Garcia zieht Wiedenbrück den Zahn

Von: Christoph Pauli
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Hoch soll er leben: Dominik Ernst nimmt Alemannias eingewechselten Siegtorschützen Rafael Garcia gerne auf den Arm. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die Tagesziele waren erreicht. Alemannia gelang mit einem 2:1-Sieg die heiß herbeigesehnte Revanche gegen den SC Wiedenbrück. 10.900 Besucher bedeuteten zudem den zweitbesten Saisonbesuch. Und die bekamen zumindest einen spannenden Flutlichtabend geboten.

Das Ergebnis setzt zudem die Rivalen der Rennbahn weiter unter Druck. Alemannia wird auch nach diesem 24. Spieltag die (schiefe) Tabelle der Regionalliga anführen.

Peter Schubert hatte seine Elf stärker als notwendig umgebaut. Viktor Maier ersetzte wie erwartet Kevin Behrens; Überraschungsgast in der Aufstellung war Taku Ito, der erstmals in der Startformation auftauchte. Der kleine wuselige Stürmer sollte ein paar Löcher in die Deckung der Gäste fräsen. Die packten wenig überraschend erst mal den Stacheldraht aus: Zwei dichte Riegel mit sieben meist groß gewachsenen Hünen hatte Ali Beckstedde aufgeboten. Dem Trainer fehlten die Stürmer. Der treffsicherste, Massih Wassey, ist gesperrt, Winterschnäppchen Timmy Thiele noch in der Reha. „Wenn alles zusammenpasst, ist dennoch eine Überraschung möglich“, hatte Beckstedde vor dem Anpfiff gesagt. Pfeifen im dunklen Wald?

Alemannia übernahm rasch die Spielkontrolle, schnürte die Gäste minutenlang ein. Keine Frage, wer hier der Chef im Ring sein wollte. Die Gäste überstanden die erste Sturm- und Drangphase ohne größere Blessuren, ehe sie selbst erstmals die gegnerische Hälfte erkundeten. Oliver Zech schlug einen Freistoß von der linken Seite herein. Der Ball wäre fröhlich in den fangbereiten Armen von Keeper Frederic Löhe gelandet, tja, wenn Tim Jerat die Kugel nicht ins eigene Netz abgefälscht hätte (14.). Alemannia legte sich selbst ein faules Ei ins Netz, „aber wir haben eine so große Qualität im Kader, dass wir uns davon nicht beeinflussen lassen“, erklärte Maier später.

Der Treffer spielte den lauernden Gästen, die seit über drei Monaten auf einen Sieg warten, in die Karten. So ein Rückstand verunsichert den Tabellenführer aber auch nicht mehr sonderlich. Die Mannschaft hielt den Kopf oben, angetrieben von den starken Achsspielern. Tim Jerat: „Es war ein Arbeitssieg, wir hatten 90 Minuten lang die Kontrolle.“

Die Gelegenheit zum schnellen Ausgleich vergab Viktor Maier zu lässig. Sein Heber war eine leichte Beute für Marcel Hölscher (15.). Auch das nächste Duell entschied der Keeper für sich, den Schuss aus spitzem Winkel klärte er per Fuß.

Am Spielfeldrand kam Peter Schubert schnell auf Betriebstemperatur, der Trainer erregte sich über so manche Entscheidung von Schiedsrichter Dominik Jolk, der die ganz lange Leine mitgebracht hatte, was sich zunehmend rächte. Wiedenbrück entschied sich schon frühzeitig, so manche Sekunden herauszuschinden. Besonderes Talent demonstrierte dabei der Gästekeeper, der postwendend mit allerlei Gegenständen beworfen wurde. Die nächste Geldstrafe dürfte den vorbestraften Aachenern sicher sein.

Hölscher benötigte nur noch einmal ein bisschen Glück, als eine Freistoßflanke von Michael Lejan knapp am linken Torwinkel vorbeipfiff (32.). Dann zog bereits die Halbzeit herauf, ein letzter Steckpass auf Maier, und der letzte Zweikampf der Hauptdarsteller im ersten Durchgang stand an. Diesmal war der Stürmer der Sieger und vollendete zum 1:1 (45. +2). Der letzte Moment des Torwarts vor der prall gefüllten Fantribüne war sicher nicht sein bester.

Die Seiten wurden gewechselt, das Drehbuch blieb unverändert. Garcia, frisch eingewechselt für Graudenz, spielte Maier frei, der nur den Pfosten traf (47.). Die Intensität nahm zu, Wiedenbrück wehrte sich mit den falschen Mitteln. Barton, Deelen und Loose sahen die Gelbe, Markus Bollmann die Rote Karte. Der Innenverteidiger holte Ito mit der Wucht eines Sumoringers von den Beinen.

Die Führung war eine Frage der Zeit, sie fiel nach präziser Hereingabe von Maier, Garcia vollendete zum 2:1 (64.). Ito hätte den Spannungsregler runterziehen können, der Japaner scheiterte aus elf Metern (71.). Der Tabellenführer verpasste es, sein Torverhältnis noch ein wenig auszupolstern, weil Dowidat mit einem Heber nur die Latte traf (91.). Die einseitige Partie endete unnötig knapp. Zudem sah Aimen Demai seine fünfte Gelbe Karte, fehlt dem Primus am Samstag in Uerdingen.

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