Funkel: „Wir sind auf dem richtigen Weg”

Von: Klaus Schmidt
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Alle mal herkommen: Friedhelm
Alle mal herkommen: Friedhelm Funkel (Dritter von rechts) leistete noch auf dem Feld in Bochum Aufbauarbeit. Foto: imago/Team 2

Bochum/Aachen. Unangemeldeter Besuch stand im Türrahmen der Kabine von Christian Bandurski. Erik Meijer wollte mal reden mit dem Schiedsrichter, doch Alemannia Aachens Manager traf ihn nicht mehr an. Bandurski hatte in der 90. Minute in Bochum den Zorn auf sich gezogen, weil er den Elfmeterpfiff gegen Andreas Luthe nur mit einer Gelben Karte für den VfL-Keeper garnierte.

Meijer lud seinen Ärger dann bei Ex-Referee und Beobachter Hellmut Krug ab: „Ich habe versucht, auf ruhige Art zu erklären, dass diese Entscheidung schwerwiegende Folgen haben kann - vielleicht nicht jetzt, aber am Ende der Saison.” Krug hielt sich an die Diktion „keine klare Torchance” durch Tobias Feisthammel - den Frust über die 0:1-Niederlage linderte das nicht. Und so viel gestand auch Meijer ein: „Dass wir den Elfmeter reinschießen müssen, ist Teil zwei der Geschichte.”

Die Aachener Empfindlichkeiten sind andere, als sie an einem bedeutungslosen letzten Spieltag wären. Wie in Dresden gab die Mannschaft in der Nachspielzeit Zählbares aus der Hand, „drei Punkte haben wir in den letzten Sekunden liegengelassen”, rechnete Trainer Friedhelm Funkel vor. Über den Rasen verteilt lagen die Spieler am Freitagabend auf dem Boden, Aimen Demai, der Fehlschütze, „hatte Tränen in den Augen”.

Da tat Funkel etwas, was er ansonsten als neuzeitliche Marotte der sogenannten „Konzept-Trainer” wenig schätzt: Er bat zum Mannschaftskreis. „Aus einem Bauchgefühl heraus. Ich dachte: Du musst jetzt was machen. Und ich denke, dass die aufmunternden Worte gut angekommen sind.” Nach der wohl besten Halbzeit, die Alemannia seit dem Saisonstart in Aue gespielt hat. Doch am Ende der 13. Runde ist Aachen wieder Tabellenletzter - und steht so schlecht da wie selbst zum gleichen Zeitpunkt vor 22 Jahren nicht, als der Klub sich erstmals in seiner Geschichte in die Drittklassigkeit verabschiedete.

„Wir müssen die positiven Dinge mitnehmen”, sagen Erik Meijer und Friedhelm Funkel im Gleichklang. „Trotz aller Niedergeschlagenheit - wir sind auf dem richtigen Weg”, der Trainer erkennt stabilere Leistungen und leitet daraus ab, dass sich die dringend nötigen Erfolge schon einstellen werden. Einen schönen Vorschlag unterbreitet der Manager: „Das erste Gesicht” - Halbzeit eins in Bochum - „im Keller verschließen und den Schlüssel schlucken. Das zweite Gesicht hat mir wesentlich besser gefallen”, Reinhold Yabo sei ein Paradebeispiel.

In Meijers Schimpftirade über den Schiedsrichter stimmte Funkel übrigens nicht ein. „Es sollte wohl eine klare allgemeine Sprachregelung geben, aber wir können uns nicht beklagen.” Schließlich hatte seine Mannschaft schon zuvor etliche Chancen ausgelassen, um wenigstens einen Punkt aus Bochum mitzunehmen. Es folgt am Sonntag der nächste Abstiegsgipfel, gegen einen weiteren Ex-Klub Funkels, den MSV Duisburg. Es ist Aachens 1000. Auftritt in Liga zwei, Sieg Nummer 402 tut Not.
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