Fejzullahu lässt den Tivoli jubeln: Sieg gegen Wiedenbrück

Von: Helga Raue
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Kollektiver Jubel: Mergim Fejzullahu (Fünfter von rechts) wird vom seinen Mitspielern und dem Funktionsteam gefeiert. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Und dann wurden doch noch Karnevalslieder auf dem Tivoli angestimmt und die „Öcher Jonge“ besungen. Als das Remis schon eingetütet schien, schlugen die fünf Minuten des Mergim Fejzullahu: Mit einem Traumtor schoss der 22-Jährige die Alemannia in Führung und setzte mit einem direkt verwandelten Freistoß in der Nachspielzeit auch den Schlusspunkt.

Mit 3:1 (0:0) – Meik Kühnel (61. Minute) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgt – bezwang der Aachener Fußball-Regionalligist den SC Wiedenbrück und feierte mit den 4800 Fans.

Geduld ist gefragt

Geduld war das Stichwort, unter dem die Partie stand. Denn wie im Hinspiel blieben die Aachener ein ums andere Mal in der gut gestaffelten Abwehr der Wiedenbrücker, die auch in der Rückwärtsbewegung schnell ihre Reihen schloss, hängen. Das Team von Fuat Kilic fand dennoch gut ins Spiel, in dem sich zu Beginn beide Teams auf Augenhöhe begegneten. Doch wie im Hinspiel ließ die Effizienz im Abschluss zu wünschen übrig, wenn es diesmal auch keine Hochkaräter, so aber doch einige gute Möglichkeiten gab, noch vor der Pause in Führung zu gehen.

Nach einer Kühnel-Ecke und Nachschuss von Jerome Propheter (4.) rettete Marvin Büyüksakarya auf der Linie, nur drei Minuten später konnte Propheter auf der Gegenseite gerade noch einen Schuss von Oliver Zech zur Ecke abblocken. Nach einem Zweikampf zwischen Jannik Löhden und Gökan Lekesiz (11.) reklamierte der Wiederbrücker, der von 2010 bis 2012 für Alemannia Aachen II spielte, vergeblich Elfmeter. Zunehmend hatte Aachen mehr Ballbesitz, übernahm die Spielkontrolle und kam auch zu mehr Möglichkeiten. „Ich denke, es waren insgesamt 15:2 Chancen und 12:2 Ecken“, rechnete Kilic am Ende nach. „Es war das erwartete Spiel. Wir hatten mehr Ballbesitz, mussten zu Hause das Spiel machen, während der Gegner über Konter Nadelstiche setzte.“

Einige der Möglichkeiten: Dominik Ernst (19.) nach Vorarbeit von Daniel Hammel, Hammel nach einem Freistoß von Tobi Mohr und im Nachsetzen Florian Rüter (25.), in dessen Schuss sich noch ein Wiedenbrücker warf, und erneut Rüter (29.), dessen Schuss nach einer Flanke von Nils Winter abgeblockt wurde. Dann ging nichts mehr, der Oberschenkel zwickte, für Rüter kam Joy-Lance Mickels (41.).

Mit einem Solo von Mickels, der sofort eine Belebung war, ging es nach der Pause weiter, doch Mohr versuchte danach querzulegen, statt abzuschließen – die vergebenen Chancen häuften sich. Das sollte sich rächen: Sebastian Spinrath flankte in den Strafraum, Aachens sonst aufmerksamer Keeper Pascal Nagel ließ den Ball an den langen Pfosten fliegen. Dort stand Lekesiz, der den Ball nach innen brachte, und mit einem schönen Fallrückzieher erzielte Pierre Merkel (53.) aus fünf Metern das Wiedenbrücker Führungstor.

Aachen schüttelte sich nur kurz, schaltete gleich einen Gang höher. Und agierte im Abschluss energischer: Nach einer Mohr-Ecke wehrte SC-Keeper Marcel Hölscher noch gegen Philipp Gödde ab, doch Meik Kühnel (61.) stocherte den Ball diesmal energisch über die Linie. „Das war ein Push für die Mannschaft, das war die Wende“, freute sich Kühnel, in der zweiten Hälfte einer der besten Aachener, der zudem den Führungstreffer auf dem Fuß (70.) hatte, aber an Hölscher scheiterte.

„Das 2:1 war für mich einer der schönsten Momente in dieser Saison, da wurden viele Emotionen frei“, verfolgte Kühnel Fejzullahus Traumtor: Mit einem satten Freistoß aus rund 18 Metern ließ Joy-Lance Mickels den Pfosten des Wiedenbrücker Tors erzittern, der Ball kam zurück zu Mickels, er sah Fejzullahu (88.), der die weite Flanke volley ins lange Eck zimmerte – 2:1, ein Traumtor. Und Sekunden vor dem Schlusspfiff ließ Fejzullahu (90.+3) das 3:1 mit einem direkt verwandelten Freistoß folgen.

„Ich habe Joy-Lance gesehen und den Arm gehoben, der Ball kam so super, den musste ich einfach rein machen“, gab der strahlende Torschütze ein Teil der Komplimente gleich an seinen Mitspieler weiter. Der Treffer war gut fürs Selbstbewusstsein, das bekam kurz darauf auch Kapitän Timo Staffeldt zu spüren. „Beim letzten Freistoß habe ich mir den Ball geschnappt, gesagt, ich will schießen, weil ich mich so gut fühlte“, berichtete der 22-jährige Fejzullahu lachend. „Timo wollte, dass ich kurz spiele, aber ich wollte den Freistoß direkt verwandeln.“ Das gelang sehenswert.

„Wir haben uns unser Glück redlich erarbeitet. Die erste Hälfte war ausgeglichen, aber die zweite haben wir dominiert“, zog Kilic Bilanz. „Wir hätten unsere Chancen besser nutzen müssen, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden. Ich bin stolz, dass wir nach dem Rückstand drangeblieben sind, nicht aufgesteckt, sondern weitergekämpft haben.“ Zur Belohnung gab‘s wie versprochen zwei Tage frei zum Karneval-Feiern.

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