Larnaka - Ex-Alemanne Leiwakabessy fühlt sich wohl auf Zypern

Ex-Alemanne Leiwakabessy fühlt sich wohl auf Zypern

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
Leiwakabessy
Ex-Alemanne Leiwakabessy fühlt sich wohl auf Zypern.

Larnaka. Zehn Jahre lang hat er auf diesen Moment gewartet - und dann war es soweit am dritten Spieltag der Ersten Fußball-Liga in Zypern, in der 52. Minute: Jeffrey Leiwakabessy schoss für seinen neuen Verein Anorthosis Famagusta den Siegtreffer gegen Ethnikos Achna zum 2:1 - natürlich mit der Pike, wie es sich für einen Linksverteidiger gehört.

„Das war ein unglaubliches Gefühl”, erinnert sich der Linksverteidiger, der in der Bundesliga-Saison 2006/07 als einziger Spieler der Alemannia alle 34 Spiele absolvierte.

Der Zufall führte den Niederländer und seine ehemaligen Mannschafts-Kameraden zumindest für einen Abend wieder zusammen, denn sein Team bereitet sich in dem Hotel auf die Meisterschaftsspiele vor, das auch dem Alemannia-Tross als Unterkunft im Trainingslager dient.

Warum er nach weiteren 26 Spielen in der Zweiten Liga im schwarz-gelben Dress aussortiert wurde, weiß der 27-Jährige immer noch nicht genau.

„Gründe habe ich nicht genannt bekommen. Das ist nicht schön zu hören, dass man sich einen neuen Verein suchen muss, weil man nicht mehr mit dir plant”, meint „Leiwa”, „ich habe immer alles gegeben auf dem Platz. Aber es ist besser so, als dass man nur noch auf der Tribüne sitzt.”

Zwei Wochen lang hat er „schwer zu knacken gehabt” an dieser Entscheidung („Der Sportdirektor wollte mich wohl eher halten als der Trainer”), dann führte ihn der Weg auf die Mittelmeer-Insel. „Ich dachte zwar, das Fußball-Niveau in Deutschland und den Niederlanden ist höher, aber die ganze Insel ist fußballverrückt. Und ich habe die Perspektive gesehen, in der Champions League zu spielen” begründet der 1,73 Meter große „Abwehrriese” seine Entscheidung zuerst - und räumt dann ein, dass damals lediglich Famagusta ein konkretes Vertrags-Angebot vorgelegt hat.

Doch zumindest der Traum von der Champions League erfüllte sich. Der Verein aus dem türkischen Teil der Insel, der aber in Larnaka im griechischen eine neue Heimat gefunden hat, schaffte es in die Gruppenphase.

„Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Aber gegen Werder Bremen haben wir alles weggeworfen. Wir haben 2:0 geführt und kassieren noch den Ausgleich, bitter”, erinnert sich der Linksverteidiger an die Reisen durch Europa.

Im letzten Moment war der Traum von der K.o.-Runde in der Champions League ebenso geplatzt wie die Qualifikation für den Uefa-Cup, der Klub stand mit leeren Händen da.

Auswärts ist vor der Haustür

Dass Anorthosis Famagusta nach einigen Skandalen und Skandälchen momentan in hohem Wellengang unterwegs ist, interessiert den Ex-Alemannen nur am Rande.

„Ich kam hierhin, um Fußball zu spielen und weiß noch nicht einmal, ob so etwas hier vielleicht sogar ganz normal ist”, erklärt Leiwakabessy, der sich bei 20 Grad in den Wintermonaten nicht nur auf dem Fußballplatz richtig wohl fühlt. Vor vier Monaten ist sein Sohn Santino auf die Welt gekommen, „und wenn es privat gut läuft, dann stimmt es auch auf dem Platz”.

Die Auswärts-Spiele finden vor der Haustür statt („Wenn du zwei Stunden fährst, hast du ganz Zypern gesehen”), die Chance, wieder den Uefa-Cup oder die Qualifikation in der Königsklasse zu erreichen, stehen für den Tabellen-Zweiten erneut nicht schlecht. Und der Kontakt zu seinen Eltern, die auch alle Spiele am Tivoli gesehen haben, läuft über das Internet.

Ob er sich vorstellen kann, noch einmal wiederzukommen? „Sicher”, grinst Leiwakabessy, „im Mai, wenn die Saison zu Ende ist. Dann komme ich zurück und treffe alle - die ich treffen will.”
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