Aachen - Erster Heimsieg: Alemannia gegen Rödinghausen mit 3:1

Erster Heimsieg: Alemannia gegen Rödinghausen mit 3:1

Von: Christoph Pauli
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Alemannia schlug den SV Rödinghausen mit 3:1 geschlagen. Foto: Jérôme Gras

Aachen. Die Statistik-Abteilung vermeldet saisonübergreifend 15 Spiele in Folge ohne Niederlage. Das ist eine ziemlich imposante Bilanz für Alemannia Aachen, aber sie sagt mehr über den Trainer als über die Mannschaft aus. Denn nach den ersten erfolgreichen zwölf Spielen kam Fuat Kilic die alte Mannschaft abhanden.

Der Trainer musste ein völlig neues preiswertes Team formen. Alemannia neu feierte am Samstag den ersten Sieg in dieser Spielzeit. Das 3:1 gegen den SV Rödinghausen war durchaus glücklich, aus Sicht der Spieler wurde damit schon einmal das fehlende Schlachtenglück in den ersten beiden Partien frühzeitig ausgeglichen. Und Kilic bekam noch nebenbei die Gewissheit, dass er noch Kapital auf der Bank liegen hat. Der Erfolg wurde eingewechselt.

Die Parte nahm schnell Fahrt auf. Nach 88 Sekunden lenkte Junior Torunarigha eine Flanke von Daniel Hammel aufs gegnerische Tor. Torwart Niclas Heimann kam schnell auf Betriebstemperatur. Und dann wurde das Buch „Stürmer Torunarigha und die Schiedsrichter“ um ein Kapitel angereichert. Rödinghausens Kacinoglu leistete sich einen haarsträubenden Fehlpass, und Aachens Mittelstürmer zog los. Am Strafraum wurde er von Kapitän Daniel Flottmann eingeholt.

Der erkennbar nervöse Schiedsrichter Mitja Stegemann hatte keine Einwände gegen die folgende Kollision. Die Aachener dagegen forderten Strafstoß und eine Rote Karte. Die Führung lag dennoch in der Luft, und sie fiel nach 33 Minuten: Mohr servierte mundgerecht für Torunarigha, und der Mittelstürmer nickte begeistert ein (33.) zum 1:0. „Das ist mir nicht ein Stein, sondern ein Gebirge vom Herzen gefallen“, freute sich der 27-Jährige nach seinem Premierentreffer. Sein neuer Mitspieler Joy-Slayd Mickels verfolgte die Partie von der Tribüne aus, seine Spielberechtigung wird Anfang der Woche erwartet.

Es hätte nicht das letzte Wort vor dem Wechsel sein müssen. Wieder setzte sich der starke Tobi Mohr auf seinem Flügel durch, vor dem Tor verpassten Torunarigha und Fejzullahu nur knapp das 2:0 (38.). Der notorische Vorlagengeber Mohr (neben Alexander Heinze der beste Aachener) versuchte sich dann selbst mit einem Lupfer aus 40 Metern, nachdem Torwart Heimann nicht mehr rechtzeitig von seinem Samstagsausflug zurück nach Hause kam. Der Ball kullerte vielleicht 40 Zentimeter am Tor vorbei (43.).

Die schlechte Ausbeute blieb das Wasserzeichen, kurz vor dem Pausenpfiff rollte der nächste Konter in Richtung Gästetor, und Hammel verpasste die nächste Großchance. Die Gäste blieben zunächst harmlos, ein Fernschuss von Marius Bülter (37.) zischte am Tor vorbei, ein Flugkopfball von Koray Kacinoglu touchierte die Latte (40.). Die Stimmung auf dem Platz war gereizt,  auch beim Gang zur Pausenbesprechung bildete sich ein großes Rudel.

Angereist aus Rödinghausen waren 21 Zuschauer und eine Fahne. Und die hatten fröhliche Minuten vor sich. Die ersten Schüsse flogen noch rechts und links am Gehäuse vom Aachens Torwart Mark Depta vorbei. Die Gastgeber zogen sich ängstlich zurück. „Schon in der Pause war zu spüren, dass die Mannschaft damit beschäftigt war, dieses Ergebnis zu halten“, beobachtete Kilic.

Seine Mannschaft wurde zu passiv, Rödinghausen konnte ein paar feine Ballstafetten aufführen. Tobias Menze durfte in aller Ruhe am Strafraum den Zirkel herausholen, um den Ball in den Winkel zu wuchten. Gespielt waren da erst 66 Minuten, es war die Phase, in der Aachen keinen Zugriff mehr auf das Spiel bekam.

Die Gäste hätten die Partie vollends drehen können. Simon Engelmann schob nach einem Stellungsfehler von Maurice Pluntke aus acht Metern den Ball am Tor vorbei (75.), 100 Sekunden später verzog Kapitän Flottmann per Kopf. „Und wenn du deine vielen Möglichkeiten nicht nutzt, bekommst du eins auf den Deckel“, resümierte Rödinghausens Trainer Alfred Nijhuis. „Das war ärgerlich und unnötig.“

Kilic wechselte seinen Strukturbeauftragten David Pütz ein. Der Mittelfeldspieler hatte zunächst nicht auf dem Platz gestanden, weil er im Abschlusstraining einen Schlag auf das Knie bekommen hatte. Und auch die anderen Wechsel waren erfolgreich an diesem Nachmittag. Alemannia ging in Führung, ein Geldregen über dem Tivoli wäre nicht überraschender gewesen. Nils Winter flankte präzise, und heran sauste Einwechselspieler Arda Nebi, um per Kopf das 2:1 zu erzielen (81.).

Einwechselspieler Emre Yesilova war kurze Zeit später im Strafraum nur durch ein Foul von Ihsan Kalkan zu stoppen. Per Elfmeter erzielte Mergim Fejzullahu im dritten Spiel seinen dritten Treffer zum 3:1 (84.). „Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben wieder eine gute Reaktion gezeigt“, ging nicht nur Abwehrchef Pluntke zufrieden in den Feierabend. „Und Glück hat nur der Tüchtige.“

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