„Fußballspiel der besonderen Art“: Aachen siegt gegen Köln II

Von: Klaus Schmidt
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Die Schwarz-Gelben trafen am Samstag drei Mal gegen den 1. FC Köln II. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Der neuen Nummer eins durfte man auch am Tag danach noch gratulieren. „Zum Sieg auf jeden Fall“, Philip Sprint und seine Vorderleute hatten am Samstag endlich den gefährlichen Trend gestoppt und die U 21 des 1. FC Köln geschlagen.

Mit den beiden Gegentoren beim 3:2 konnte natürlich gerade ein Torhüter weniger glücklich sein, „die waren ärgerlich und dumm. Aber Hauptsache gewonnen.“ Nach einer deutlich überlegen geführten ersten Halbzeit mit 3:0-Führung wurde es am Ende noch mal eng für Alemannia Aachen, beim Abpfiff des „Tihange-Spiels“ vor 21.100 Zuschauern war die Erleichterung deutlich spürbar.

Fuat Kilic durfte endlich mal wieder eine Pressekonferenz als Sieger-Trainer geben. „Heute kann ich stolz auf meine Mannschaft sein nach den letzten Wochen. Sie hat ein anderes Gesicht gezeigt.“ Die Situation war nicht einfach nach drei Niederlagen in Folge – „und dann vor dieser Kulisse kühlen Kopf zu bewahren“. Wobei der starke Meik Kühnel berichtete: „Der Druck war überhaupt nicht groß. Das ist doch der Traum jedes Fußballers, vor so einer Kulisse zu spielen.“

Fall ins Niemandsland verhindert

Den Kampf gegen den Fall ins Niemandsland der Tabelle vertraute Kilic einer auf vier Positionen veränderten Elf an. Herausragende und überraschendste Änderung: Zwischen den Pfosten übernahm Philip Sprint für Pascal Nagel, der sechs Tage zuvor bei Schalke II eigentlich keinen Grund zur Klage gegeben hatte. Alemannias Chefcoach versprach sich vom Wechsel mehr fußballerische Qualität im Spielaufbau schon von der ersten Station aus. Sprint erfuhr am Freitag von seinem Glück, „aber schon am Donnerstag hatte ich sowas geahnt, als ich beim Training im A-Team stand“.

Kilic erklärte Sprint nach dem Spiel zur Torwartlösung mindestens bis zur Winterpause. „Da soll er sich bewähren, zumal sein Vertrag ausläuft.“

Ebenfalls neu ins Team rückten Jannik Löhden, Meik Kühnel und Daniel Hammel (für Tobias Mohr, Dennis Dowidat und den körperlich geschwächten Philipp Gödde). Auch an der Taktikschraube wurde gedreht: Dreierkette mit Propheter-Löhden-Haitz, die Außenverteidiger Ernst und Winter rückten – wenn die Defensive gefordert war – nach hinten, Fejzullahu spielte hinter den Spitzen Rüter und Hammel.

Viel fehlte nicht, und das alte Leid wäre über die Schwarz-Gelben hereingebrochen. Mit einer Volley-Direktannahme scheiterte Laux nur knapp am Kölner Führungstreffer (5.). Statt eines erneut frühen Rückstands trug Alemannia dann mal wieder einen frühen Führungstreffer in den Spielbericht ein. Kilic: „Heute lief es mal umgekehrt.“ Dominik Ernst flankte von rechts, der nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannte Florian Rüter drückte den Ball mit einem Aufsetzer über die Linie (11.). Drei Minuten später zirkelte Kühnel den Ball auf den Schädel von Löhden, der Verteidiger verpasste das 2:0.

Während der FC keine Aufgaben für Sprint mitgebracht hatte, bewies Alemannia ungeheure Effektivität. Nach einem zu kurz geratenen Befreiungsversuch landete der Ball auf dem Fuß von Mergim Fejzullahu, aus 20 Metern traf der Ex-Düsseldorfer satt und chancenlos für Kölns Keeper Müller (19.). Aachen hatte den Taktstock in der Hand, kontrollierte Ball und Gegner und blieb gefährlich, auch wenn man nicht gerade von einem Chancenfestival sprechen konnte. Kühnels Freistoß nach einer halben Stunde hätte fast das 3:0 gebracht.

Sprint musste dann doch mal die Hände auspacken bei einem Freistoß von Guirassy (37.). Drei Minuten vor der Pause war’s um den FC dann vorentscheidend geschehen: Kühnel schlug einen Eckball herein, Löhden wuchtete mit dem Kopf das 3:0 auf die Anzeigetafel.

Der Kilic-Plan, das Spielfeld klein zu halten und dem FC keine Möglichkeiten zur Entfaltung zu bieten, war aufgegangen. Kühnel hatte das 4:0 auf dem Fuß, Müller lenkte den Ball um den Pfosten (52.). Doch im Gefühl einer sicheren Angelegenheit ließ Alemannia die Zügel lockerer, packte nicht energisch zu. Die Strafe: das 1:3 durch Prokophs Kopfball nach Flanke von Hartel (57.). Und nach einem Missverständnis zwischen Sprint und Löhden wäre Guirassy fast der Anschlusstreffer gelungen. Erst eine Viertelstunde vor Schluss fand Aachen offensiv wieder statt, Fejzullahu verzog knapp aus spitzem Winkel. Ernst versuchte sich dann noch von der Strafraumgrenze aus, der Ball flog über die Latte (89.). In der dritten Minute der Nachspielzeit verkürzte Guirassy auf 2:3.

„Im Unterbewusstsein zieht man sich bei 3:0 dann doch zurück“, versuchte sich Florian Rüter an einer Erklärung für den am Ende knappen Sieg. „Aber in der ersten Halbzeit haben wir gute Werbung betrieben.“ Darauf hofft auch Fuat Kilic: „Dass wir ein paar Zuschauer überzeugen konnten, uns auch demnächst zu unterstützen.“

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