Aachen - Haarige Wette: Trägt Trainer van Eck bald eine Glatze?

Haarige Wette: Trägt Trainer van Eck bald eine Glatze?

Von: Christoph Pauli
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So könnte die Nummer ausgehen, wenn René van Eck erst seine Wette und dann seine Haarpracht verliert. Foto: imago/osnapix/Montage: Günter Herfs
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Noch sind die langen Haare dran. Foto: Wolgang Birkenstock

Aachen. Und jetzt wird es ziemlich persönlich. Alemannias René van Eck hat seiner Mannschaft eine Wette angeboten, die die Gruppe nicht ausschlagen konnte. „Siegt ihr vier Mal in Serie (Chemnitz, Darmstadt, Rostock, Erfurt), trage ich eine Glatze.“ Für den Trainer wäre es einerseits nahezu das größtmögliche Opfer.

„Ich fühle mich mit langen Haaren wohl, also sollen mich die Leute so akzeptieren. Ich wäre auch kein anderer oder besserer Trainer ohne Tätowierungen“, hat er zur Begrüßung gesagt. Beim FC Luzern ist er vor Jahren trotz großen Erfolgs einfach vom Hof gegangen, als sich der Präsident zu sehr an Äußerlichkeiten störte. Andererseits wirkt der Wetteinsatz kalkuliert. Ist die zauselige Mähne wirklich in Gefahr? Alemannia hat vier Mal in Folge verloren, dazu kam der Tiefschlag durch den Punktabzug – verfügt vom DFB.

Die ausgedünnte Mannschaft hat in den letzten Wochen den Schwung nach ihrer Grundsteinlegung im Januar verloren. Unverändert hält sie mit, ist auch in den letzten Wochen nicht auf unbezwingbare Gegner getroffen. Doch am Ende des (Spiel-)Tages hapert es dann doch, weil sie ihre Möglichkeiten achtlos wegwirft und unfassbar einfache Gegentreffer schluckt. Van Eck versucht, noch ein bisschen mehr Leistung und Motivation aus seinem Team herauszukitzeln. Der Ha(a)rdrocker würde die Hüllen fallen lassen.

Zum ersten Mal hatte der Trainer zuletzt in Burghausen den Eindruck, dass das Team nicht ans Limit gegangen ist. Van Eck war sauer, enttäuscht, er bemängelte den läuferischen Einsatz. Alle Gagdateien waren gelöscht nach der nächsten überflüssigen Niederlage.

Unter der Woche kam es auf seine Anregung hin zu einem intensiven Kabinengespräch. Die Profis sollten sich untereinander den Spiegel vorhalten. Es war nicht das einzige gemeinsame Projekt der Spieler. Ein Gastronom hatte die Profis zum Essen eingeladen. In Eupen fand ein Go-Kart-Rennen statt. René van Eck war nicht am Start, hatte aber klare Erwartungen wie das Rennen ausgehen sollte: „Wehe, es verletzt sich jemand bei so einem Spaß.“ Der Hinweis kam an, die Kabine ist gerade so dicht besiedelt wie seit langem nicht mehr. Bis auf die ewigen Patienten sind alle Spieler am Samstag gegen Chemnitz einsatzbereit.

Wenn die Zahl der Spieltage geringer wird, wird jede Partie noch wichtiger beim Kampf um den Klassenerhalt. Die Zeit rennt den Aachenern davon. 15 von möglichen 27 Punkten muss die Mannschaft nach Lage der Dinge in den nächsten Wochen einsammeln. „Gegen Chemnitz müssen wir damit anfangen.“ Für den spielstarken Gegner ist die Saison schon gelaufen, er hängt im Niemandsland der Tabelle fest. „Sie haben mit Gerd Schädlich einen strengen Trainer, sie lassen sich nicht hängen“, hat Scout Hermann Grümmer zuletzt beobachtet.

Mario Erb soll die zuletzt etwas poröse Aachener Abwehr wieder abdichten. Der Innenverteidiger hat nach seinem Zehenbruch den letzten Belastungstest bestanden. Im Mittelfeld ist der junge Armand Drevina ein Wackelkandidat. Am Mittwoch bekam er einen Schlag aufs Knie, als er in der A-Jugend beim 1:1 gegen Fortuna Köln aushalf.

„Die Messer kommen langsam näher“, sagt van Eck und meint nicht die Klingen, die seine Haarpracht bedrohen. Die Mannschaft steht unter Punktzwang. Und könnte nebenbei am ersten Viertel der Glatze ihres Trainers arbeiten.

Den Ticker zum Spiel finden Sie hier.

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