Aachen - Jahreshauptversammlung der Alemannia: Harmonie und ein neuer Präsident

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Jahreshauptversammlung der Alemannia: Harmonie und ein neuer Präsident

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Martin Fröhlich
Der neue Präsident der Alemannia: Dr. Martin Fröhlich. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Für Alemannias Spieler war es die dritte Einheit an diesem Dienstag: Zweimal trainierten sie am Tivoli, anschließend besuchten sie 90 Minuten lang die Jahreshauptversammlung. Zweifellos ernteten die Profis und ihr Trainer Fuat Kilic den größten Beifall an diesem Abend.

Die meisten Spieler lagen mit ziemlicher Sicherheit schon lange müde im Bett, als dann endlich der  Alemannia-Präsident Martin Fröhlich gewählt war.  Knapp sieben  Stunden dauerte die Veranstaltung, es gab viel zu reden, zu klären, zu wählen. Es war kein neuer Vereinsrekord, aber es war wohl dann doch ein neuer Vereinsrekord, dass diese vielen Stunden völlig ohne die befürchteten Misstöne abliefen. Der souveräne Versammlungsleiter Max Baur hatte ein leichtes Amt.

Die  emotionale Einordnung der Veranstaltung kam unter anderem von Gregor Forst. Seit ein paar Wochen leitet er den Wahlausschuss. Forst berichtete ein bisschen von der Arbeit, aber er stimmte die Mitglieder dann auch ein: „Wir wünschen uns einen Verein, in dem jeder noch so kleine Sponsor als Freund und Helfer angesehen wird, in dem mit jedem Mitglied und ehrenamtlichen Helfer sehr respektvoll umgegangen wird. Zeigen wir allen da draußen, dass Alemannia lebt, und dass es dieser großartige Verein wert ist, gerettet zu werden.“  Das war das Signal, das die Alemannia-Fans an diesem Abend senden wollten.

Martin Fröhlich wurde Nachfolger von Heinz Maubach, der Ende letzten Jahres aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Der Jurist bekam 352 Stimmen, elf Mitglieder enthielten sich, immerhin 51 votierten gegen ihn. Vizepräsident ist Johannes Delheid (295 Ja-Stimmen/69 Nein-Stimmen/13 Enthaltungen), Schatzmeister ist Björn Jansen (345/21/6), Beisitzer sind Thomas Gronen (325/21/20) und Carsten Laschet (313/43/17). In den Aufsichtsrat wurden Dirk Kall (332/23/10) und Mike Schleiden (326/31/11) entsendet.

Vorher hatte Fröhlich mit einem Konzept um die Zustimmung geworben. „Wir kandidieren als ein Team, das nicht aus besten Freunden oder alten Seilschaften besteht, sondern in dem viele Kompetenzen gebündelt werden.“ Der Jurist berichtete von vielen Rückmeldungen in den letzten Monaten, dass Alemannia viel Vertrauen verspielt habe.

Das ist die Ausgangslage: „Unsere Aufgabe ist es, den Verein wieder vernünftig in der Region zu verwurzeln. Wir müssen das Vertrauen wieder aufbauen. Dafür wollen wir liefern, statt fordern." Es gab viele selbstkritische Töne an diesem Abend, auch der neue Schatzmeister Björn Jansen, der zudem den Stadtsportbund leitet, forderte, dass „Alemannia von dem hohen Ross gegenüber anderen Vereinen“ heruntersteigen müsse.

Beifall für Insolvenzverwalter ist nicht üblich, aber auch Christoph Niering wurde durchaus freundlich begleitet an diesem Abend. Am Vorabend hatte der Insolvenzverwalter Horst Rambau, der ein paar Tage lang selbst mit einem Team für das Präsidium kandidierte, in Hagen getroffen. Es war ein höflicher Austausch, ein Beleg für eine Millionen-Spende, die Rambau nach dem schnellen freiwilligen Rückzug seiner Mannschaft selbst ins Gespräch gebracht hatte, gab es auch diesmal nicht, bestätigte Niering am Rande der Versammlung.

Der Jurist berichtete den Mitgliedern, dass inzwischen die Jahreskosten von 4 auf 2,7 Millionen Euro reduziert worden sind. Allein der Aufwand für den Sicherheitsdienst wurde auf jetzt 200.000 Euro halbiert. Auf der Habenseite des Vereins finden sich auch in schwierigen Zeiten noch 180 Sponsoren. Niering warb auch an diesem Abend um Geduld bei den Mitgliedern: „Wir sollten nicht sofort in Richtung 3. Liga schauen. Diese junge Mannschaft braucht Zeit und Ruhe.“

Auch der neue Geschäftsführer stellte sich während der Mammutsitzung kurz und launig vor. Martin vom Hofe - seit Montag im Amt -  berichtete, dass er jahrelang für „RW Essen arbeiten musste, bevor endlich der Anruf aus Aachen kam. Auf diese Aufgabe habe ich richtig Bock.“


Das letzte Wort an diesem Abend hatte Ehrenpräsident Leopold Chalupa um 1.40 Uhr, der in ein paar Wochen auch den Ehrenring des Vereins erhalten soll. „Ich hoffe sehr, dass wir besseren Zeiten entgegen gehen. Und darauf ein dreifaches Hipphipphurra.“ 


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