Kommentiert: Die Geburtsfehler

Von: Christoph Pauli
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Die Bestandsaufnahme ist eher trist. Die nicht gut zusammengestellte Mannschaft bleibt deutlich unter ihren Möglichkeiten. Und mit ihr ist auch der Trainer schnell ins Gerede gekommen. Der Geschäftsführer unterlag gerade einem folgenschweren Irrtum, als er die Arbeit seines Managers als außerordentlich gut bewertete.

Und der Aufsichtsratsvorsitzende steht in der Kritik, weil er wieder als letzte Instanz unterwegs ist, die die Dinge nach seinen Vorstellungen regelt. Zweifelsfrei liegt Alemannia auf dem Krankenbett, das ist eine Parallele zum Herbst 2001. Nur hatte der Klub damals kein schmuckes Stadion einerseits und andererseits keine Tilgungsverpflichtung von sechs Millionen Euro per annum zu leisten.

Es ist eine kritische Situation für den Verein, aber gleichsam ein guter Anlass, sich kritisch mit der Struktur und Abläufen zu beschäftigen. Alemannia hat eine gewisse Erfahrung mit Fahndungen, aber zuletzt waren die Ergebnisse nur vorübergehend befriedigend. Das könnte auch mit der Methodik zusammenhängen. Was qualifiziert einen Aufsichtsrat oder einen Geschäftsführer für eine solche Personalfindung? Nichts. Muss es auch nicht, der Geschäftsführer muss die Geschäfte führen, er ist gut beraten, sich aus dem sportlichen Bereich herauszuhalten.

In Aachen ist das anders, Kraemer muss mal den Trainer, mal den Sportdirektor finden - weil es die Satzung so vorsieht. Es ist ein Geburtsfehler, der in letzter Konsequenz auch den Geschäftsführer beschädigt, wenn er sich auf fremdem Terrain vertut. Es kann aber nicht im Sinn der GmbH sein, dass der Aufsichtsrat sich im operativen Bereich fröhlich tummelt, oder der Geschäftsführer im Sport aushelfen muss. Der Verein leistet sich einen elfköpfigen Aufsichtsrat.

Warum eigentlich? Nur der Sport ist hier nicht vertreten, was dazu führt, dass die Manager seit Jahren beklagen, dass Gespräche nicht annähernd auf Augenhöhe stattfinden. Mit wem könnte ein Manager über geplante Millionenausgaben fachlich diskutieren? Ein Aufsichtsrat soll Aufsicht führen, dafür müssen Kräfte gebündelt sein. Es muss zum Beispiel nicht der Ältestenrat vertreten sein, dafür wäre sportliche Kompetenz in einem Sportverein eher hilfreich. Warum werden nicht Ex-Profis als ständige Berater annektiert?
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