Fall Soukou: Essen verliert einen Punkt

Von: pa/dpa
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Der Spieler und sein Trainer: Marc Fascher könnte erst im Sommer wieder auf Cebio Soukou zurückgreifen - wenn das Urteil rechtskräftig wird. Foto: sport/revierfoto

Duisburg. Fünf Monate Sperre gegen den Fußballer Cebio Soukou und ein verlorener Punkt für Rot-Weiss Essen: Das Urteil im ersten Dopingverfahren in der Regionalliga West nahmen Spieler und Vereinsvertreter äußerlich gefasst zur Kenntnis.

Weil bei dem 22 Jahre alten Offensivspieler bei einer Dopingkontrolle die unerlaubte Substanz Methylhexanamin festgestellt wurde, verhängte die Spruchkammer des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV) gegen Soukou eine Sperre bis zum 29. Juni 2015. Zudem wurde das Spiel der Essener bei Sportfreunde Lotte (1:1) vom 6. Dezember 2014, bei dem die Kontrolle vorgenommen wurde, für Essen mit 0:2 als verloren gewertet.

Verein und Spieler teilten in einer Erklärung am Freitag mit, dass über die Möglichkeit der Berufung „in den nächsten Tagen“ entschieden werde. In der knapp vierstündigen Verhandlung, die auch von einem der Vertreter der Nationalen Anti-Doping Agentur (Nada) verfolgt wurde, gab Soukou an, dass er die verbotene Substanz unbewusst über ein Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen habe. Die Einschätzung, dass einem fraglichen Vitaminpräparat Methylhexanamin beigemischt war, ohne dass dieses auf der Packung angegeben war, bestätigte der Sachverständige Hans Geyer vom Kölner Institut für Biochemie, bei dem A- und B-Probe positiv analysiert wurden.

RWE sieht seinen Spieler, der noch bis 2016 unter Vertrag steht, durch das Untersuchungsergebnis moralisch entlastet. „Die Verhandlung vor der Spruchkammer hat dabei allen Beteiligten verdeutlicht, welche Komplexität dieses Thema besitzt und welche Fallstricke es bei der Einnahme ernährungsoptimierender Mittel gibt“, teilte der Klub mit.

Vor einer Strafe blieb Soukou allerdings nicht verschont. „Der Spieler gilt als gedopt. Er muss sich ankreiden lassen, dass er nicht sorgfältig geprüft hat, welches Mittel er zu sich nimmt“, begründete der Spruchkammer-Vorsitzende Friedrich-Wilhelm Stelkens (Krefeld) und sprach von einer „gewissen Fahrlässigkeit“.

Kein Einzelfall

Soukou gab in der Befragung an, dass er in den vergangenen Jahren täglich bis zu fünf verschiedene Aufbaumittel zu sich genommen habe. Das sei in Fußballerkreisen keine Seltenheit: Auch in der Mannschaftskabine hätten einige seiner Mitspieler demnach Nahrungsergänzungsmittel im Spind stehen.

Wird das Urteil rechtskräftig, verliert Essen einen Punkt im Aufstiegskampf zur 3. Liga und würde die Tabellenführung an Alemannia abgeben. Die Teams treffen nächsten Samstag am Tivoli aufeinander. Für die Sportfreunde Lotte bleibt die ursprüngliche Wertung von 1:1 bestehen. Weil kein Vorsatz erkannt wurde, blieb die Spruchkammer deutlich unter der möglichen Höchststrafe einer zweijährigen Sperre. Gegen das Urteil kann binnen zehn Tagen Berufung eingelegt werden.

Am Tivoli nahm man das Urteil „zur Kenntnis“. Sonderlich überraschend fiel es nicht aus, die Spielordnung sieht den Punktabzug für ein solches Vergehen zwingend vor. Aachens Trainer Peter Schubert kommentierte den Fall nicht pauschal: „Das Urteil sollte eine Warnung sein, für jeden Sportler, der Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt.“

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