Lewis Holtby: Der sympathische Zauberzwerg

Von: Lars Brepols
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Aachen / Lewis Holtby
Auch mit Händen kaum zu packen: Alemannias A-Junior Lewis Holtby, hier gegen den Ex-Aachener Goran Sukalo, war der Lichtblick beim Saisonfinale. Foto: dpa

Aachen. „Derbysieg!!! Die Nummer 1, die Nummer 1, die Nummer 1 in Rheinland-Pfalz!” Diese kurze Nachricht „zwitscherte” Lewis Holtby, unmittelbar nach dem Sieg mit seinem FSV Mainz gegen den Aufsteiger Kaiserslautern, über den Kurznachrichtendienst „Twitter”. Und schnell wird klar: Die besondere Leichtigkeit, für die ihn - neben seinem üppigen Talent - die Aachen-Fans schätzten, hat der 19-Jährige auch in Mainz nicht verloren.

Dabei hat der kleine Zauberzwerg bereits in seinen jungen Jahren auch die Schattenseiten des Profigeschäfts kennengelernt. Nach einer überzeugenden Saison 2008/2009 bei der Alemannia (31 Einsätze/ 8 Tore), wechselte der offensive Mittelfeldspieler zu Schalke 04 und Felix Magath. Ganz besonders in Erinnerung dürfte den Schwarz-Gelben der Gala-Auftritt des kleinen Wirbelwindes gegen den 1.FC Nürnberg geblieben sein (6:2-Sieg/ 2 Holtby-Tore).

Die halbe Liga hatte anschließend um das Juwel gebuhlt und es war deshalb wenig verwunderlich, dass Magath den damals 18-Jährigen im Trainingslager in Herzlake (Juli 2009) freudestrahlend als Verstärkung präsentierte und ihm das Potenzial eines kommenden Nationalspielers bescheinigte.

Teuerster Transfer aller Zeiten

Rund drei Millionen Euro überwiesen die Schalker an die Alemannia. Zusätzliche Klauseln, wie beispielsweise die prozentuale Beteiligung bei einem eventuellen Weiterverkauf, wurden darüber hinaus fixiert. Holtby löste damit Ugur Inceman (für 2,75 Millionen Mark zum FC St. Pauli) als teuersten Alemannia-Transfer aller Zeiten ab.

Die Schalker statteten das große Talent mit einem Vertrag bis Juni 2013 aus. „Ich fühle mich bereit für den nächsten Schritt”, frohlockte Holtby damals selbstbewusst. „Ich bin froh, dass die Sache jetzt über die Bühne gegangen ist. Ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt, wann es endlich soweit sein wird.”

Doch so schnell, wie Holtby sich das „Fußfassen-in-der-Bundesliga” vorgestellt hatte, ging es nicht. Schon im ersten Meisterschaftsspiel in Nürnberg trieb der Youngster Felix Magath fast zur Weißglut, weil er in einer Schalker Überzahlsituation nahezu alles falsch gemacht hatte.

Magath sagt Tschüss

Es folgten vier weitere Ein- sowie vier vorzeitige Auswechslungen auf Schalke. Magath setzte eher auf andere Talente, wie Joel Matip, Lukas Schmitz oder den Ex-Aachener Christoph Moritz. Für Viele überraschend sagte Magath seinem Lieblingsschüler in der Winterpause erst einmal Tschüss. Die Königsblauen verliehen den in Gerderath aufgewachsenen Holtby bis Ende der Saison 2010/2011 nach Bochum.

Für den VfL schnürte der 1,74 Meter große Holtby dann 14-mal die Fußballschuhe. Doch am Ende der Saison lernte der Linksfuß einen der bittersten Momente in einer Fußballerkarriere kennen: den Abstieg in die Zweite Liga. „Trotzdem, die Entscheidung war richtig. Natürlich war es bitter für Lewis, dass er mit Bochum abgestiegen ist. Das ist für keinen Fußballer angenehm. Aber er hat dort mehr Spielpraxis bekommen als in Schalke. Und genau das war der Sinn dieser Ausleihe”, erklärte sein Berater Thomas Noack hinterher.

„Der Junge hat Fußball im Blut”

Aber auch die zusätzliche Portion Spielpraxis konnte Schalke noch nicht überzeugen, den Kapitän der U21 vor der aktuellen Saison in den eigenen Kader zurückzuholen. Man verlieh ihn „eine Nummer weiter” nach Mainz. Dort zählt der kleine Spaßfußballer schon nach den ersten Wochen wieder zu den ganz großen Gewinnern.

Drei Torvorlagen in den ersten drei Bundesliga-Spielen, dazu zwei Treffer im Pokal. Zuletzt die grandiose Vorarbeit beim Ausgleich gegen den 1.FC Kaiserlautern. „Der Junge hat Fußball im Blut”, freute sich Mainz-Manager Christian Heidel nach dem Klasse-Einstand. Holtby scheint nun endlich in der Bundesliga angekommen zu sein. Eine Entwicklung, die sicher auch Felix Magath interessiert beobachten wird.

Aber auch die Alemannia-Fans dürfen sich auf ein Wiedersehen freuen: Am 27. Oktober (19 Uhr) gastiert der hochtalentierte Jungspund mit seinem FSV zum Pokalspiel auf dem Aachener Tivoli.

Steckbrief (Quelle: http://www.transfermarkt.de)

Geburtsdatum: 18.09.1990
Geburtsort: Erkelenz
Alter: 19
Größe: 1,74
Nationalität: Deutsch
Position: Mittelfeld
Debüt 1. Bundesliga: 08.08.2009 für Schalke 04
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert