Investoren stellen Alemannia knifflige Hausaufgaben

Von: Christoph Pauli
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Entscheidende Wochen: Christian Steinborn. Foto: Birkenstock

Aachen. Am Dienstag wurden noch ein paar Eckdaten an die Wand geworfen. Die Investoren stellten Alemannias Funktionären ihre Einstiegspläne über eine Powerpoint-Präsentation vor. Für Mittwoch war dann ein verbindliches Dokument angekündigt.

Die Männer müssen dann zeitnah entscheiden, ob der Entwurf für die Übernahme von Anteilen flächendeckend Gefallen findet. „Es klingt ja durchaus charmant, aber wir müssen uns eingehend mit den vertraglichen Details beschäftigen“, sagte Thomas Wenge, kommissarischer Vorsitzender der Fan IG, nach der Präsentation.

Die Gruppe mit Michael Kölmel, Florian Meise und Wolfgang Holzhäuser hatte sich in mehreren Gesprächskreisen vorgestellt. „Es war eine gute, konstruktive Gesprächsatmosphäre“, sagt Aufsichtsratschef Christian Steinborn. In den nächsten Wochen muss nun herausgefiltert werden, ob dieses Angebot „in Stein gemeißelt ist“, wie es hinter verschlossenen Türen anklang.

Die Gruppe um Kölmel hat jedenfalls ein paar Hausaufgaben hinterlassen. Sie will die Uhr auf null stellen, die finanziellen Verbindlichkeiten sollen bis zu einem möglichen Einstieg beseitigt sein. Die Investoren wollen in die Zukunft investieren. Um nicht von der Vergangenheit eingeholt zu werden, wünschen sie sich deswegen auch eine Bescheinigung des ehemaligen Insolvenzverwalters Rolf-Dieter Mönning, dass aus dem alten Verfahren keine weiteren Forderungen mehr zu erwarten sind.

Das macht die Sache durchaus knifflig, denn erwartet werden Weichenstellungen, die Alemannias Funktionäre gar nicht selbst in der Hand haben. Die Geldgeber haben zum Beispiel den Wunsch, dass der städtische Tivoli-Mietvertrag, der bis Mitte Juni 2020 läuft, langfristig (15 Jahre) zu den aktuellen Konditionen verlängert wird. Auch das steht im Pflichtenheft. Mit der Stadt soll auch der „Sanierungserlass“ geklärt sein.

Das ist ein altes Thema, das in der Insolvenzzeit entstanden ist. Durch den Wegfall von Millionenforderungen entstand ein „virtueller Gewinn“, der theoretisch versteuert werden müsste. Eine solche Nachforderung – im Raum stehen 1,7 Millionen Euro – wäre dann gleichzeitig das Ende des Klubs.

Im Verein warten sie nun auf das Angebot. Kölmel & Co. erwarten einstimmige Signale der Zustimmung von den Gremien. Das ist eine hohe Hürde, denn in den letzten Monaten gab es durchaus Vorbehalte, die letzten Kisten Tafelsilber zu verkaufen. „Für den Aufsichtsrat geht es darum, mögliche Alternativen vorzubereiten“, sagt Steinborn. Parallel werde derzeit auch ein Plan B für eine Kollekte auf eher regionaler Ebene vorbereitet. Die Details sollen im Januar vorgestellt werden.

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