Keine „Schnitte” für die Printen?

Von: Christoph Pauli
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Aimen Demai. Foto: dpa

Aachen. Für die Spieler ist es eine englische Woche. Für den Trainer ist es noch mehr, auch wenn dafür gerade noch kein Begriff zu finden ist. „Ich bin ein bisschen überrollt worden und habe noch keine Zeit zum Luft holen gehabt”, atmet Alemannias Michael Krüger am Sonntag kurz durch.

Am Freitag war er kurz in der Heimat in Niedersachsen, um ein paar Sachen einzupacken und um - schriftlich - seiner Wahlpflicht nachzukommen. Am Samstag beobachtete er das Spiel der Amateure, um abends beim Aktuellen Sportstudio einzuschlafen.

Vermutlich hat es nicht mal an der langweiligen Sendung gelegen, Krüger sagt selbst, dass er in den letzten Tagen kaum zur Ruhe gekommen sei. Nach den ersten etwa 140 Stunden Aachen sagt er: „Ich habe das Gefühl, schon längere Zeit hier zu sein.”

Am Sonntagmorgen holte ihn sein Co-Trainer zu einer kleinen spontanen Stadtrundfahrt ab, ehe die Vorbereitung für das Spiel heute Abend bei Fortuna Düsseldorf anlief. Fast exakt drei Jahre (1. Oktober 2006) ist es her, dass der Trainer Krüger an einer Seitenauslinie im deutschen Ligabetrieb auftauchte.

Der 55-Jährige hat eine erfolgreiche Zeit in Afrika zwischengeschaltet. Nun hat die Liga ihn wieder, und Krüger trifft auf einen kessen Aufsteiger, der in der Landeshauptstadt plakatieren ließ: „Keine Schnitte für die Printen.”

Mit all seinen Spielern hat Krüger in den letzten Tagen Einzelgespräche geführt, er tastet sich langsam an die Mannschaft heran. Der erste Eindruck ist enorm positiv, aber auch: „Die Spieler sind darauf gepolt, offensiv zu denken, sie vernachlässigen Defensive.”

Es ist schon ein überraschendes Urteil über eine Mannschaft, die eher mit kontrolliertem Verwaltungs- statt mit prickelndem Champagnerfußball in den letzten Monaten auffällig geworden ist. Aber Krüger geht es mehr um die taktische Disziplin, ihm dauert das „Umschalten” zu lang. Zu besichtigen war das sehr eindrucksvoll auch zuletzt beim 4:6-Spektakel in Frankfurt.

Das Tennis-Ergebnis könnte auch zu personellen Änderungen führen. Nico Herzig und Mirko Casper melden sich zurück. Beide könnten sogar in der Startformation stehen, denn noch ist der Einsatz von Rechtsverteidiger Aimen Demai unsicher, dessen Ohrentzündung mit einem Antibiotikum behandelt wird.

„Wir möchten einigermaßen ertragreich aus den nächsten Spielen herauskommen”, gibt der Trainer das erste Etappenziel vage aus. Dann folgt die Länderspielpause - Zeit zum Durchschnaufen.
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