Harmlos in Ostwestfalen: Alemannia kassiert erste Niederlage

Von: Christoph Pauli
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Alemannia Aachen musste am Samstag die erste Niederlage der Saison einstecken.

Rheda-Wiedenbrück. Nach dem Spiel gab es zwei Tage frei. Definitiv keine Belohnung, sondern eher Bedenkzeit. „Da kann jeder mal überlegen, was er verbessern kann“, schlug Trainer Peter Schubert vor. Am siebten Spieltag riss die schöne Serie, Alemannia verlor beim SC Wiedenbrück erstmals in dieser Saison.

Dieses triste 0:1 war die nahtlose Fortsetzung der Partie gegen die Sportfreunde Lotte vom Wochenbeginn. Die Schwarz-Gelben erarbeiteten sich auch gegen einen schwächeren Gegner kaum Gelegenheiten, waren harmlos unterwegs, besaßen wenig Zug zum Tor, kaum Durchschlagskraft. Die große Leidenschaft war mit wenigen Ausnahmen nicht erkennbar. Die Partie lag weit unter den eigenen Ansprüchen, und so musste der Trainer den Gastgebern zu einem „verdienten Sieg“ gratulieren.

Dagistan startet erstmals

Schubert hatte seine Formation nach dem Spiel gegen die Sportfreunde reformiert. Sahin Dagistan stand erstmals beim Anstoß auf dem kleinen Platz. Der Neuzugang ersetzte Kevin Behrens. Aimen Demai und Rafael Garcia liefen wieder auf (für Tim Lünenbach und Bastian Müller). Der Kapitän war zuletzt schmerzlich vermisst worden. Demai unterliefen zwar überraschend viele Abspielfehler an diesem Tag, welche Bedeutung er für die Organisation seiner Mannschaft besitzt, wurde dennoch früh wieder klar. Die neuralgische Wade – vielleicht das wichtigste Körperteil im Kader – zwickte wieder, nach einer halben Stunde war Feierabend. Der Kapitän wurde im defensiven Mittelfeld. ersetzt durch Kris Thackray.

Dessen Kaltstart misslang deutlich, beim übermotivierten Briten wurden zunächst mehr Fouls als Ballkontakte registriert. Alemannias Struktur ging verloren, die Mannschaft verlor das Zutrauen in die eigene Stärke, zumeist wurden fortan die Bälle weit und hoch in den ostwestfälischen Herbsthimmel getreten. „Eine halbe Stunde haben wir das Spiel kontrolliert, dann kam ein Bruch ins Spiel“, beobachtete auch Dennis Dowidat. Bis dahin besaßen die Gäste gefühlte 80 Prozent Ballbesitz, ohne dass daraus viele Gelegenheiten resultierten. Mal wurde Dowidat von Jure Colak angeschossen, der schmerzhafte, unfreiwillige Kopfball verfehlte das Ziel (21.). Dann klärte Marcel Hölscher per Fußabwehr gegen Dowidat, nachdem ihn Garcia freigespielt hatte(27.) .

Die Hausherren entdeckten erst spät, dass in der gegnerischen Hälfte auch ein Tor aufgestellt war. Der präzise Fernschuss von Massih Wassey klatschte an den Pfosten (39.). Fast hätte die schwache erste Halbzeit für die 1205 Zuschauer noch eine Pointe gehabt. „Wir haben uns reingearbeitet in diese Partie, wurden mit jeder Minute euphorischer“, empfand Trainer Alfons Beckstedde.

Besser unterhalten wurden die Beobachter auch nach dem Wechsel nicht. Aachen schnürte die Hausherren zwar ein bisschen ein, ein, zwei harmlose Kopfbälle waren die einzige Ausbeute. „Wir haben es nicht verstanden, effektiv nach vorne zu spielen“, räumte Schubert nach getaner Arbeit an. „In der Woche probieren wir den flachen Spielaufbau, am Spieltag machen wir das Gegenteil“, wunderte er sich am Spielfeldrand. Die erste Ecke bekamen die Gäste nach 76 Minuten zugeteilt, die mündete prompt in einen Konter der Wiedenbrücker . . .

Keeper Löhe mit dickem Hals

Es wurde immer langweiliger, Tore versprach die Partie nicht mehr. „Es war ein typisches 0:0-Spiel“, spürte nicht nur Dowidat. Es kam anders, die Aachener fingen sich naiv ein Tor ein. Hackenberg ließ Kamil Bednarski erst durch das Mittelfeld dribbeln, verlor dann den Stürmer aus den Augen, der eine Flanke aus kurzer Entfernung einschob zum 1:0 (85.).

„Wenn man so um Gegentreffer bettelt, muss man sich nicht wundern“, kam Keeper Frederic Löhe mit einem dicken Hals vom Platz. Die Gäste hätten – wie üblich – noch einmal in der Schlussphase punkten können. Tobias Mohr scheiterte bei seiner Profi-Premiere in der Nachspielzeit an Torwart Hölscher. Die überflüssige Niederlage stand fest.

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