Jerome Propheter wird zum Maskenmann

Von: Christoph Pauli
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Abtransport ins Krankenhaus: Für Alemannias schwer verletzten Jerome Propheter ist das Fußballjahr gelaufen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Der Schiedsrichter war den kurzen Weg zum Unfallort geeilt, wo Jerome Propheter bereits blutend am Boden lag. Sascha Stegemann hat Bundesligaerfahrung, aber in dem Fall lag er gewaltig daneben.

Er entschied nur auf Abseits, den Ellenbogenschlag von Verls bereits vorbestraften Friedrich Bömer-Schulte gegen Alemannias Innenverteidiger ahndete er nicht. Propheter wurde vom Platz getragen, kam noch während des Spiels ins Aachener Luisenhospital.

Es war auch nach Ansicht der Bilder kein brutales Foul, aber die Folgen für den 25-Jährigen sind durchaus gravierend. Das Jochbein ist an vier Stellen, ebenso wie die Augenhöhle und die Nase gebrochen. Die Art der Kieferverletzung ist noch ungewiss. „Die Verletzung ist extrem schwerwiegend“, urteilte auch Alemannias Manager Alexander Klitzpera, der zu aktiven Zeit ebenfalls ein zweikampferprobter Innenverteidiger war. Klitzpera sagt, dass er die Szene nicht genau gesehen habe und er dem Gegenspieler auf keinen Fall Vorsatz unterstellen wolle.

Auch Propheter selbst, der schmerzvolle Stunden erlebt, erhebt keine Vorwürfe. „Ich kann dem Gegner keine Absicht unterstellen“, teilte er am Montag per SMS mit. „Trotzdem war es unnötig von ihm, so mit dem Ellenbogen zu hantieren.“

Auch sein Trainer Christian Benbennek urteilt nach dem Videostudium, „dass der Arm da nicht hingehört“. Am Montag standen noch weitere Untersuchungen im Uni-Klinikum an, wo der Abwehrspieler in den nächsten Tagen bei einem Spezialisten operiert wird. Zwei Platten werden eingesetzt, genaue Details ergeben sich erst auf dem OP-Tisch.

Wenig spekulativ ist, die Schlussfolgerung, dass der Neuzugang aus Bielefeld in diesem Jahr nicht mehr auf dem Fußballplatz stehen wird.

Monatelang blieb Alemannia von gravierenden Verletzungen verschont. In den letzten Tagen füllte sich dann das Lazarett. Florian Rüter fällt in der Hinrunde aus, nachdem er sich die Schulter ausgekugelt hat. Bei Aimen Demai wird diese Woche feststehen, wie schwer seine Knieverletzung ist.

Und zu allem Überfluss erlitt gegen Verl auch noch Nils Winter eine Schulterverletzung. Auch hier steht der exakte Befund noch aus. Ein Bruch ist ausgeschlossen, sagt Klitzpera nach den ersten Untersuchungen.

Propheter will zu Beginn der Vorbereitung Anfang des Jahres wieder auf dem Platz stehen. Vielleicht wird er dann leicht verändert daherkommen. „Das ist meine dritte Operation im Gesicht“, schreibt er. „Ich werde den Rest meiner Karriere nur noch mit Maske trainieren und spielen.“

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