Kündigungsgrund vom Sponsor? „Da kann man nur spekulieren“

Von: Christoph Pauli
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Wie alles begann: Alexander Goy (rechts), der damals und bis zu seiner Heirat Quitschau hieß, übergibt Timo Skrzypski symbolisch ein Trikot vor der Saison. Foto: Jerome Gras

Aachen. Angefangen hatten sie im Sommer als Partner, die Seite an Seite viele schöne erfolgreiche Monate erleben wollten. Ein paar Monate später steht die Scheidung an. Der Geschäftsführer von Alemannias Hauptsponsor Check2win, Alexander Goy, hat Alemannia Aachen am Dienstag aus „wichtigen Gründen“ fristlos gekündigt.

Der Verein widersprach noch am Abend per Mail, am nächsten Morgen auf dem Postweg und mandatierte Rechtsanwalt Torsten Peters. Der Jurist konnte den Schritt nicht nachvollziehen und sieht dem aufziehenden Rechtsstreit entspannt entgegen.

„Die Gründe für die Kündigung kenne ich nicht, da kann man nur spekulieren.“ Der Vertrag liefere keine Basis für die Entscheidung, sagt Peters. Goy hatte in den letzten Wochen vergeblich darauf bestanden, von Alemannia eine Bescheinigung zu erhalten, dass keine Insolvenz in den nächsten Wochen anstehe, sagt er. Nun erhielt er von Alemannias Rechtsvertreter ein Aufforderungsschreiben, die ausstehende Rate – fällig am 1. Dezember – endlich zu begleichen.

Die Zahlung sei trotz mehrfacher Ankündigung nicht erfolgt. Im Raum steht eine Summe von über 140.000 Euro, dazu kommen durch den Zahlungsverzug die Anwaltsgebühren, die in dem Schreiben an Goy gleich mit aufgelistet wurden. Der Geschäftsmann hatte in seiner Kündigung bekräftigt, nicht mehr zahlen zu wollen. Auch Timo Skrzypski wunderte sich auch am Mittwoch noch über die Kündigung. Alemannias Geschäftsführer sagt, er habe „aus kaufmännischer Vorsicht“ Ende letzten Jahres die Summe aus der Liquiditätsplanung für 2017 genommen, als die Schwierigkeiten längst absehbar waren.

Alemannia bekräftigte die Absicht, den Vertrag erfüllen zu wollen. Unverändert erhalte Check2win die vereinbarten werblichen Leistungen, sagt Peters. Wenig amüsiert reagiert Alemannias Aufsichtsratsvorsitzender Christian Steinborn auf den Zahlungsausfall: „Das ist wieder eine Baustelle mehr, und zwar eine Baustelle, die Alemannia nicht verursacht hat.“ Parallel laufen nun die Bemühungen an, Ersatzpartner zu finden, sollte Check2win – wie absehbar – tatsächlich ausfallen.

Der abrupte Weggang des Sponsors verschärft auch die Ausgangslage in den Verhandlungen mit möglichen Investoren. Die Gruppe um Michael Kölmel hatte in ihrem Vertragsangebot recht unmissverständlich darauf hingewiesen, dass sie vor einem möglichen Einstieg erwarte, dass Alemannia den aktuellen Etat noch aus eigenen Kräften stemmt. Die Lücke, und damit das Problem ist um einen sechsstelligen Betrag größer geworden.

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