Gueye erzielt Aachens erstes „eigenes” Tor

Von: Klaus Schmidt
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Das erste „richtige” Tor in dieser Saison: Babacar Gueye vollendet genüsslich. Foto: Kunz

Kaiserslautern. Es drohte ein kapitaler Fehlstart wie zuletzt vor 14 Jahren in der Regionalliga, Gerd vom Bruch hieß damals der Trainer, unter dessen Regie nur ein Punkt aus den ersten drei Spielen eingefahren wurde.

„Zwei Punkte sind auch zu wenig”, sagte nun am Sonntagnachmittag Patrick Milchraum. Eigentlich könnte Alemannia Aachen gut damit leben - 1:1 beim Bundesliga-Absteiger Karlsruher SC, jetzt 1:1 beim 1. FC Kaiserslautern. Wenn nur nicht dieses 0:5 gegen den FC St. Pauli gewesen wäre. „Logisch”, bestätigte Mirko Casper, „dass man da erst mal verunsichert ist.”

Dieses Spiel 1 nach dem Desaster war immerhin „der erste Schritt zur Wiedergutmachung”, Torhüter Thorsten Stuckmann durfte das ruhigen Gewissens behaupten, auch weil „die Fans gesehen haben, dass wir uns 90 Minuten komplett zerrissen haben”.

Auch Sportdirektor Andreas Bornemann atmete auf. „Nach der spürbaren Verunsicherung war das eine richtig gute Reaktion.” Und Trainer Jürgen Seeberger hofft, dass es „mit diesem 1:1 auch gewesen sein soll” in Sachen Abarbeiten des Traumas. „Wir fahren zufrieden nach Hause.”

Dieses Spiel kam daher wie so viele Partien in der hitzigen Atmosphäre des Betzenbergs, es glich einem Abziehbild des letztjährigen Aachener Gast-Auftritts. In der ersten Viertelstunde konnte einem angst und bange werden, Lautern schoss aus allen Rohren. Und nachdem Stuckmann seine Elf in der Partie gehalten hatte, führte Alemannias erster Ausflug Richtung FCK-Tor gleich zum 1:0.

Vergeblich warteten die Roten Teufel auf den Abseitspfiff, Babacar Gueye nahm den von Milchraum aufgelegten Ball elegant mit, umkurvte Torhüter Sippel und zog die Vollendung der ersten Aachener Eigenproduktion genüsslich in die Länge (17.).

„Ich bin glücklich - erstes Spiel von Anfang an, erstes Tor”: Der Senegalese zeigte, „warum wir ihn geholt haben” (Bornemann). Auch Stuckmann lobte: „Babs findet immer mehr zu uns. Das Geld, das wir für ihn ausgegeben haben (in Metz werden 800000 Euro kolportiert) wird sich noch lohnen.” Verärgert war Gueye aber auch, „weil wir nicht gewonnen haben”. Nach dem Rückstand verlor Lautern immer mehr an Kontrolle und Elan, „und in der zweiten Halbzeit haben wir kaum noch was zugelassen”, Seeberger beobachtete vielmehr ein Team, das „auf das 2:0 ging”. Oussal wurde von Rodnei „massiv” von den Beinen geholt, Andreas Bornemann verstand den ausbleibenden Elfmeterpfiff nicht: „Mit beiden Füßen voraus - da spielt es keine Rolle, ob der Ball getroffen wurde oder nicht.” Das zweite Tor, insgesamt verdient, fiel auf der Gegenseite. In Überzahl an der Torauslinie ausgetanzt von Paljic, „das darf nicht passieren”, sagte Mirko Casper. Ilicevic hämmerte die Hereingabe unter die Latte (71.).

Das war nicht ganz so bitter wie der FCK-Ausgleich in der letzten Saison (Nachspielzeit) und lähmte auch keineswegs die Alemannen-Beine. Und mit etwas mehr Glück hätten die eingewechselten Kratz (als Flankengeber) und Adlung (als Vollstrecker) noch ihre eigene Geschichte geschrieben. Thorsten Burkhardt über den besten von zwei, drei Kontern: „Wenn wir das 2:1 machen, darf Lautern sich nicht beschweren.”

Doch auch so verpasste Alemannia den Pfälzern den ersten Stimmungsdämpfer - und zog sich mit viel Engagement am eigenen Schopf aus dem Sumpf, der vorübergehend die Luft zum Atmen genommen hatte. „Das”, sagte Babacar Gueye, „war eine Leistung, wie wir sie bringen können. In jedem Spiel.”
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