Keine Lust auf Spießrutenlauf

Von: Christoph Pauli
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Noch mal ein Blick aufs Kleingedruckte: Michael Krüger, vertraglich bis Sommer 2011 an Alemannia gebunden. Foto: imago/Lackovic

Aachen. Anfang der Woche meldete sich Thorsten Pracht beim Radiosender 100,5 zu Wort. Alemannias Pressesprecher widersprach eindeutig einer Veröffentlichung des Boulevards, wonach die Amtszeit von Cheftrainer Michael Krüger im Sommer ende.

Der Artikel war handwerklich nicht allzu sauber, Quellen oder Zitate fehlten. Pracht dementierte den Inhalt.

Noch hat Alemannia die Idee, mit Michael Krüger und einem neuen starken Co-Trainer (präferiert wird Eric van der Luer) in die nächste Saison zu gehen. Manager Erik Meijer ist noch im Beobachter-Modus. Erst einmal wolle er inventarisieren, hat er gesagt.

Michael Krüger reist am Sonntag zu RW Ahlen. Alemannia könnte den Abstieg des Klubs auch faktisch besiegeln. Dem Trainer geht auch diesmal das Personal aus. Mirko Casper und Thorsten Burkhardt sind die Krankmeldungen der Woche. Immerhin kehrt Nico Herzig in die Startformation zurück, und auch Abdul Özgen soll eine neue Chance erhalten. Aushilfskellner von den Amateuren sind in diesen Zeiten auch schwierig zu bekommen. Das Team, zuletzt ein sehr zuverlässiger Talentlieferant, muss selbst am Samstag in der NRW-Liga spielen.

Vielleicht kann der Trainer nicht einmal den Kader komplett auffüllen, doch trotz aller Sorgen und Nöte wird er eine Mannschaft aufbieten können, die weit über tausend Profispiele auf dem Buckel hat.

Das Hinspiel endete mit einem kleinen Volksaufstand. Ahlen gewann nach sieben Monaten das erste Mal, und der Fan hatte im Anschluss erheblichen Redebedarf. Einer fehlte bei der Aussprache, zwei Tage später verzichtete Alemannia dann dauerhaft auf die Künste des ehemaligen Sportdirektors Andreas Bornemann.

Mannschaft in der Pflicht

Krüger ist zuversichtlich, dass die nächste Partie gegen Ahlen nicht erneut mit Tumulten endet. „Die Mannschaft muss das Bewusstsein haben, dass so etwas nicht noch einmal passieren darf.” Die Gruppe ist zweifelsfrei in der Pflicht.

„Ich glaube auch nicht, dass sich das Team die Blöße gibt, zweimal in einer Saison gegen den Tabellenletzten zu verlieren”, hofft Krüger. „So ein Eigentor wäre kaum zu beschreiben. Aus der Nummer kommen sie nicht heraus.” Und wenn die Nummer doch schief geht? „Dann hätten sie eine Woche Spießrutenlauf vor sich wie damals nach der Partie gegen Ahlen. Darauf hat keiner Lust.”

Die schlechteste deutsche Profimannschaft ist im Vorfeld beobachtet worden, das Team bereitet sich mit der üblichen Video- analyse auf die Partie vor.

Sorgen um eine Perspektive in Aachen macht sich Krüger trotz überschaubarer Erfolge nicht. „Wer ein bisschen Sachverstand hat und den Verlauf der Saison analysiert, kommt zu einem anderen Ergebnis”, vermutet er. Das könnte sich bei einer Niederlage allerdings schnell ändern...

Auf Kapitän Benny Auer kann Krüger in Ahlen noch zurückgreifen, in absehbarer Zeit trennen sich die Wege. „Wir haben heute ein Angebot von Alemannia erhalten, das schlechter war als das vorherige. Es ist klar, dass der Verein also nicht verlängern will oder kann”, teilte Berater Jörg Neblung mit.

Das Angebot sei der deutliche Hinweis des Vereins an seinen Mittelstürmer, sich beruflich zu verändern. So endet auch dieses Kapitel. Alemannias Sportdirektor war am Freitag unterwegs und nicht zu sprechen.
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