Fuat Kilic: „Ich bin stolz auf meine Jungs“

Von: Helga Raue
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Der entscheidende Moment: Wuppertals Keeper und Abwehr sind geschlagen, Joy-Lance Mickels (rechts) erzielt nach einer schönen Kombination das entscheidende 1:0 für die Alemannia. Foto: Jérôme Gras

Aachen. Verdächtig blitzte es in Fuat Kilics Augen. Alemannias Coach hatte bei der Pressekonferenz sichtlich mit seinen Emotionen zu kämpfen. Es war Spiel 1 nach der Bekanntgabe, dass er seinen auslaufenden Vertrag beim Aachener Fußball-Regionalligisten nicht verlängern würde.

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft, das sind gute Jungs, sehr selbstkritisch. Wir wollten nach dem schlechten Spiel eine Reaktion zeigen, das ist eindrucksvoll gelungen“, lobte Kilic nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den Wuppertaler SV, dem fünften Heimsieg der Aachener in Serie.

Hälfte 1 stellte die Fans auf eine Geduldsprobe. Die als „Westschlager“ titulierte Partie gegen den starken Aufsteiger begann zäh, auch weil kein rechter Spielfluss aufkam, die Begegnung immer wieder unterbrochen wurde. „Ich habe selten so viele Unterbrechungen in einem Spiel erlebt wie heute. Das war sehr intensiv und umkämpft“, meinte auch Dominik Ernst.

Die Alemannia, die im 4-3-3-System mit einer Raute spielte, fand besser als der Gast in die Partie, erspielte sich jedoch kaum zwingende Chancen, auch weil die Wuppertaler defensiv die Räume eng machten. Zudem fehlte oft die Präzision, schöne Kombinationen blieben eher Mangelware, die Partie geriet über weite Strecken zu Stückwerk. Joy-Lance Mickels (11., 24.) hatte zwei Möglichkeiten, doch beide Schüsse, der zweite ein Freistoß aus 25 Metern, gingen knapp vorbei. Auf der Gegenseite strich ein Freistoß von Jan Holldack (21.) vorbei.

Aachen hatte mehr Ballbesitz, machte aber zu wenig daraus. Aufregend wurde erst die Schlussphase der ersten Hälfte, als nach einem Revanchefoul von Necirwan Khalil Mohammad – der Gelb sah und am Mittwoch in Sprockhövel gesperrt fehlen wird – WSV-Kapitän Gaetano Manno (sah ebenfalls Gelb) ausrastete und es zu einer Rudelbildung kam. In der Nachspielzeit die beste Chance der ersten 45. Minuten: Ein Schuss von Holldack vom Rand des Sechszehners prallte an den Innenpfosten, der Nachschuss von Manno ging knapp am Gehäuse vorbei.

Das Spiel hatte Fahrt aufgenommen, nach der Pause übernahmen die Gastgeber wieder die Spielkontrolle, hatten nun mehr Zug zum Tor: Mohammad setzte sich zentral durch, legte quer auf Mickels, der aus sieben Metern ins lange Eck zum 1:0 (55.) einschob. „Ich dachte erst, das ist aussichtslos“, bekam der Torschütze noch eine halbe Stunde nach dem Spiel das Lachen nicht aus dem Gesicht. „Mergim (Fejzullahu) dribbelte, spielte zu Necirwan, der den Ball aber zu kurz zu mir schoss. Ich habe es dann einfach versucht und durch die Beine des Wuppertaler geschossen“, beschrieb der 22-Jährige seinen Treffer, dem eine schöne Kombination vorausgegangen war.

In der Folge drängte Wuppertal und tauchte immer öfter im Aachener Strafraum auf, stellte die Gastgeber aber selten vor größere Probleme. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich war ein weiter Ball von Tim Bodenröder auf Holldack (82.), der den Ball kurz vor dem Tor aber nicht richtig unter Kontrolle bekam. Meik Kühnel (63.) mit einen Freistoß ans Außennetz, Philipp Gödde (66.) nach einem Solo von Ernst über rechts sowie nach einer Hereingabe von Fejzullahu (81.) – das waren die Aachener Möglichkeiten, zwingend waren sie jedoch nicht. Einen Moment stockte den Alemannia-Fans kurz vor Ende der fünfminütigen Nachspielzeit noch der Atem, als Aachens Keeper Mark Depta bei einem Freistoß per Faust nicht ganz sicher abwehrte – doch dann waren die drei Punkte eingetütet.

„Es war ein sehr kämpferisches Spiel. Es ging eigentlich die ganze Zeit hin und her – so wie man sich das in England vorstellt“, sagte Mickels. Was auch die Trainer unterstrichen: „Das waren umkämpfte 90 Minuten, wir haben über die gesamte Dauer nicht richtig ins Spiel gefunden, auch weil Aachen das gut gemacht hat“, zollte Stefan Vollmershausen den Gastgebern Respekt. „Wir haben dem Gegner den Schneid abgekauft, guten Kombinationsfußball gezeigt, auch wenn wir zum Schluss etwas unter Druck geraten sind“, strahlte Kilic. Bereits am Mittwoch geht es in Sprockhövel weiter.

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