Marcus Hoffmann bringt Stabilität in Alemannias Abwehr

Von: Christoph Pauli
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Alemannias Sicherheitsbeauftragte: Marcus Hoffmann (links) und Peter Hackenberg bilden inzwischen ein schwer zu überwindendes Abwehrbollwerk. Foto: sport/Revierfoto

Aachen. Der Trainer hat ein paar hundert Szenen aus dieser Saison auf seiner persönlichen Festplatte gesammelt, die er jederzeit abrufen kann. Ein verlorenes Kopfball-Duell von Marcus Hoffmann ist da nicht darunter, meint Peter Schubert beim „Zurückspulen“. Alemannias Winterneuzugang ist wohl die beste Personalie in dieser schwierigen Saison. Ein Abwehrspieler ist der Königstransfer am Tivoli.

Die Entwicklung lässt sich in einer aussagekräftigen Statistik nachlesen. Bis Hoffmann Ende Januar am Tivoli anheuerte, kassierte das Team in 19 Spielen 30 Gegentore (im Schnitt: 1,58). Seitdem der Innenverteidiger mit verteidigt, ist Aachens Abwehr deutlich kugelsicherer geworden. In den folgenden zehn Spielen kassierte das Team nur noch acht Treffer (Schnitt: 0,8).

Die Zahl der Gegentreffer wurde nahezu halbiert. Die Defensive lässt sich nicht mehr im Handstreich überwinden, steht schon länger nicht mehr brav Spalier bei ruhenden Bällen des Gegners. Hoffmann ist der Fels in der Brandung. Und an seiner Seite gewinnen auch die verteidigenden Kollegen an Sicherheit.

Schubert will die Entwicklung nicht an einem einzigen Spieler festmachen. „Wir haben schon vorher besser verteidigt, aber er verleiht der Abwehr natürlich noch mehr Sicherheit. Er hat innerhalb von wenigen Spielen einen hohen Stellenwert in der Mannschaft erreicht“, sagt Schubert über das Winterschnäppchen. Die Ausgangslage war etwas kompliziert.

Dem Team drohte der nächste Abstiegskampf, der Verein war unverändert insolvent, und Hoffmann heuerte nach halbjähriger Spielpause für kleines Geld an, nachdem sein Tivoli-Transfer im Sommer noch scheiterte. Er sehnte sich nach Spielpraxis. „Wir waren alle in einer schwierigen Situation“, sagt er. Die Dinge haben sich gut entwickelt, der 26-Jährige ist schnell ein Leistungsträger geworden. Er will sein Licht natürlich nicht ganz weit unter den Scheffel stellen, aber „wir Abwehrspieler profitieren natürlich davon, dass vor uns so stark gegen den Ball gearbeitet wird“. Und zuletzt hat auch noch ein starker Torhüter die Punkte gesichert.

Der 26-Jährige hat sich schnell eingelebt in der Region, mit seiner spanischen Freundin hat er ein bisschen die Region erkundet. Städtetouren nach Amsterdam, Brüssel oder Lüttich. Nur die Eigenarten des Rheinlandes sind ihm weitgehend verborgen geblieben. Statt Karnevalstrubel stand die Vorbereitung auf die Partie am Karnevalsdienstag in Lotte (1:1) an.

Torschütze Hoffmann machte dem Veilchendienstag alle Ehre, kehrte mit einem ansehnlichen Cut und deutlich verbeult aus dem Tecklenburger Land zurück. Für jemand, der ständig mit dem Kopf dabei ist, war es eine erstaunliche Premiere: „Zum ersten Mal ist nach einem Zweikampf Blut bei mir geflossen.“ Sein Vertrag in Aachen läuft noch bis Ende der nächsten Saison. Sollten sich Interessenten melden, müssten sie Ablöse zahlen. Es gilt aber – Stand Donnerstag: „Ich bin nicht nach Aachen gekommen, um schnell wieder abzuhauen.“

Der nächste Klassenausflug führt sein Team am Donnerstag nach Leverkusen. Die Zukunft der Zweitbesetzung von Bayer ist noch ungeklärt. „Da werden sich viele Spieler zeigen wollen“, erwartet Schubert einen sehr spielstarken Gegner. „Wir werden eine gute Balance benötigen.“ Der Trainer erwägt „ein, zwei Änderungen“. Verzichten muss er auf die angeschlagenen Opper und Duspara (Prellung). Für die Aachener zeichnet sich wieder ein Heimspiel in der Ferne ab, etwa 800 Fans werden über die A4 in Richtung Rhein schleichen.

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