Joy-Lance Mickels: Fußball mit einem Lächeln

Von: Christoph Pauli
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Frohnatur: Joy-Lance Mickels hat seine Verletzung überwunden. Foto: imago/foto2press

Aachen. Joy-Lance Mickels kommt feixend zum Gespräch, er kommt als Sieger. Gerade hat er noch Alemannias Pressesprecher Lars Kröger beim Tipp-Kick geschlagen. „Es war ein Debakel“, grinst der Stürmer. Der 22-Jährige ist der Sonnenschein im Kader.

 In den ersten Monaten hat noch niemand seiner Mitspieler einen Funken schlechte Laune beim Neuzugang ausgemacht – selbst wenn überzeugende Tipp-Kick-Siege ausblieben.

Dabei hätte dem Kabinen-DJ das Lachen durchaus vergehen können in den ersten Monaten am Tivoli. Den Titel „Pechvogel der Hinrunde“ hat er sich mit großem Vorsprung gesichert. Schon beim zweiten Testspiel im Sommer zog er sich eine hartnäckige Verletzung am Oberschenkel zu, die ihn so zuverlässig begleitete wie sein sonniges Gemüt.

Mal fing der Spieler zu früh an, mal waren sich die Ärzte uneins, das Ergebnis: Gerade einmal 170 Minuten war der geschmeidige Offensiv-Spieler in der Hinrunde am Ball für seinen neuen Verein. Ein komplettes Spiel ist noch nicht darunter. Und auch beim letzten Betriebsausflug des Jahres am Sonntag bei Wattenscheid 09 ist eher an einen Einsatz von der Bank aus gedacht.

Der Start in Aachen war unerwartet holprig, weil die Muskulatur streikte. Mickels stuft das erste halbe Jahr dennoch nicht als „verloren“ ein. „Ich fühle mich sehr wohl im Team, und wenn man so wenig am Ball ist, steigt noch die Wertschätzung für diesen Sport und diesen Beruf.“

Fuat Kilic gilt als sein großer Förderer. Der Trainer überzeugte den 22-Jährigen vor der Saison von einem Wechsel nach Aachen. Der Trainer findet, dass die Mannschaft von dessen Leichtigkeit und Selbstbewusstsein profitiere. „Er macht sich nie einen Kopf.“ Das ist dann Vorteil und Nachteil zugleich. Denn zuweilen bleibt die Ernsthaftigkeit beim Spaßvogel auf der Strecke.

„Joy-Lance muss noch verstehen, wann der Spaß mal nicht so angesagt ist“, sagt Kilic. Er will seinem Angreifer nicht das Lachen wegnehmen, aber ein bisschen Seriosität kann auf dem Weg zu einer größeren Karriere durchaus hilfreich sein.

Mickels ist vermutlich das größte Talent im Fohlenstall, auch wenn das in der Hinrunde kaum ersichtlich war. „Er bringt alles mit für höhere Ligen. Er ist pfeilschnell, sehr fintenreich und gradlinig. Aber er muss an der Psyche arbeiten.“ Mickels ist noch ein Auszubildender, auch wenn er bereits in den Kaderschmieden von Mönchengladbach und Schalke angestellt war. Bruder Leroy-Jacques spielt beim FC St. Pauli, Zwillingsbruder Joy-Slayd spielt noch bis Ende des Jahres beim norwegischen Erstligisten Strömmen IF, dann zieht es ihn wieder in die Heimat.

Im Aachener Kader herrscht gerade ziemliches Gedränge. Es fehlen nur Torwart Pascal Nagel und Dennis Dowidat, dessen Belastungstest negativ verlief negativ. Der Mittelfeldspieler wird dieses Jahr nicht mehr auflaufen können. Aus dem Trainingsbetrieb herausgenommen sind Nils Winter und Philipp Gödde, die schmerzhafte Andenken an die Siegen-Partie mitnahmen.

Dafür kehren die entsperrten Stammspieler Dominik Ernst und Jerome Propheter zurück in die Startelelf. David Pütz überzeugte bei seinem ersten Einsatz nach vielen Wochen gleich auf mehreren Positionen. „Da hätte ich kaum ein Argument, auf ihn zu verzichten“, sagt Kilic, der zudem Spaß hat an der Entwicklung von Meguru Odagaki. „Er hat einen großen Sprung gemacht.“

Wattenscheid hat zuletzt vier Mal in Serie Remis gespielt, das Team tritt auf der Stelle. Im Hinspiel siegte der Ex-Bundesligist ungefährdet am Tivoli. „Da waren wir grottenschlecht, den schlechten Eindruck wollen wir reparieren“, sagt Kilic. „Ich habe übrigens noch nie gegen Wattenscheid verloren“, liefert Mickels ein gutes Argument für den nächsten Einsatz.

Mögliche Aufstellung: Sprint - Propheter, Löhden, Haitz - Ernst, Staffeldt, Pütz, Kühnel, Winter - Rüter, Fejzullahu

Schiedsrichter: David-Markus Koj (Wegberg)

Bilanz: 49 Spiele/18 Siege/7 Remis/24 Niederlagen/ 70:84 Tore

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