Hyballa: „Team pustet dann aus dem letzten Loch”

Von: Roman Sobierajski
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In drei Wochen seid ihr bitte wieder hier: Zweitliga-Trainer wie Peter Hyballa müssen sich damit anfreunden, dass sie mit ihren Teams in einem Experiment mitmachen sollen.Fotomontage: ZVA/Thomas Horst

Aachen. Manchmal hält man eine Neuerung spontan für eine gute Entscheidung, und erst auf den zweiten Blick offenbart sich, welche Konsequenzen damit verbunden sind. „Beim beschlossenen früheren Start der 2. Liga in der kommenden Saison schlagen zwei Herzen in meiner Brust”, bekennt Alemannias Sportdirektor Erik Meijer.

Im kommenden Jahr beginnt der Spielbetrieb im Fußball-Unterhaus bereits am 15. Juli, bis zur - dann längeren Winterpause - finden 19 Spieltage statt, so dass beide Ligen zeitgleich enden.

Bewährt sich das Experiment, wird es wohl zumindest in den ungeraden Jahren fortgeführt. In den geraden Jahren verhindern Welt- und Europameisterschaft, dass der 2. Liga kurzfristig die Fußballbühne in Deutschland allein gehört. „Das ist schon reizvoll, einen Sonderstatus zu haben, weil die Bundesliga und die Dritte Liga später starten”, listet Meijer den Vorteil aus Managersicht auf, der sich beim Blick in den Rahmenterminkalender des DFB allerdings schnell relativiert: Zum Saisonstart spielt die Zweite Liga gegen weibliche Konkurrenz an, wenn bei der WM im Frauen-Fußball im eigenen Land die übriggebliebenen besten Mannschaften um das „Weltkrönchen” und die Plätze zwei, drei und vier antreten.

Eine Woche später dürfte der Blick auf die Realitäten der Zweiten Bundesliga auch nicht ganz ungetrübt sein, schließlich spielen der Deutsche Meister und der Pokalsieger im Supercup gegeneinander. „Einmal haben die Mädels die ganz große Bühne in Deutschland, und ausgerechnet am Finalwochenende haben sie auch noch Konkurrenz”, ist der Aachener Manager mit der Überschneidung nicht sonderlich zufrieden.

„Ich bin ja ein Sunnyboy”, bekennt dagegen Alemannia-Trainer Peter Hyballa. „Und insofern ist es auch nicht schlecht, im Sommer bei schönem Wetter ein paar Spiele mehr zu haben.” Allerdings verkürzt sich durch die Neuregelung auch die Sommerpause dramatisch. Der Kader muss sich einspielen, Trainingslager, Foto- und Marketingtermine müssen in die knapp bemessene Zeitspanne gepresst werden. „Da bleiben gerade mal drei Wochen Sommerpause, und wir haben ein junges Team, das pustet dann aus dem letzten Loch”, schätzt Hyballa. „Aber im Fußball wird schnell gemeckert, wenn es um Traditionen geht.”

Diese „Traditionen” werfen dann in der kommenden Saison weitere Probleme auf, die geregelt werden müssen. Denn traditionell laufen die Spielerverträge bis zum 30. Juni, und traditionell endet die Transferphase erst Ende August. „Wer bezahlt eigentlich den letzten Monat, wenn ein Spieler etwa aus Wolfsburg oder Hoffenheim ab Anfang Juni bei uns die Saisonvorbereitung mitmacht, aber bei seinem alten Verein noch bis zum Monatsende unter Vertrag steht?”, wirft Meijer eine nicht nur hypothetische Frage auf.

Geklärt werden muss zudem die Frage, wie man mit den Kickern umgeht, mit denen man nicht in die kommende Saison gehen will und die noch keinen neuen Verein gefunden haben. Ein „Abschieben” zur Zweiten Mannschaft dürfte für die meisten Zweitligisten nicht in Frage kommen, da die Profis vertraglich geregelt Anspruch auf Training mit einem Fußballlehrer haben, den sich die meisten Klubs bei ihrer „Zweiten” nicht leisten können oder wollen.

Bleibt als letztes Problem der Umgang mit der dann längeren Winterpause. Schließlich müssen die Kader auch in dieser Zeit bezahlt werden, in denen die Vereine in der spielfreien Periode keine Einnahmen an den Kassenhäuschen haben. „Vielleicht kann man ein riesiges Indoor-Turnier mit Zweitliga-Mannschaften ins Leben rufen, um Geld zu generieren”, hat Meijer bereits eine Idee.
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