Aachen - Ex-Kandidat Trampen: „Wir müssen Ruhe in den Laden kriegen“

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Ex-Kandidat Trampen: „Wir müssen Ruhe in den Laden kriegen“

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Würde vermitteln, wenn es eine vernünftige Basis dafür gibt: der ehemalige Präsidiumskandidat Dirk Trampen. Foto: Christoph Pauli

Aachen. Team 1 stellt sich am Donnerstag bei Alemannias Fan IG vor. Im Publikum soll dann Dirk Trampen vom Team 2 sitzen, das nur ein paar Tage existierte und sich schnell wieder zurückzog. Trampen hatte beim letzten Fanabend geschildert, wie oft man vergeblich versucht habe, mit den übrigen Akteuren, die für das Präsidium kandidieren und mit Insolvenzberater Christoph Niering ins Gespräch zu kommen.

Folgt man dem Team 2, entgehen dem Klub durch den Rückzug nun Millionen. Unser Redakteur Christoph Pauli hat sich im Vorfeld mit dem Ex-Kandidaten unterhalten.

Kennen Sie den Menschen, der Alemannia zwei Millionen Euro spenden will?

Trampen: Ich kenne ihn nur von drei Telefonaten. Allerdings konnte ich mit seinem Namen schon etwas anfangen. Er will nie genannt werden, deswegen haben wir auch eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben. Ich kenne die Hintergründe für sein Handeln und halte ihn für sehr seriös.

Hat er einen Bezug zum Verein?

Trampen: Er würde sich mit zwei Millionen Euro engagieren, um seinem Steuerberater Horst Rambau einen Gefallen zu tun. Ein bisschen ist es eine Zufallsidee gewesen. Er war da, als wir uns am 5. Juli bei Rambau getroffen haben. Aber inzwischen ist er verärgert, weil die öffentliche Diskussionen um die zwei Millionen Euro genau die Debatte ist, die der Spender nie wollte.

Erst das Team 2 hat die Summe im Kontext des schnellen Rückzugs öffentlich gemacht.

Trampen: Sehr bewusst, weil wir vorher nie intern ins Gespräch gekommen sind.

In der Abschiedserklärung von Team 2 ist von entgangenen 2,5 Millionen Euro die Rede.

Trampen: Der Spender hätte zwei Millionen gegeben und Rambau und Alexander Goy hätten ebenfalls Geld dazugegeben. Und einige andere wären vermutlich auch auf den Zug aufgesprungen.

Der Spender will angeblich, dass Rambau Schatzmeister wird. Als solcher hätte er aber keinen Zugriff auf das Geld. Denn die Summe ist vermutlich weniger für die Tischtennisabteilung des Vereins, sondern für die Profifußballer vorgesehen. Und selbst wenn man Rambau wieder als Aufsichtsrat der Sport GmbH nominieren würde, wäre er Kontrollorgan und nicht Regierung.

Trampen: Der Hinweis ist berechtigt. Aber es hat leider kein Gespräch stattgefunden, um Lösungen zu finden.

Warum ist es soweit gekommen, dass nun wieder Unruhe im Verein herrscht?

Trampen: Wenn man nicht irgendwo aufhört, nach hinten zu blicken hat Alemannia nie mehr eine Chance. Warum kann man nicht irgendwann mal das Wohl des Vereins in den Fokus rücken? Ich wollte gar keine zwei Teams, die gegeneinander kandidieren. Aber wir haben aus den unterschiedlichen Gründen nicht zusammengefunden. Wir haben schon vor Monaten um ein Gespräch gebeten, als es noch gar nicht um Geld ging.

Es gab kein Feedback. So ist es zu einer Kandidatur am 12. Juli aus der Not heraus gekommen. Aber auch danach war die Kontaktaufnahme zum anderen Team sehr zäh. Wenn mir aber jemand in dieser Lage zwei Millionen anbietet, lasse ich doch alles stehen und liegen. Es hat sogar eine Absage eines Gesprächs gegeben, an dem der Spender hätte teilnehmen wollen. Das verstehe ich nicht.

Ist das Kind aus Ihrer Sicht schon in den Brunnen gefallen?

Trampen: Ich weiß es nicht. Ich hoffe immer noch, dass sich alle vor den Wahlen am 5. September noch an einen Tisch setzen und eine Basis finden. Wir diskutieren immer nur über Personen wie Rambau, der für viele ein rotes Tuch ist und nicht über Alemannia. Und deswegen wird so ein Projekt ausgebremst, das ist jedenfalls mein Eindruck.

Haben Sie nicht den Eindruck, dass Rambau nun sauer ist, weil er kein Förmchen bekommen hat?

Trampen: Eitelkeit ist natürlich ein Motiv, wenn man sich für ein Amt bewirbt. Das gilt generell, selbst in der 4. Liga. Natürlich hatte Horst Rambau Vorstellungen für sein Team, Horst Heinrichs zum Beispiel sollte Präsident werden, aber er hat abgesagt. Ohne Rambau funktioniert die Geschichte nicht, sein Mandant hat das Geld. Ich bin nur unter dem Zeitdruck dazugekommen, will aber unverändert keine Funktion. Ich möchte nur als Fan noch einmal Alemannia in der 2. Liga sehen.

Warum haben Sie als Team so schnell die weiße Fahne gehisst und aufgegeben, als die erwartete Kritik aufkam?

Trampen: Der Insolvenzverwalter hat klar gesagt, dass sich ein Team quasi selbst disqualifiziert, dass mit Herrn Goy antritt. Wir haben ihn ebenfalls von der mögliche Spende informiert – ohne erkennbares Interesse.

Sie können doch nicht ernsthaft überrascht über negative Reaktionen sein, wenn Sie mit dem ehemaligen Hauptsponsor Alexander Goy, den Alemannia verklagt hat, antreten im Team?

Trampen: Wir hatten diesen Zeitdruck und haben nicht mal darüber nachgedacht, dass das ein Bumerang werden könnte. Das war alles nicht geplant. Wir brauchten schnell die fünf Leute für eine Kandidatur, um die zwei Millionen nicht zu verlieren. Was aber daraus geworden ist, schadet der Alemannia. Wir sollten doch froh sein, dass es noch ein paar Bescheuerte gibt, die sich engagieren wollen.

Der Insolvenzverwalter wählt nicht mit. Sie hätten doch mit dem Millionen-Köder die Mitglieder überzeugen können.

Trampen: Wir haben aufgehört, weil es nur noch um Personen ging.

Außer Goy ist doch niemand attackiert worden.

Trampen: In einem TV-Bericht wurde Horst Rambau als undurchsichtig geschildert.

Wie geht es nun weiter?

Trampen: Wir müssen endlich mal Ruhe in den Laden kriegen.

Sehen Sie eine Möglichkeit, dass der Spender sich mit den Handelnden an einen Tisch setzen würde?

Trampen: Mein Eindruck ist, dass er eher das Geld ohne jeden Kontakt geben würde mit der Hoffnung: Macht was Gescheites daraus. Das setzt aber eine Einigung mit allen voraus. Im Moment ist das Ding verbockt. Bei einer vernünftigen Basis vermittele ich aber gerne.

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