Larnaka - Im Intercity-Tempo Richtung Alemannia

Im Intercity-Tempo Richtung Alemannia

Von: Roman Sobierajski
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Am Ball: Jochen Seitz (links) während seiner ersten Trainingsheit im Aachener Kader hier mit Patrick Milchraum (rechts) und Soumaila Tassembedo. Foto: Roman Sobierajski

Larnaka. Auf einmal ging es dann im Intercity-Tempo: Jochen Seitz hatte schon zum Handy gegriffen, um bei der TSG Hoffenheim das Training abzusagen - ein Infekt war im Anzug. Dann erreichte den 32-Jährigen die Nachricht, dass der Wechsel zu Alemannia Aachen geklappt hatte und es schon am nächsten Tag Richtung Zypern ins Trainingslager gehen sollte.

Also die Koffer gepackt, Tochter und Sohn in der Kindergarten gebracht und sich verabschiedet, 330 Autobahn-Kilometer bis zum Tivoli, dann zum „Knie-Check” bei Dr. Achim Dohmen im Krankenhaus Geilenkirchen wegen des Kreuzbandrisses vor zwei Jahren, anschließend elf Stunden Anreise nach Larnaka. Dann schlug der angekündigte Infekt zu: Der Neuzugang musste vom Kader isoliert werden, nicht wie geplant ins gemeinsames Zimmer mit Mirko Casper.

„Da hat es mich richtig aufs Bett gehauen”, bewertet Seitz seinen „perfekten Einstand” bei der Alemannia. Und weil auch in Hoffenheim bislang Krafttraining und Ausdauer im Mittelpunkt des Trainings standen, bedeutete die Trainingseinheit´am Mittwoch, die erste im schwarz-gelben Dress, auch den ersten Kontakt mit dem Ball seit geraumer Zeit für Seitz, der bereits in Unterhaching, beim VfB Stuttgart, Kaiserslautern, Schalke und dem HSV der Mann für die rechte Seite war.

„Ich bin momentan bei 70 bis 75 Prozent meiner Leistungsfähigkeit”, schätzt der 32-Jährige ein und besitzt auch die Fähigkeiten zur richtigen Einordnung, denn schließlich hat er bereits den A-Trainerschein.

Der Wechsel nach Aachen war recht kurzfristig über die Bühne gegangen, eingefädelt von Sportdirektor Andreas Bornemann, Mitte Dezember. „Ich habe ihm gesagt, dass ich unbedingt weg möchte aus Hoffenheim.

Ralf Rangnick hatte mir mitgeteilt, dass er nicht mehr mit mir plant, weil er eine junge Mannschaft aufbauen will, dabei hatte ich eine gute Vorbereitung, schildert Seitz den Grund für den Wechsel: „Alles hat für Aachen gesprochen, die Fans, das neue Stadion, das Ende der Fahnenstange ist auch für die Mannschaft noch nicht erreicht. Schließlich habe ich in der vergangenen Saison selbst mit Hoffenheim zu Hause gegen Aachen verloren.

Doch wie erlebt man den Wechsel von einem Klub, bei dem wahrscheinlich sogar die Stutzen nach sportwissenschaftlichen Erkenntnissen gebügelt werden, hin zu einem Verein im Umbruch, eine Klasse tiefer? „Das ist zurück zu den Wurzeln und erinnert mich an meine Zeit in Unterhaching, wo wir auch riesigen Erfolg hatten, weil die Fans hinter uns standen, meint er.

Als Verschiebemasse für Aachens Problemseite sieht sich der Erlenbacher aber nicht, auch wenn er bereits sowohl die offensiven wie defensiven Positionen rechts gespielt hat. „Herumgeschoben werden möchte ich eigentlich nicht. Doch dafür muss ich selbst Leistung bringen und vorneweg marschieren”, schätzt Seitz ein.

Das Thema „Führung” hat beim ersten Gespräch mit Jürgen Seeberger ein eigenes Kapitel bekommen: „Der Trainer hat mir gesagt, dass auf dem Platz zu wenig miteinander gesprochen wird, dass es an gegenseitiger Hilfe fehlt.”

Dass die Unterschrift in Aachen unter einen Vertrag über 18 Monate mit anschließender Option die letzte unter einen Profivertrag gewesen sein könnte, ist Jochen Seitz bewusst. „Ich gehe davon aus, dass ich in Aachen meine Laufbahn beenden werde. Wenn es gut läuft, hänge ich anschließend sogar noch ein Jahr oder auch noch ein weiteres dran”, sieht Seitz seine Perspektiven.

Und er wäre ja auch nicht der erste Profi, der am Tivoli seinen zweiten oder dritten Frühling erleben würde: Eric van der Luer, Willi Landgraf und Erik Meijer haben es erfolgreich vorgemacht.
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