Jannik Löhden: Ein Spieler, der die Dinge gerne mit Köpfchen löst

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Alemannias Jannik Löhden ist der längste Spieler der Liga, und einer, der sich auch mit 27 Jahren schon Gedanken um die Zukunft macht.

Aachen. Vor ein paar Tagen ist es denn passiert. Jannik Löhden wurde „Opa“ in der Kabine gerufen. Der Absender war der kesse Neuzugang Joy-Lance Mickels, der sich also gut eingelebt hat in Aachen, aber sportlich bislang noch keine große Rolle gespielt hat, weil er meistens verletzt ist.

Löhden kann mit dem sanften Spott gut umgehen, er ist erst 27 Jahre, aber bereits der Zweitälteste in Alemannias „Bubi-Kader“. Und trotz des vorangeschrittenen Alters hat er noch Erinnerungen an seine „Jugend“.

„In der Kabine sitzen viele junge Spieler, die sicher sind, bald in der Bundesliga zu spielen“, meint Löhden. Er sagt das ohne Häme, denn junge Spieler haben noch viele Träume am Anfang ihrer Karriere. Löhden hat seine Erfahrung gemacht, als er 23 Jahre alt war, berief ihn Trainer Mirko Slomka zwei Mal in den Bundesligakader bei Hannover 96. Gespielt hat der Hüne dann nie, aber immerhin eine veritable Siegprämie bekommen.

Gesunde Selbsteinschätzung

Nach Lage der Dinge wird Löhden nicht mehr Bundesliga spielen. Löhden hat eine gesunde Selbsteinschätzung. „Die Spieleröffnung ist nicht meine stärkste Disziplin“, sagt er. Als er im Alter von zum Beispiel Joy-Lance Mickels (22) war, sah er die Dinge noch etwas anders.

Mit 27 Jahren ist man durchaus realistisch. „Alles eine Kopfsache“, sagt er. Die Dinge mit dem Kopf zu lösen, ist quasi sein Spezialgebiet – auf dem Spielfeld, aber wohl auch jenseits der Kreidelinien. Löhden bereitet sich schon auf die „Zeit danach“ vor. Ein Fernstudium hat er absolviert, aktuell ist er Student im dritten Semester an der Sporthochschule, er strebt den Bachelor im Sportmanagement an.

Der Innenverteidiger ist mit 201 Zentimetern der längste Spieler der Liga. In der vergangenen Saison erzielte er sieben Treffer, meistens köpfte er ein. In dieser Spielzeit klemmt es noch. Die Gegner haben längst auf Manndeckung gegen den Hünen umgestellt. „Im Moment fehlt etwas der Riecher“, grinst er. Das wird sich schon wieder legen.

Am vergangenen Sonntag rutschte Löhden wieder in die Startformation. Der Trainer brauchte einen zusätzlichen guten Kopfballspieler gegen RW Essen, und er hat wohl den besten Kopfballspieler der Liga dazugenommen. Aachens Abwehr besteht seitdem aus den drei wandelnden Kleiderschränken Jerome Propheter, Tobias Haitz und Jannik Löhden, die man sich nach Feierabend auch gut als Türsteher einer Diskothek vorstellen kann. Motto: „An mir kommt keiner vorbei.“ Die drei Innenverteidiger werden auch am Samstag in Rödinghausen (14 Uhr) auflaufen.

Für Kilic ist Löhden eine „gesetzte Größe“, wenn er konzentriert gegen den Mann arbeite, klar spiele und nicht versuche, das „Spiel an sich zu reißen“. Der Trainer beobachtet, dass der Riese weitere Fortschritte gemacht habe.

Löhden findet, dass der Trainer der „Hauptgewinner der letzten Jahre bei Alemannia“ sei, der dem Verein, aber vor allem der Mannschaft gut tue. Sein Lob ist unverdächtig, weil Kilic ihn zuletzt auch einige Spiele nicht einsetzte.

„Spieler-Bus“

Tag für Tag tuckert Löhden mit Timo Staffeldt, Jerome Propheter, David Pütz und Ersatztorwart Mark Depta von Köln über die A 4 in Richtung andere Domstadt. Das Quintett hat sich gerade ein neues altes Fahrzeug zugelegt, das nur unwesentlich jünger ist als die meisten Insassen. Die Verträge des Quintetts laufen alle in ein paar Monaten aus. Aber von einem Anschlussvertrag darf man auch im fortgeschrittenen Alter träumen.

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