Erster Heimsieg: Der Abend von Philipp Gödde

Von: Christoph Pauli
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Philipp Gödde
Philipp Gödde ließ mit seinem Doppelpack in der Anfangsphase seinen schwierigen Saisonstart vergessen. Foto: Birkenstock

Aachen. Drei Stunden lang dauerte die Torsuche der Aachener am Tivoli in dieser Saison beim Anpfiff an. Und damit war es dann auch gut mit dieser Minusserie, drei Minuten reichten am Freitagabend für den ersten heimischen Treffer in dieser Spielzeit. Torschütze war Philipp Gödde, und das war dann gleich die Überschrift für dieses Spiel gegen den Bonner SC.

Am Ende des Tages gab es zufriedene Mienen am Tivoli, das sicher verdiente 3:2 gegen den Aufsteiger bedeutete den gefeierten ersten Heimsieg.

„Wir hatten die Situation aufgearbeitet, Philipp wirkte mental stark“, sagte Chefcoach Fuat Kilic, „er wollte spielen. Und ich denke, das war heute sein Befreiungsschlag.“ Mit Gödde hatte Kilic in der letzten Woche eigens „Coaching-Termine“ ausgemacht. Wie mache ich einen Stürmer stark, der die Stürmerfüße in den ersten Wochen der Saison nicht richtig justiert hat, und der von Teilen des Publikums deswegen angefeindet wurde?

„Ich spüre sein Vertrauen, und auch die Jungens helfen mir sehr“, hatte der 22-Jährige vor dem Anpfiff gesagt. Stürmer brauchen gerade in Zeiten anhaltender Baisse das Vertrauen des Trainer wie Bergwanderer festes Schuhwerk.

Diesmal traf Gödde bei erstbester Gelegenheit. Dennis Dowidat hob den Ball in den Strafraum, und der Angreifer drosch ihn humorlos aus zehn Metern ins kurze Eck zum 1:0 (4.). Wohl selten hat ein Torschütze in den letzten Monaten mehr Gratulanten gehabt. Gödde eilte zur Ersatzbank, da hielt ihn Meik Kühnel auf, die Mannschaft stellte den Angreifer und jubelte ausgiebig. Und am Schluss umarmte ihn auch noch der Trainer ausgiebig. Schöne Geschichte.

Und vier Minuten später folgte die nächste Pointe. Dowidat zirkelte einen Freistoß vors Tor, wo Gödde ihn wuchtig zum 2:0 einköpfen konnte (8.). Keine 500 Sekunden machten aus einem geschmähten „Schiefschützen“ einen „Fußball-Gott“ am Tivoli.

Dennis Dowidat war in beiden Fällen der Assistent. Der kleine Spielmacher hatte als Ordnungskraft gefehlt in den letzten Wochen, zudem verleiht der 26-Jährige auch ruhenden Bällen an guten Tagen mehr Bedeutung. Das Duo hatte noch eine gute Szene. Dowidat schickte seinen Torjäger auf die Reise, dessen Abschluss aus 16 Metern nicht präzise genug war (29.).

Mit der schnellen Führung zogen die Aachener früh das Kinn von der Brust in die Höhe. Die gute Laune kehrte zurück, und bei mehr Präzision im Passspiel und Ernsthaftigkeit im Abschluss wäre der Tabellenzweite noch ärger in die Bredouille gekommen. Dominik Ernst (18.) und Timo Staffeldt (21.) versuchten sich aus der Ferne.

Die Gäste wirkten vor allem im Zentrum anfällig, wo die Ex-Aachener Dario Schumacher und Tim Lünenbach als Wellenbrecher eingesetzt waren. Das gelang nicht überzeugend, und so war die Partie für Lünenbach nach 35 Minuten bereits beendet.

Die Bonner kamen zurück, weil Schiedsrichter Bastian Börner einen Zweikampf zwischen Aachens Dominik Ernst und Lucas Musculus als Foul interpretierte. Musculus verwandelte den Strafstoß sicher zum 2:1 (54.). Die Gäste erhöhten das Risiko, Aachen büßte an Stabilität ein. Musculus setzte einen Schuss aus der Drehung am Tor vorbei (71.).

Aachen hielt dagegen. Göddes Flugkopfball landete in dem Armen von Keeper Martin Michel (72.). Es war die letzte Aktion des Matchwinners, der für Daniel Hammel weichen musste.

Aachen bekam mehr Räume und zwangsläufig auch Gelegenheiten. Mergim Fejzullahu knallte den Ball am Tor vorbei (75.). Der Ausgleich kam dann unverhofft. Ugur Dündar lenkte einen Freistoß vorbei an Pascal Nagel ins Tor zum 2:2 (77.). Aachens Keeper reklamierte heftig, aber vergeblich auf Foulspiel.

Der heiße Abend hatte diesmal ein Happy End, ein künstlerisch sehr wertvolles. Daniel Hammel fälschte eine Ernst-Flanke gekonnt mit der Hacke ins Tor ab zum 3:2 (83.). Der erste Heimsieg der Saison stand fest.

„Ich denke, das war ein Befreiungsschlag für die ganze Mannschaft“, sagte Philipp Gödde später. „Ich bin froh, dass ich dem Team etwas zurückgeben konnte. Vielleicht hatte ich mir die letzten Wochen zu sehr zu Herzen genommen.“

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