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„Jung-Alemannia“ bleibt ungeschlagen

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Die Abwehr steht: Es verwundert nicht, dass die Aachener Mauer auch diesmal keinen Gegentreffer hinnehmen musste. Foto: Digitalfoto Matthias

Dortmund. Das war bestimmt ein Zufall, aber es passte. Neben der Zweiten des VfB Stuttgart besetzen die U 23 von Borussia Dortmund und neuerdings Alemannia Aachen die Kategorie der Frischlinge in der Dritten Liga; der DFB hatte zum schwarz-gelben Nachholspiel dann auch gleich Sven Jablonski geschickt, den jüngsten Schiedsrichter, der im deutschen Profifußball pfeift.

Der 22-Jährige war zwar nicht immer auf der Höhe des Geschehens, entschied oft kleinlich gegen Aachen, er beeinflusste aber nicht das Resultat.

Die „neue Alemannia“ bleibt ungeschlagen und ohne Gegentor, 0:0 endete der zweite Auftritt im jungen Gewand. „Wir hatten die besseren Chancen, deshalb ist es ärgerlich, dass wir hier nicht gewonnen haben“, sagte Kapitän Sascha Herröder nach einem „ziemlich ausgeglichenen Spiel, in dem beide Abwehrreihen gut gestanden haben“.

Von der Idee, die erste Elf unverändert zu lassen, musste sich René van Eck kurzfristig verabschieden. Timmy Thiele war mit Rückenproblemen angereist, den Härtetest vor dem Anpfiff bestand der Mittelstürmer nicht, Marcel Heller rückte ins Team. Dann meldete sich auch noch Timo Brauer nach einem Pferdekuss beim Warmmachen ab, Robert Wilschrey verteidigte rechts. Unverhofft kam auch das: keine Spur von trostloser Atmosphäre in Deutschlands Stadion-Monument, die 3100 Zuschauer in der 80.000-Mann-Arena verbreiteten ordentlich Stimmung.

Erst einmal die Lage peilen

Alemannia peilte zehn, 15 Minuten lang die Lage gegen eine ebenfalls an spielerischen Lösungen interessierte Mannschaft. Der „kleine BVB“ durfte zunächst eine leichte optische Hoheit übernehmen, das sah auch technisch gut aus, doch weiter als bis zum Strafraum kam Dortmund nicht. Von Minute zu Minute schob Aachen das Spiel weiter nach vorne, hatte einen besseren Zugriff auf den Gegner und entwickelte die Entschlossenheit, vor der Südtribüne für Gefahr zu sorgen.

Oguzhan Kefkir leitete den ersten richtig guten Angriff durch Balleroberung ein, Robert Leipertz flankte auf Sascha Marquet, der an Keeper Alomerovic scheiterte (25.). Sechs Minuten später schlug Kefkir den Ball auf Leipertz, Alemannias Zehner verpasste knapp. Die Gäste kamen nur durch eigene Nachlässigkeit in die Bredouille, nach 35 Minuten vertändelte Mario Erb gegen Bakalorz, Mark Flekken musste erstmals beherzt eingreifen.

Der Nachschuss von Bajner hätte nur im American Football als Field Goal was gebracht. Auf der anderen Seite glänzte Kefkir erneut als Mann mit Auge, der Linksaußen leitete die beste Chance der ersten Halbzeit ein. Doch mit einem Schuss aus der Drehung hatte Marquet Pech – der Ball klatschte an den Pfosten (40.). Es war nach dem 2:0 gegen Saarbrücken erneut eine bemerkenswert unerschrockene Partie, die Alemannia am Mittwochabend hinlegte.

Die Mannschaft hielt weitgehend ihre Ordnung und die Abstände zwischen Viererkette, Mittelfeld und Angriff klein und kam mit dem erkennbaren Willen aus der Kabine, aus einem Punkt drei Zähler zu machen. Arie van Lent, Trainer des nächsten Gegners Kickers Offenbach und Beobachter auf der Tribüne, sah zum Beispiel einen enorm quirligen Kefkir, über den fast jede offensive Aktion lief. Allerdings: Aachen kam nicht mehr in die „rote Zone“, wer für Datenbanken die Zahl der Torschüsse dokumentieren sollte, der musste schon viel Phantasie entwickeln, um darunter was durchgehen zu lassen.

„Wir haben den Ball gut laufen lassen, aber die Löcher in Dortmunds Defensive nicht gefunden“, sagte René van Eck, bemängelte „zu wenig Durchschlagskraft“, stellte aber zufrieden fest: „Wieder zu null gespielt.“ Der Trainer suchte mit einer Umstellung – Heller auf den rechten Flügel, Marquet ins Zentrum – nach mehr Punch, brachte Norikazu Murakami für Robert Leipertz. Dortmund setzte immer wieder Nadelstiche, war an diesem Abend jedoch auch ohne Munition unterwegs. Und in der Schlussminute hielt Mark Flekken gegen Bakalorz den Punkt für Alemannia fest.

Alemannias Rückrunden-Kader

Tim Krumpen
Vor der Saison gewann Tim Krumpen die T-Frage gegen Michael Melka und Mark Flekken. Mitte der Hinrunde revidierte Trainer René van Eck seine Entscheidung und stellte Melka zwischen die Pfosten. Eine Verletzung warf Krumpen in der Winterpause erneut zurück, so dass...

Alemannias Rückrunden-Kader

Mark Flekken
... Mark Flekken zur neuen Nummer 1 befördert wurde. Und der 19-jährige Niederländer feierte ein sensationelles Profi-Debüt: Im FVM-Achtelfinale gegen Viktoria Köln avancierte der Nachwuchskeeper zum ersten Helden des Jahres, als er zwei Elfmeter hielt.

