Aachen - Lutz van Hasselt hält die Geschichte des alten Tivoli lebendig

Lutz van Hasselt hält die Geschichte des alten Tivoli lebendig

Von: Christina Diels
Letzte Aktualisierung:
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Vom Notizbuch von 1903 über die Eckfahne von 1999 bis zur alten Stadionuhr: Lutz van Hasselt will sie im neuen Tivoli ausstellen. Foto: Christina Diels

Aachen. Am liebsten würde Lutz van Hasselt die Erinnerungen an Tore, Tränen und Triumphe auf dem alten Tivoli in einen Karton stecken und im neuen Stadion wieder auspacken. Alle Sitze und Treppen würde er mitnehmen.

„Jede Stufe im alten Tivoli erzählt eine Geschichte”, sagt der 35-Jährige wehmütig. Der Abschied fällt ihm schwer. Und darum will er die neue Spielstätte schmücken. Mit Erinnerungen. „Der neue Tivoli wird schön”, sagt er. „Nicht so grau wie andere neue Stadien.”

Van Hasselt will in der Gastronomie, in den Fluren und im VIP-Bereich Erinnerungsstücke vom alten Tivoli ausstellen. Die 16 Kioske im Umlauf des Stadions sollen die Vereinsgeschichte erzählen. „Jeder Kiosk stellt ein Ereignis mit einem verdienten Spieler dar”, erklärt er: von der Vereinsgründung 1900 um den Vorsitzenden Josef Emunds bis zum Aufstieg 2006 mit Kapitän Reiner Plaßhenrich.

Als Junge hat van Hasselt alle Dokumente seines Lieblingsvereins verwahrt. Zum Leid seiner Mutter. Heute sichert er offiziell als Archivar die Erinnerungsstücke der Alemannia. Er sichtet alles, was die Fans eingeschickt haben, um es auf dem neuen Tivoli auszustellen: Fotos, Wimpel, Alben, Urkunden und Poster stapeln sich. Van Hasselt kennt die Geschichte zu jedem Stück.

Zwei platte Bälle von 1983 und 2003, daneben eine Eckfahne von 1999: „Die hat ein Fan mitgehen lassen und jetzt zurückgebracht.” Und ein Notizbuch des Schriftführers von 1903, eng beschrieben in Sütterlinschrift. Fast ehrfürchtig hält er es in den Händen.

Van Hasselt will, dass sich die Fans im neuen Stadion wohlfühlen. Den Umzug der analogen Stadionuhr hat er angestoßen. Sie soll auch auf dem neuen Tivoli ticken. Die alten Wellenbrecher werden zu Stehtischen umgebaut. Die Aufstiegssterne sollen auf dem Verbindungshaus zum Parkhaus kleben. Die Vereinsfahne aus den 50ern soll wieder wehen.

Und die Gedenkfahne an Werner Fuchs bekommt einen Ehrenplatz im neuen Stadion. Für Fuchs Büste und die von Alemannias erfolgreichstem Nationalspieler Reinhold Münzenberg sucht van Hasselt noch einen gebührenden Ort. Als Archivar hält er so die Geschichte lebendig.

Mit dem Gedanken, dass der alte Tivoli irgendwann abgerissen wird, kann er sich nicht anfreunden. Am liebsten würde er dann einen alten Mast in seinem Garten aufstellen - nur ein Gedankenspiel. Einen alten Dachbalken will der Archivar im neuen Stadion tatsächlich unterbringen. Aber auch unter dem neuen Dach wird Geschichte geschrieben: Tore werden fallen, Tränen fließen,
Triumphe begossen werden.


Dieser Beitrag stammt aus der 36-seitigen Sonderbeilage „Na, gespannt?” zum neuen Tivoli, die am Samstag, 15. August 2009, in den Druckausgaben von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten erscheint.

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