Marius Ebbers: Ein Mann der Extreme

Von: Lars Brepols
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Marius Ebbers
Marius Ebbers gestikuliert beim Spiel der Alemannia in Dortmund. Foto: dapd

Aachen. In der zweiten Liga hui, in der ersten Liga pfui. Marius Ebbers ist ein Mann der Extreme. Das hat er schon im Trikot der Alemannia bewiesen. 13 Treffer in 28 Spielen erzielte der bullige Stürmer in der Saison 2005/2006 in Liga 2. Der heute 32-Jährige hatte in seiner Premierensaison für Schwarz-Gelb maßgeblichen Anteil am Aufstieg. Doch dann war es prompt vorbei mit der Herrlichkeit.

Im Oberhaus reichte es für den gebürtigen Essener nur noch zu zwei Treffern in 27 Partien.

Schon bei seiner vorherigen Station wies er eine ähnliche Bilanz auf. Für den 1. FC Köln netzte er neunmal in Liga 2 ein, aber nur einmal in der Bundesliga. Und so war es wenig verwunderlich, dass ihm vor der Saison - trotz der 20 Treffer für den FC St. Pauli in der vergangenen Zweitliga-Saison - nur die Wenigsten eine hohe Trefferquote in Liga 1 zutrauten. Denn im Oberhaus gelangen ihm bis zum Sommer für Duisburg, Köln und Aachen in 46 Einsätzen lediglich drei Tore.

Eine lange Durststrecke

Und die Kritiker sollten Recht behalten, zumindest bis zum siebten Spieltag. Nach einer Durststrecke von 546 Minuten gelang Ebbers das lang ersehnte Erfolgserlebnis. Beim 1:0-Triumph im Nordderby gegen Hannover 96 erzielte der 1,92 Meter große Blondschopf den viel umjubelten Siegtreffer. „Ich freue mich über das Tor, aber ich freue mich noch mehr, dass wir das Ding heute gewonnen haben”, sagte Ebbers nach dem Spiel und schob für seine Torflaute in der Bundesliga eine Erklärung gleich hinterher: „Die Gegner haben eine ganz andere Qualität. Vergangene Saison haben wir noch sieben, acht Chancen pro Spiel kreiert, jetzt sind es vielleicht noch drei. Für mich als Stürmer ist das natürlich schwierig”.

Besser sähe seine Quote wahrscheinlich aus, wenn er regelmäßig gegen die Alemannia antreten dürfte. 13 Treffer in elf Zweitligapartien hat der Mittelstürmer bislang gegen die Schwarz-Gelben erzielt. Zuletzt traf er beim Debakel zur Eröffnung des neuen Tivolis. Seine beiden Tore in der 24. und 28. Minute trafen die Aachen-Fans bis ins Mark. Zu allem Überfluss holte der Sturmtank auch noch einen Elfmeter für die Paulianer heraus, den Florian Bruns locker zum 4:0 verwandelte. „Das ist schon eine unheimliche Quote, ich mache im Schnitt zwei Tore gegen Aachen”, sagte Ebbers nach seinem Doppelpack.

Beim Gedanken an die Alemannia dürfte ihm aber nicht nur wegen der hohen Trefferquote gegen den TSV warm ums Herz werden. Vor allem der 24. März 2006 wird ihm ewig in Erinnerung bleiben. Quasi im Alleingang entschied der Sturmriese die Partie am Bieberer Berg gegen Kickers Offenbach. Beim 4:2-Auswärtssieg erzielte Ebbers alle vier Tore, darunter ein lupenreiner Hattrick in der zweiten Halbzeit. Auf den Schultern trugen die Spieler anschließend ihren Angreifer in die Fankurve. Doch „Ebbe” blieb nach der Partie auf dem Teppich und erklärte nüchtern: „Natürlich bin ich ein bisschen stolz auf diesen Abend, aber dafür kann ich mir am Mittwoch in Saarbrücken schon nichts mehr kaufen.”

Eine ganz besondere Verbindung

Ebbers und die Alemannia - eine ganz besondere Verbindung. Doch da war doch noch etwas, das den Fans in Erinnerung bleiben dürfte: Der schwere Unfall auf dem Weg zum Training. Am 12. Februar 2007 hatte Ebbers nach einer langen Nacht in Köln auf dem Weg zum Training einen Unfall mit dem Porsche 911 des neben ihm sitzenden Jan Schlaudraff verursacht. Der Alkoholtest ergab 0,57 Promille. Der damalige Trainer Michael Frontzeck strich den Stürmer für das Spiel gegen die Bayern aus dem Kader, und obendrauf musste er eine Geldstrafe von 5000 Euro berappen. „Wir haben Glück gehabt”, sagte Ebbers damals. „Auf dem Weg zum Training habe ich eine Pfütze übersehen, und dann sind wir parallel zur Fahrbahn abgeflogen und haben noch dreimal die Leitplanke touchiert.”

Auf der „Überholspur” ist Ebbers nun auch beim FC St. Pauli, auch wenn er erst ein Tor in der Eliteliga geschossen hat. Die Fans honorieren seine außergewöhnliche Leistung, vor allem in der vergangenen Saison. Bei der Abstimmung des Hamburger Abendblattes zum „Paulianer” des Monats liegt der wuchtige Stürmer derzeit vorne. Und sollte Ebbers am Wochenende sein Team gegen Nürnberg erneut zum Sieg führen, dürfte bei der Wahl für Oktober kein Weg an ihm vorbeigehen...

Steckbrief (Quelle: www.transfermarkt.de )

Geburtsdatum: 04.01.1978
Geburtsort: Essen
Alter: 32
Größe: 1,92
Nationalität: Deutsch
Position: Sturm
Debüt 1. Bundesliga: 14.11.1998 für MSV Duisburg

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