Aachen - Marco Höger schießt Alemannias erstes Saisontor

Marco Höger schießt Alemannias erstes Saisontor

Von: Klaus Schmidt
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Alemannia Aachen - 1. FC Union Berlin
Viel Einsatz: Aachens Alper Uludag (rechts) und Berlins Jerome Polenz (links) und Karim Benyamina kämpfen um den Ball. Foto: dpa

Aachen. Der 1. Spieltag zählt nicht zu den favorisierten Übungen der Aachener Alemannia. Seit der Rückkehr ins Profilager vor elf Jahren waren die Schwarz-Gelben nur zwei Mal mit einem Sieg in die Saison gestartet. Daran änderte sich auch am Freitagabend nichts, 2:2 hieß es am Ende gegen Union Berlin.

Und dennoch war etwas anders bei diesem Auftakt; Peter Hyballa, der sein Liga-Debüt im deutschen Profifußball gab, durfte es als Qualitätsmerkmal interpretieren, „dass die Zuschauer ein Unentschieden zuhause feiern. Das war schon ein bisschen Spektakel.”

Mit zwei kleinen, aber entscheidenden Schönheitsfehlern. „Wir wollen den Leuten nach der vergangenen Saison etwas wiedergeben”, sagte Nico Herzig, „das birgt auch Gefahren.” Wie bei beiden Gegentoren: „Wir müssen besser aufpassen.” Auch Hyballa, vornehmlich auf die Crux mit der Chancenverwertung eingestellt, sah „eher hinten das Problem” mit Fehlern „aus der E- und F-Jugend”. Es änderte nichts am Grundtenor in der Bewertung der Partie. „Das war besser anzusehen als letztes Jahr”, sagte Kapitän Herzig. „Das war Fußball heute”, ergänzte der Chefcoach.

Torsten Mattuschka ist seit dieser Saison Kapitän von Union Berlin und ein Freund plastischer Ansagen: „Die Aachener werden anrennen wie die wilden Schweine.” Den Gefallen tat Alemannia dem letztjährigen Zweitliga-Aufsteiger, der seit dem 4:1 im vergangenen Oktober auf dem Tivoli kein Auswärtsspiel mehr gewonnen hatte, aber nicht. Da steckte schon eine in der Vorbereitung erarbeitete Idee dahinter - den Gegner zwar möglichst weit weg vom eigenen Tor halten, doch vor lauter Eifer nicht die Ordnung verlieren. Der Pausenstand von 1:1 schmeichelte Union, Alemannias Spielfreude mündete in optischer Feldüberlegenheit, einem Eckenverhältnis von 10:0 und einem bunten Strauß vorzüglicher Einschussmöglichkeiten, zum Beispiel durch Uludag, der in der 16. Minute den Ball aus fünf Metern unter die Nordtribüne hämmerte.

Es passierte, was oft passiert in solchen Spielen und erst recht in dieser Liga: Die mäßig aktive Mannschaft lag plötzlich vorn. Nach einem Abschlag von Glinker durch Aachens desorientierte zentrale Defensive hatte Benyamina keine Verfolger-Eskorte mehr und Hohs keine Chance gegen den Flachschuss ins lange Eck (33.).

Die spannende Frage, wie Alemannias „junge Wilde” mit diesem ersten ernsthaften Rückschlag unter Peter Hyballa fertig werden würden, beantwortete das Team zeitnah. Marco Höger verwertete Timo Achenbachs Flanke mit einem Volley-Aufsetzer zu seinem ersten Tor im Profifußball (37.). „Ich habe nicht nachgedacht, sondern nur mit 100 Prozent Risiko draufgehalten”, sagte Höger. Dass sich die Mannschaft am Ende nicht selber belohnte - für den ehemaligen Kapitän der U23 die Folge noch fehlender Abstimmung. „Die Feinheiten entscheiden Spiele.”

Auf großes Berliner Interesse an einem offenen Schlagabtausch stieß Aachen auch in der zweiten Halbzeit nicht, doch die Angelegenheit blieb gefährlich. Zum einen, weil Alemannia aus den nun (reduzierten) Chancen auch weiterhin nichts machte (Gueye vergab freistehend vor Glinker), zum anderen, weil die Hauptstädter bei Kontern noch die besseren Möglichkeiten hatten. Herzig klärte in höchster Not gegen Benyamina, Achenbach köpfte den Ball nach einem Schuss von Mattuschka vor der Linie weg.

Nachdem auch ein Freistoß von Stieber nicht zur erhofften Führung langte, halfen die Gäste nach: Göhlert bugsierte eine Kratz-Flanke ins Netz (81.). Aber auch diese Führung stand nicht lange. Wieder pennte Alemannia in der Zentrale, Ede glich aus (84.). „Dumme Gegentore”, auch Kevin Kratz kam zu keiner anderen Beurteilung. „Aber insgesamt war dieser Auftritt echt in Ordnung.”
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