platz, ehe er nicht sonderlich überzeugend in der Schlussphase gegen Fortuna Düsseldorf eingewechselt wurde, als eine 3:0-Führung noch verdaddelt wurde. Die Folge: Fiedler flog beim nächsten Spiel sogar aus dem Kader. „Das war schon ein ziemlicher Rückschlag“, sagt er.

Ego nicht ausleben

Aber er findet, dass Spieler im Ausbildungsbetrieb Regionalliga ihr Ego nicht ausleben sollten. Anders, als vielleicht in der Champions League. „Die Fehlersuche sollte bei der eigenen Leistung beginnen“, sagt Fiedler, der parallel an der Sporthochschule in Köln gerade seinen Bachelor im Sportmanagement macht.

Am Samstag wurde er eingewechselt gegen den Wuppertaler SV. Er startete mit einem Fehler, aber am Ende stand ein sicherer Sieg. Mannschaft und Fiedler zeigten einen gewissen Lernerfolg: Sie ließen sich von dem Rückschlag nicht beirren, sie schüttelten sich kurz, und dann ging es weiter.

Matti Fiedler erlebt gerade durchaus turbulente Tage und das nicht nur als Bayern-Fan. Gegen den FC Uerdingen kann er am Sonntag beweisen, dass er besser doch kein Einwechselspieler ist. Fiedler soll den gesperrten Abwehrchef Maurice Pluntke vertreten. Beim Testspiel gegen Maastricht am Montag übte er das schon mal 90 Minuten. „Sicherheit und Selbstbewusstsein sind wieder da“, sagt er. Ohnehin ist sein Zwischentief keine große Überraschung, fast ein Jahr lang musste er seine Karriere anhalten wegen eines Bandscheibenvorfalls und Schambeinproblemen.

Fiedlers Saisonverlauf korreliert durchaus mit der Performance seiner Mannschaft. Es ist ein Auf und Ab, und so richtig weiß man auch nach fast einem Saisondrittel nicht, wohin die Reise geht. Zuletzt drehte das angeschlagene Team innerhalb einer Woche den Wind und segelt fast unerwartet in Richtung oberes Tabellendrittel.

Der Trend ist in der Grotenburg gefährdet. Der KFC Uerdingen ist seit Monaten ungeschlagen, kassierte erst acht Gegentreffer, führt die Tabelle an. „Es ist das älteste und das erfahrenste Team in der Liga“, sagt Trainer Fuat Kilic über den neureichen Aufsteiger, bei dem etliche Profis mit 2.- und 3.-Liga-Erfahrung untergekommen sind. Nebenbei hat das Team auch noch eine große Alemannia-Filiale eröffnet: Neun der 25 Spieler im Kader haben eine Tivoli-Vergangenheit.

Zwei von ihnen – Florian Rüter (verletzt) und Oguzhan Kefkir (gesperrt) – fehlen. Und vielleicht fällt auf ihrer rechten Seite eine Vorentscheidung, denn auch Aachens enorm dynamischer Linksverteidiger Tobias Mohr fällt vorerst verletzt aus. Im Trainingslabor hat Kilic getüftelt: Mal wurde Nils Winter auf die andere Seite gezogen, mal verteidigten Manuel Konaté Lueken oder Ilias Azaouaghi dort.

Im Beipackzettel der Partie steht, dass es kein Spiel auf Augenhöhe ist, aber das schreckt die Aachener nicht ab. „Wir wollen was mitnehmen“, sagt Trainer Kilic. „Gerade an meinem Beispiel sieht man, dass es im Fußball ganz schnell gehen kann“, ergänzt sein neuer Abwehrorganisator.

Mögliche Aufstellung: Nettekoven - Heinze, Fiedler, Damaschek - Winter, Kühnel, Lippold, Pütz, Azaouaghi - Fejzullahu, Torunarigha.

Schiedsrichter: Benjamin Schäfer (Iserlohn).

Bilanz: 22 Spiele/5 Siege/9 Remis/8 Niederlagen/27:31 Tore.

Internet: Live-Ticker Sonntag ab 14 Uhr.

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