Alemannias Rückrunden-Kader

Sascha Herröder
Nachdem Kapitän 1 (Albert Streit) und Kapitän 2 (Kai Schwertfeger) zur Winterpause von Bord gegangen sind, wurde ein neuer Anführer gesucht. René van Eck entschied sich für Sascha Herröder, "den wuchtigsten Spieler" im Kader, so die liebevolle Formulierung seines Trainers.

Alemannias Rückrunden-Kader

Sasa Strujic
Er ist einer der Senkrechtstarter, die von der prekären finanziellen Situation profitiert haben: Sasa Strujic. Dass der 21-Jährige keinen Respekt vor großen Namen hat, stellte er im Rettungsspiel gegen die Bayern unter Beweis, als er sich den Spitznamen "Robben-Dompteur" verdiente.

Alemannias Rückrunden-Kader

Mario Erb
Seit dem Abstieg aus der Zweiten Liga hat sich Mario Erb Spiel für Spiel an die Stammelf herangespielt. Der 22-jährige Verteidiger dürfte nach dem Abschied von Seyi Olajengbesi in der Innenverteidigung gesetzt sein.

Alemannias Rückrunden-Kader

Thomas Stehle
Etwas länger im Verein ist Thomas Stehle: "Die Axt" ist der dienstälteste Alemanne, da er seit 2004 das Trikot der Schwarz-Gelben trägt. Im Moment laboriert der 32-Jährige an einer Armverletzung.

Alemannias Rückrunden-Kader

Timo Brauer
Flexibel einsetzbar: Mit diesen Worten lässt sich Timo Brauer sehr gut beschreiben. Der ehemalige Kapitän von Rot-Weiß Essen wurde ursprünglich als "Sechser" geholt, musste zuletzt aber häufiger in der Viererkette aushelfen.

Alemannias Rückrunden-Kader

Kristoffer Andersen
Sein Abschied war eigentlich schon beschlossene Sache: Kristoffer Andersen schlug das deutlich reduzierte Angebot der Alemannia in der Winterpause aus. Der Sinneswandel folgte jedoch wenige Tage später: Der Belgier gab den Verantwortlichen sein Ja-Wort bis zum Sommer.

Alemannias Rückrunden-Kader

Robert Leipertz
Wenn es in der Hinrunde einen Gewinner gab, dann Robert Leipertz. Das Aachener Eigengewächs spielte sich nicht nur in die Herzen der Alemannia-Fans, sondern auch auf den Notizblock von Red Bull Salzburg (neun Spiele, drei Tore). Trotz diverser Angebote bleibt der 19-Jährige den Schwarz-Gelben bis zum Sommer treu.

Alemannias Rückrunden-Kader

Daniel Hofmann
Dem Finanz-Desaster geschuldeten Verjüngungskurs hat Dario Schumacher es zu verdanken, dass er sich in Windeseile in den Aachener Profi-Kader spielte. Der 19-Jährige ist seit 2007 in Aachen und durfte in dieser Saison erstmalig 3. Liga-Luft schnuppern.

Alemannias Rückrunden-Kader

Oguzhan Kefkir
An ihm scheiden sich die Geister: Die einen halten Oguzhan Kefkir für einen starken Techniker und Flügelspieler, die anderen halten den Deutsch-Türken für einen egoistischen Dribbler, der nie den Ball abgibt. Gegen Saarbrücken stellte er auf jeden Fall eine weitere Qualität unter Beweis: seine Kämpferqualitäten, mit denen er die Schwarz-Gelben auf die Siegerstraße brachte.

Alemannias Rückrunden-Kader

Florian Müller
2005 wurde Florian Müller mit der erstmals verliehenen goldenen Fritz-Walter-Medaille geehrt - eine Anerkennung für seine sportlichen und menschlichen Verdienste. Seitdem folgte eine nicht enden wollende Leidenszeit, die bis zum heutigen Tag anhält. Sollte der mittlerweile 26-Jährige über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei bleiben, ist er mit Sicherheit gesetzt.

Alemannias Rückrunden-Kader

Sascha Marquet
In die Kategorie "Talentiert und jung" fällt auch Sascha Marquet, der sich bereits zu Zweitliga-Zeiten in den Profi-Kader spielte. Aachens Eigengewächs ist auf dem linken Flügel beheimatet, weicht aber regelmäßig auf die rechte Seite aus.

Alemannias Rückrunden-Kader

Marcel Heller
Mit großen Hoffnungen kehrte er nach Aachen zurück: Marcel Heller absolvierte in der Hinrunde alle Liga-Spiele - allerdings konnte der verlorene Sohn nicht immer überzeugen. Große Konkurrenz auf seiner Position erhält er durch...

Alemannias Rückrunden-Kader

Norikazu Murakami
... Norikazu Murakami. Alemannias japanischer Neuzugang, der von den Sportfreunden Düren kam, ist erst seit dem 11. Dezember offiziell spielberechtigt und deutete bereits in den ersten Spielen an, dass er der Mannschaft weiterhelfen kann.

Alemannias Rückrunden-Kader

Timmy Thiele
Nach einem vielversprechenden Start mit zwei Toren aus den ersten drei Spielen hat Timmy Thiele gegen Ende der Hinrunde eine Bauchlandung hingelegt. Seit dem vierten Spieltag wartet die Schalker Leihgabe auf Treffer Nummer drei. Eine bessere Bilanz kann...

Alemannias Rückrunden-Kader

Denis Pozder
Denis Pozder vorweisen: In zehn Spielen traf der 23-Jährige vier Mal. Im ersten Rückrundenspiel gegen Saarbrücken schenkte René van Eck allerdings Thiele sein Vertrauen. Trifft einer von beiden schon am Mittwoch in Dortmund?

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