Kein Abgesang auf Szilard Nemeth

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
Nemeth Aufmacher

Duisburg/Aachen. Von einer Winterpause zu sprechen, wäre in dieser Saison reichlich übertrieben. Bereits am kommenden Sonntag trainiert Alemannia Aachen wieder, Michael Krüger verbringt die kurze Zeit zuhause bei der Familie.

„Das ist ja eher ein verlängertes Wochenende”, der Trainer versucht, „ein bisschen runterzufahren” nach seinen ersten, intensiven Monaten am Tivoli.

Der letzte Eindruck versöhnt dann doch einigermaßen: drei Spiele ohne Niederlage, beim MSV Duisburg 2:0 gewonnen, „da gab es nicht viel dran auszusetzen” auch für Krüger, der schon ganz andere Befunde hatte verfassen müssen.

So richtig aufgetaut zum Ende einer „nicht zufriedenstellenden Halbserie” (Krüger) war vor allem Babacar Gueye. „Ich fand, dass meine Leistung beim 1:1 in Kaiserslautern noch besser war”, sagte der 800.000-Euro-Einkauf. „Aber heute haben wir gewonnen.”

Als zweifacher Torschütze wies Gueye nach, was er gelernt hat. „Wir haben ihn als Stürmer verpflichtet, nun hat er seine richtige Chance erhalten”: Der Trainer setzte beim Konterspiel mit schnellen Leuten auf den Franko-Senegalesen und nicht auf Szilard Nemeth, der kein Stoßstürmer ist und „lieber hinter der Spitze spielt”.

Als schleichenden Abgesang des Slowaken will Krüger die Personalentscheidung vom Freitag nicht verstanden wissen: „Natürlich nicht. Wenn wir in den Heimspielen das Ganze weiter nach vorne schieben, die Wege kürzer und die Räume enger werden, dann ist ,Szili´ noch ein ganz wichtiger Spieler.”

Was für Hervé Oussalé offensichtlich nicht mehr gilt: Trotz der Sperre von Benny Auer erhielt der Mann aus Burkina Faso am Freitagabend keinen Platz im Kader.

Die Vorzüge von „Babs” Gueye: Er ist enorm lauffreudig und eröffnet mit seinen Wechseln auf den Flügel auch den Gegner überraschende Momente. Michael Krüger schließt perspektivisch selbst ein Angriffsduo Gueye/Auer nicht aus. „Das müsste eigentlich passen”, mit einer Umstellung auf das 4-4-2-System.

Der Coach hat bereits „die Rückserie im Kopf. Was muss besser werden, was wollen wir ändern?” Ein Punkte- oder gar ein Tabellenziel gibt Krüger nicht aus, es sind eher die „weichen” Faktoren, die an der Krefelder Straße ganz oben im Lastenheft stehen. „Die Leidenschaft vom alten Tivoli sollte endlich auf den neuen überspringen.”

Der Umzug hat bislang wenig sportlichen Erfolg gebracht, die Heimbilanz ist mehr als dürftig. Wenn sich Michael Krüger jetzt kurz vor Weihnachten was wünschen dürfte, dann dieses: „Wir brauchen mal eine richtig volle Hütte und ein Spiel wie in Duisburg mit zwei, drei Toren.” Für mehr Elan ist noch Platz in der neuen Heimat.
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