„Es gibt viel zu bereden in unserer Mannschaft”

Von: Roman Sobierajski
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Alemannias Premierenjubel am neuen Tivoli: Benjamin Auer (rechts) feiert im Kollegenkreis Aachens ersten Treffer. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Das Positive zuerst: drei Tore, drei Punkte auf dem neuen Tivoli - und diesmal nicht für die Gästemannschaft. Mit 3:0 schlug Alemannia Aachen in einem schwachen Spiel die noch schwächer auftretende Mannschaft des FSV Frankfurt.

„Wir waren der richtige Aufbaugegner für die Alemannia”, konstatierte Frankfurts Trainer Tomas Oral konsterniert - ohne auf Widerspruch zu stoßen.

Die schwarz-gelben Brillen durch die der Blick auf die Darbietung vor 23.078 Zuschauer fielen, offenbarten dagegen durchaus unterschiedliche Sichtweisen auf die zweite Heimdarbietung der Seeberger-Elf im neuen Stadion. „Phasenweise war das von uns gut gespielt, phasenweise war es okay”, befand Aachens Trainer nach dem Schlusspfiff. „Man darf nicht vergessen, dass der FSV Frankfurt eine gute Mannschaft mit starken Einzelspielern ist.”

Einen komplett anderen Eindruck hatte Torjäger Benny Auer, der mit zwei Toren und einer Vorlage einen Großteil zum Sieg über die Mannschaft beitrug, der in den vier bisherigen Ligaspielen immerhin schon ein ganzes Tor gelungen ist. „So kann man kein Fußball spielen”, schimpfte der 28-Jährige. „Gegen einen stärkeren Gegner hätten wir uns schwer getan. Die Feinabstimmung funktioniert bei uns nicht. Gut, dass jetzt die Länderspielpause ansteht, es gibt viel zu bereden in unserer Mannschaft.”

Eigentlich hätte das 1:0 durch Benny Auer der zunächst nach der 0:5-Klatsche gegen den FC St. Pauli nervös agierenden Mannschaft schnell Ruhe und Sicherheit geben können. Babacar Gueye hatte Aachens Torjäger fein angespielt, und Auer, der das letzte Tor auf dem alten Tivoli markiert hatte, schoss auch das erste Heimtor im neuen Stadion (14.). „Der Treffer fängt ganz hinten an und läuft super bis vorne durch”, befand Torhüter Thorsten Stuckmann mit dem besten Blick auf das gesamte Geschehen.

Eine schöne Einzelleistung sorgte auch für das beruhigende 2:0 vor dem Seitenwechsel: Auer hatte für Manuel Junglas aufgelegt, der zog vom Sechzehner mit links ab und zirkelte den Ball flach ins lange Eck (34.). „Ich wollte etwas wiedergutmachen, schließlich habe ich in der ersten Partie am Tivoli gesperrt gefehlt”, freute sich der 20-Jährige über seinen zweiten Treffer als Profi.

„Viel Effizienz”

Spätestens jetzt waren die Weichen gestellt, dem Altherren-Ensemble des FSV Frankfurt auch spielerisch die eigenen Grenzen vor Augen zu führen. Doch Alemannia kam aus der Pause - und unternahm nichts. Über weite Strecken keine klaren Aktionen, keine durchdachten Kombinationen, keine einstudierten Spielzüge gegen den Tabellenletzten, der 23 Abgänge verzeichnet und 15 Neuzugänge integrieren muss.

„Wir waren in der zweiten Halbzeit aggressiver, aber wir haben unsere Chancen nicht zu Ende gespielt”, ärgerte sich Alex Klitzpera. Torhüter Thorsten Stuckmann verhinderte Schlimmeres und lenkte wie schon in der ersten Halbzeit (39.) einen Schuss von Soumaila Coulibaly an die Latte (63.). Versöhnen mit dieser spielerischen Armutserklärung konnte nur der sehenswerte Treffer von Benny Auer, der nach einem Haken halblinks am Strafraum die Kugel ins lange Eck schlenzte (83.).

„Wir haben in der Chancenverwertung viel Effizienz bewiesen”, versuchte Trainer Jürgen Seeberger erneut, das Positive an den insgesamt fünf Aachener Schüssen, die auf das Tor des FSV-Keepers kamen, zu finden. „Die Art und Weise, wie wir uns in der zweiten Hälfte präsentiert haben, war nicht in Ordnung”, hätte sich Benny Auer dagegen die ein oder andere Chance mehr gewünscht. Und vielleicht auch den ein oder anderen Zuschauer: „Wir müssen mit Leistung überzeugen, dann kommen vielleicht auch wieder mehr Zuschauer”, benannte Thorsten Stuckmann das Problem.
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