Jörg Schmadtke wird 96-Sportdirektor

Von: Michael Rossmann, dpa
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Jörg Schmadtke
Jörg Schmadtkes fulminanter Abschied schlägt hohe Wellen.

Hannover. Nach viermonatiger Suche hat Hannover 96 den naheliegenden Kandidaten verpflichtet: Jörg Schmadtke wird Sportdirektor beim niedersächsischen Fußball-Bundesligisten. Der 45- Jährige war von 2001 bis 2008 bei Alemannia Aachen tätig und hat dort bereits mit 96-Trainer Dieter Hecking zusammengearbeitet.

Er soll nun einen Vertrag bis Ende Februar 2012 erhalten. Der Sportdirektoren- Posten ist bei 96 seit Mitte Januar unbesetzt. Damals wurde Christian Hochstätter von der „aktiven Arbeit” entbunden. Schmadtke galt von Beginn an als einer der Favoriten.

Er kann allerdings erst Anfang Juli in Hannover anfangen, da er in Aachen nur beurlaubt ist. „Im Prinzpip kann ich noch nicht eingreifen”, sagte Schmadtke. Bisher hat Hannover noch keinen neuen Spieler verpflichtet.

Die Zusammenarbeit mit Hecking sei aber nicht ausschlaggebend gewesen, versicherte Hannovers Clubchef Martin Kind: „Vom Grundsatz her war das kein Argument.” Wichtiger seien die Kenntnisse des Marktes gewesen und die Erfahrung.

„Er kann auch mit kleinen Haushalten arbeiten”, sagte Kind. Der in dieser Saison weit hinter den eigenen Erwartungen zurückgebliebene Club will seinen Etat für die Mannschaft von rund 30 Millionen Euro deutlich senken.

Der ehemalige Torwart von Fortuna Düsseldorf und des SC Freiburg hat schon von Juni 2004 bis September 2006 mit Hecking kooperiert. Das Duo führte Aachen in die 1. Liga, ehe sich der Coach nach drei Saisonspielen überraschend nach Hannover absetzte. Hecking: „Die Zusammenarbeit mit ihm war sehr kritisch und konstruktiv.”

Er beschrieb den alten und neuen Kollegen mit deutlichen Worten: „Er ist klar und eindeutig. Er kennt wenig Kompromiss-Lösungen.” In die Entscheidung, ihn nach Hannover zu holen, war Hecking aber „nicht involviert. Das war allein die Entscheidung von Herrn Kind.”

Schmadtke musste am 20. Oktober vergangenen Jahres die Alemannia verlassen. Die Suspendierung war Folge eines TV-Interviews, in dem er gesagt hatte, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Sein Abgang in Aachen hat kurioserweise den gleichen Grund wie das Ende von Hochstätter in Hannover.

Der hatte ebenfalls erklärt, seinen im Juni auslaufenden Kontrakt nicht zu erneuern und musste dann gehen. Diese Trennung kam damals völlig unerwartet, denn die Zusammenarbeit mit Trainer Hecking und Clubchef Kind wirkte geräuschlos und nach außen vorbildlich.

Der als selbstbewusst geltende Schmadtke muss sich in Hannover mit einem starken Vereinsboss arrangieren. Zehn Trainer und sieben Manager hat der mächtige Mann im Club in seiner rund elfjährigen Amtszeit bisher verschlissen.
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