Kilic: Eben noch Unbekannter, jetzt Hoffnungsträger

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
13186359.jpg
Verlängerung am Tivoli nicht ausgeschlossen: Kurzfristig will Fuat Kilic mit seiner Mannschaft am Samstag gegen Ahlen bestehen. Foto: imago/reviers

Aachen. Nach Lage der Dinge endet Alemannias Partie am Samstagmittag gegen RW Ahlen mit 1:0,636. So sagen es Statistiker voraus. Aachens Torverhältnis nach elf Spieltagen steht aktuell bei 11:7 Treffern. Im Schnitt treffen die Aachener ein Mal pro Partie ins Tor und kassieren 0,636 Tore.

Aber da Kommazahlen beim Verband nur geringen Anklang finden, wäre ein schönes 1:0 gegen die Westfalen durchaus denkbar. Das 1:0 ist gerade in Mode bei der Mannschaft, so endeten die letzten beiden Spiele, dank des Überraschungstorjägers Dominik Ernst. Mit diesem Minimalismus ist Alemannia inzwischen auf Platz 5 der Tabelle vorgedrungen. Die Tendenz ist nicht schlecht, dass sich die Mannschaft auch langfristig im oberen Tabellendrittel festkrallen kann. Im Oktober stehen drei Heimspiele an.

Die Erfolge sind in der Tabelle, aber nicht auf den Tribünen erkennbar. Der Verein erwartet nur 6000 Zuschauer gegen Ahlen, Dauerkartenbesitzer bereits mit eingerechnet. „Damit wäre mancher Zweitligist schon zufrieden“, sagt Fuat Kilic, „aber ich wäre froh, wenn die Fans die Leistung noch stärker honorieren würden. Die Mannschaft hätte es verdient.“

Kilic ist in zehn Monaten vom großen Unbekannten zum großen Hoffnungsträger beim tief gefallenen Verein geworden. Vor der Saison hat er mit reduziertem Etat ein schlagkräftiges Team zusammengestellt. Die Gruppe droht am Saisonende auseinander zu gehen, nur wenige Profis haben einen Vertrag über den Sommer hinaus. Der Aufsichtsrat möchte den Kontrakt mit Kilic verlängern, das wurde dem 43-Jährigen Anfang der Woche übermittelt. Es war ein erstes unverbindliches Gespräch.

Kilic sagt, er fühle sich sehr wohl beim Verein. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir das gemeinsam vorantreiben, was wir begonnen haben.“ Es war ein Meinungsaustausch. Seit Saisonbeginn ist Kilic in doppelter Funktion unterwegs. Er hat nicht darauf gepocht, dass er wieder einen Sportdirektor zur Seite bekommt, sagt er. „Ich kann mit beiden Lösungen gut leben.“

Zukunftsmusik. In der Gegenwart trifft seine Mannschaft am Samstag auf einen „angeschlagenen Boxer“, vermutet er. Ahlens Start war atemberaubend, die folgende Pleitenserie ist es auch: Die letzten acht Spiele gingen verloren. „Ahlen hat nichts zu verlieren, wir sind gewarnt.“ Die Grenzen seines Kaders hat Kilic in dieser Woche wieder gesehen, er hat Spieler aus der A-Jugend und der zweiten Mannschaft dazugenommen.

Vor allem auf dem linken Flügel herrscht Not. Neben dem gesperrten Tobias Mohr fallen auch Mergim Fejzullahu (Schlag aufs Knie). und Joy-Lance Mickels aus. Florian Rüter ist im besten Fall ein Kandidat für die Ersatzbank. Dort taucht auch wieder der genesene Daniel Hammel auf. Der Trainer muss die Mannschaft stärker verändern als er das vorhatte. Es soll dennoch mindestens zu einem 1:0,636-Erfolg reichen.

Mögliche Aufstellung: Nagel - Winter, Propheter, Löhden, Haitz - Staffeldt, Mohammad - Ernst, Dowidat, Suzuki - Gödde

Schiedsrichter: Andreas Steffens (Mechernich)

Bilanz: 24 Spiele/11 Siege/4 Remis/9 Niederlagen/34:30 Tore

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert