Kilic wehrt sich gegen das Fan-Mobbing

Von: Christoph Pauli
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Keine einfache Zeit: Trainer Fuat Kilic (r.) stellt sich vehement vor seinen glücklosen Stürmer Philipp Gödde. Foto: Jerome Gras

Aachen. Ob Aachens Trainer Philipp Gödde am Freitag gegen den Bonner SC einsetzen wird, hat er noch nicht entschieden. Er wird den Stürmer intensiv beobachten in dieser Woche. Zuletzt hatte Fuat Kilic den Eindruck, dass die letzten Wochen dem 22-Jährigen zugesetzt haben.

 Er hat reihenweise beste Chancen ausgelassen. Und so wurde er der Blitzableiter für enttäuschte Erwartungen von einigen Aachener Fans. Alemannia schießt zweifelsfrei zu wenige Tore, und zuletzt wurde das Problem zunehmend personalisiert.

Gödde ist am Samstag in Wiedenbrück nur eingewechselt worden, sein Trainer hatte schon vorher registriert, dass die Situation den Angreifer beeinflusst. Schon beim Warmmachen wurde er von einigen Fans angepöbelt und niedergemacht, sagt Kilic. Der Stürmer betrat das Spielfeld, um kurz darauf die nächste Großchance zu vergeben. Selbstvertrauen lässt sich so schwer aufbauen. „Das ist alles andere als angenehm“, sagt Gödde selbst. „Natürlich machen die Fans keine Freudensprünge, bei dem, was ich schon alles liegengelassen habe in dieser Saison. Aber die krasse Kritik von einigen Fans ist nicht der richtige Weg.“

Der Trainer wundert sich über das partielle Mobbing von den Fanrängen. „Das darf nicht Normalität werden. Er ist ein Junge mit einem großartigen Willen, der sich enorm für die Mannschaft einsetzt. Was passiert denn hier eigentlich, wenn es mal nicht läuft?“

Der 43-Jährige ist nicht unzufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft, die in der Defensive kaum überwindbar ist, und vorne haufenweise Gelegenheiten erhält – im Gegensatz zur Vorsaison. Weil sie solche Gelegenheiten aber haufenweise auslässt, wächst der Unmut in Teilen des Publikums. Kilic wehrt sich dagegen. „Ich stelle mich vor diese Jungs, die uns in dieser angespannten Situation die Treue gehalten haben. Jeder einzelne von ihnen hat einen positiven Charakter, der sehr viel für Alemannia investieren will.“

Kilic will Gödde wieder stark machen, „ihn wieder in die Spur bringen“, sagt er. „Er ist Profi, er muss lernen, solche Kritik abzuschütteln.“ Aber noch lieber wäre ihm, wenn solche überzogene Kritik erst gar nicht aufkommen würde. Gödde selbst räumt ein, „dass die Situation an mir zerrt“.

Kilic hat den Eindruck, dass noch nicht alle Fans registriert haben, wie finanziell angespannt die Lage ist. Alemannia steht zwar noch auf der Verpackung, aber der Inhalt ist deutlich preiswerter geworden, die Erwartungen an das Produkt dagegen sind mindestens gleichgeblieben. „Mein Ziel ist, dass wir alle zusammen diese Situation meistern, wir dürfen uns nicht spalten lassen und einzelne Spieler als Sündenböcke ausrufen.“

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